28. April 2017

Rezension: "Meeresrauschen" von Patricia Schröder


Titel: Meeresrauschen
Autor: Patricia Schöder
Verlag: c,bj
Preis: 8,99€
Seiten: 448


Die Meerestrilogie von Patricia Schröder wollte ich vor allem aufgrund der schönen Cover lesen. Ich hatte mich einfach in diese glitzernden Gesichter verliebt, die mich so an das Farbenspiel des Ozeans erinnern. Nachdem ich allerdings den ersten Teil gelesen hatte, war ich abgrundtief enttäuscht. Kindisch, unlogisch und falsche Versprechungen machend – das war Teil eins. Mich hat damals schon der verfehlte Klappentext aufgeregt und leider ändert sich das in Band zwei nicht wirklich. Dennoch wollte ich „Meeresrauschen“ eine Chance geben. Auf jeden Fall ist Teil zwei eine Steigerung zu seinem Vorgänger. Aber ich scheine dennoch zu alt zu sein für diese Reihe. Die Liebesgeschichte ist für mich nicht nachvollziehbar und vieles an der Charakterbildung fad. Ganz nett für jüngere Erwachsene, leider immer noch nicht überzeugend für mich.


Klappentext


Als Gordian von seiner Reise in den Atlantik zurückkehrt, bleiben Elodie und ihm kaum Zeit, ihre Liebe zu genießen. Kyan sinnt auf Rache: für Elliots Tod und für seine Schmach, die er im Kampf mit Gordian erlitten hat. Cyril offenbart Elodie einen Teil seines Geheimnisses und kämpft um ihre Zuneigung, und ein Wiedersehen mit Javen Spinx offenbart neue Überraschungen. Die Unruhe in Rubys Clique und die schwelende Feindschaft unter den Meeresbewohnern lässt die Stimmung endgültig umschlagen, und inmitten der katastrophalen Ereignisse ist plötzlich Gordian verschwunden. Doch als Elodie sich blindlings ins Meer stürzt, um ihn zu retten, muss sie sich unversehens dem wahren Ausmaß ihrer Bestimmung stellen. Hals über Kopf und ohne auf ihr Herz zu hören, flieht Elodie von der Insel und vor sich selbst, um Guernsey, um Gordian zu vergessen. Doch längst steht mehr auf dem Spiel als ihre Liebe zu Gordy, und Elodie muss erkennen, dass sie ihrer Bestimmung nicht entgehen kann. Aber welchen Preis ist sie bereit, dafür zu zahlen?

Meinung


Zuerst muss ich wieder sagen, dass der hier abgebildete Klappentext nicht derjenige ist, der auf dem Buchrücken zu finden ist. Im Buchrücken ist lediglich von Elodies Flucht aus Gurnsey die Rede und nicht von irgendwelchen Geheimnissen, Überraschungen und Schicksalen. Dabei spiegelt dieser Klappentext die Handlung sogar sehr ausführlich wieder. Kann man bei einem Buch mit mehr als 400 Seiten ja auch erwarten. Als ich das Buch las und nur den Buchrücken zur Orientierung hatte, war ich erneut enttäuscht. Denn Elodie verlässt die Insel erst nach guten 300 Seiten…naja…ist nicht die Schuld der Autorin, wenn so ein Klappentext abgedruckt wird, statt des wahren Inhalts. Daher will ich es gut sein lassen.
Ich konnte die Faszination, die Elodie für Gideon empfindet, schon im ersten Teil nicht begreifen. Die beiden haben sich quasi verliebt, ohne sich zu kennen. Aber hey…von den Nixen geht ja nun mal diese Magie aus, da kann man einfach nicht widerstehen. Schon klar. Aber von mir aus. Während Teil eins vor allem von dieser Faszination und der typischen Einführung in eine neue Fantasy-Welt handelt, verlagert Teil zwei seinen Fokus deutlich. Die wahre Idee hinter der Reihe greift so langsam und das Meer und Elodie stehen mehr im Mittelpunkt. Das fand ich gut. Elodie macht eine wichtige Entwicklung durch und verändert sich. Nicht nur charakterlich, sondern eher lebensbeeinflussend. Ich hatte diese Wendung keinesfalls erwartet, aber das eröffnet einige Optionen für die Geschichte. Die Idee dahinter ist also eigentlich gelungen. Das Konzept wird sinnvoller, auch wenn die Liebesgeschichte weiterhin nicht nachvollziehbar bleibt. Meiner Meinung nach ist Gordian ein ziemlich farbloser Charakter, dessen Anziehungskraft bei mir versagt hat. Elodie ist leider ebenso merkwürdig. Sie ist naiv, aufopferungsbereit und ach… nicht immer ganz konsequent oder eher dümmlich in ihren Handlungen. Aber dieses impulsive und unlogische Handeln gehört wohl zur Geschichte und ist für ein pubertierendes Mädchen, dessen Welt sich gerade von Grund auf ändert, nachvollziehbar. Nur leider hatte ich immer noch meine Probleme, in diese Geschichte einzutauchen, weshalb ich mich eben an solchen Sachen gestört habe. Die beiden Protagonisten konnten mich also wieder nicht überzeugen und auch die anderen Charaktere sind relativ blass. Wirklich toll finde ich Ruby und Ashton. Auch Cyril fand ich in Band eins noch stark, was nun aber nachgelassen hat. 
Im Grunde ist es nicht die schöne Idee hinter der Geschichte, die mich nicht für sich gewinnen konnte, sondern die jugendliche Umsetzung. Ich empfand vieles in „Meeresrauschen“ als zu kindisch, zu unlogisch, Handlungen waren nicht nachvollziehbar und die Liebesgeschichte zu krass. Die Wendung, die in diesem Buch von Statten geht ist gut, verändert die Geschichte aber komplett. Ich denke, dass Band drei sogar der stärkste der Reihe sein könnte, da es den Anschein hat, als wenn etwas Spannendes folgen muss. Allerdings werde ich ihn nicht lesen. Die Geschichte ist ganz nett und ich kann sie Jüngeren empfehlen, wenn sie das Meer lieben, aber ich war nicht zufrieden. 
Der Schreibstil ist übrigens flüssig und ich habe nichts zu beklagen. Lediglich Elodies weinerische Art (, die ja immer als super stark dargestellt wird), kommt im Stil zu sehr durch. Aber das hat mehr mit meinen Problemen gegenüber der Protagonistin, als mit dem Stil der Autorin zu tun.

Fazit



„Meeresrauschen“ ist wirklich ein Buch, das seinen Vorgänger übertrifft. Die Handlung kristallisiert sich mehr heraus, die Charaktere greifen tiefer, die Liebesgeschichte intensiviert sich. Leider mochte ich wenig davon. Das Konzept samt seiner Idee mag ich, es ist die Umsetzung, die mir nicht passt. Elodie und Gordian sind meiner Meinung nach nicht authentisch, das Ganze zu kindisch und naiv. Ich glaube, dass die Reihe viele Jugendliche begeistern kann und ich einfach zu alt bin. Ich vergebe 3 von 5 Spitzenschuhen, da einiges an dem Buch gut ist, es aber zu viele Kritikpunkte gibt, damit es MEIN Buch wird.



26. April 2017

Rezension: "James Bond 007 - In tödlicher Mission" von Ian Fleming


Titel: James Bond 007 - In tödlicher Mission
Autor: Ian Fleming
Verlag: Cross & Cult
Preis: 12,80€
Seiten: 260

Als ich kürzlich in Thailand war, habe ich auch einen Ausflug in die Pang Nga Bucht gemacht. Touristisch beliebt sind die Inseln vor allem aufgrund der wunderschönen Atmosphäre. Aber es gibt dort auch einen Felsen, der durch Hollywood berühmt wurde. Beworben als: Der James Bond Felsen. Denn in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gibt es eine Szene, die genau dort spielt und somit eine traumhafte Kulisse hat. Für diesen Urlaub musste also auch unbedingt ein James Bond Buch mit. Entschieden habe ich mich für „In tödlicher Mission“, ein Kurzgeschichtenband. Fünf Mal darf man den Abenteuern von James Bond in diesem Buch folgen und jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Charme. Auszeichnen tun sich alle fünf dadurch, dass es quasi Abenteuer abseits der normalen Missionen sind. Es geht etwas ruhiger, manchmal auch etwas unkonventioneller zu, als in den anderen Bond-Büchern. Doch für mich war es genau das Richtige!




Klappentext


Im achten Band von Ian Flemings James Bond begegnet der Geheimagent vom MI6 mehr als nur einem Abenteuer ..
Plötzliche Notfälle und schöne Frauen, die nicht ganz sind, was sie zu sein scheinen, sind eine Spezialität von James Bond. Wenn 007 an einem Fall dran ist, ist eines klar - das Ergebnis wird prickelnd sein! Ob er mit dem Mord eines kubanischen Gangsters in Amerika, der Zerschlagung eines internationalen Drogenrings oder einem plötzlichen Todesfall auf den Seychellen zu tun hat, Bond erledigt den Job. Mit seinem ganz eigenen charmanten und unverwechselbaren Stil.

Meinung



Ich habe schon viele James Bond Bücher gelesen und darunter war auch ein Kurzgeschichtenband. „In tödlicher Mission“ ist der zweite Band, der neben „Octopussy“, nur eine Kurzgeschichtensammlung ist. Eigentlich ist Bond kein Charakter, der in einer Kurzgeschichte am besten wegkommt, allerdings konnte mich das Buch absolut überzeugen. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Geschichten und in jeder davon spielt James Bond eine ganz eigene Rolle. Es handelt sich hierbei mehr um die Abenteuer abseits der Weltbühne. Die Geschichten sind unterschiedlich aufregend, manche würden vielleicht sagen, dass ihnen die Spannung an gewissen Stellen fehlt, aber das empfinde ich nicht so. Ich habe mir für jede der fünf Geschichten viel Zeit genommen und nicht alle hintereinander weggelesen. So kann man die Geschichten besser verinnerlichen und im Nachhinein mehr genießen. Zumindest erging es mir so. In zwei der Geschichten ist Bond der typische Agent und vollkommen in seinem Element. In einer anderen ist Bond nur passiv beteiligt und eigentlich im Urlaub, in der nächsten wird er von M quasi privat engagiert und in der letzten ist er lediglich der Zuhörer einer erzählten Geschichte. Jede Geschichte bietet Abwechslung und einen ganz eigenen Charme. Im Allgemeinen ist das Wort „charmant“ das wohl treffendste für dieses Buch. Die Cocktailbars, die unterschlagenen Geschäfte, die schönen Frauen…hach…mich kann Ian Fleming mit seinem arroganten Protagonisten ja irgendwie immer fesseln. Die Geschichten haben wie gesagt alle einen etwas anderen Fokus. Die Titelgeschichte „In tödlicher Mission“ ist eine typische Agentengeschichte, in der Bond der Held ist, der der schönen Maid aus der Not hilft. Diese Geschichte hat viel Finesse und ist wirklich toll! Bond rächt nämlich alte Freunde von M, was einen privaten Charakter hat. „Im Angesicht des Todes“ ist ebenfalls spannend und Bond klärt das Geschehen klug auf. Diese Geschichte sagte mir nicht so sehr zu, ist aber ein guter Auftakt für das Buch. Weiter geht es mit „Ein Quantum Trost“, was wirklich eine besondere Geschichte ist. Hier ist Bond zu einer Gesellschaft am Abend geladen und es wäre unhöflich zu früh zu gehen, weshalb er gezwungen ist, noch länger mit dem Gastgeber zu reden. Dieser erzählt dann eine Geschichte über dieses gewisse Quantum menschlichen Respekts – das Quantum Trost. Diese Geschichte konnte mich persönlich total begeistern, obwohl Bond eigentlich keine Rolle in ihr spielt. Auf diese Geschichte folgt „Risiko“, in meinen Augen die schwächste der fünf Geschichten. Bond lässt einen Drogenring auffliegen – sehr agentenmäßig, sehr klassisch. Abschließen tut der Kurzgeschichtenband mit der besten Geschichte „Die Hildebrandt-Rarität“. Wer hier vielleicht an ein Kunstwerk denkt, ist auf dem absolut falschen Weg. Es handelt sich nämlich um einen Fisch…Die Geschichte entwickelt sich wirklich gut und es gibt den typischen grauenhaften Bösewicht. Aber um das alles zu verstehen, sollte man selbst zu diesem Buch greifen und seinem Charme kurzerhand erliegen. Der Stil ist typisch für Ian Fleming, manchmal etwas derb und hart, aber vor allem wie Bond selbst auch – elegant.

Fazit



Wer sich immer mal wieder mit einer netten und charmanten Agentengeschichte entspannen will, der sollte sich „In tödlicher Mission“ wirklich einmal zu Gemüte führen. Das Buch ist wirklich gut und die fünf Kurzgeschichten sind stilvoll, charmant, abwechslungsreich und spannend. Ian Fleming vermittelt immer wieder diese klassische Bond-Atmosphäre, die jede Geschichte zu etwas Besonderem macht. Natürlich gibt es Abschnitte, die nicht vor Spannung triefen und dennoch glänzen können. Ich vergebe charmante vier Spitzenschuhe. Cheers.



25. April 2017

Rezension: "Lieber jetzt als irgendwann" von Lauren Graham


Titel: Lieber jetzt als irgendwann
Autor: Lauren Graham
Verlag: Fischer
Preis: 9,99€
Seiten: 432

Sind wir doch mal ehrlich: Wenn man sich für das Buch „Lieber jetzt als irgendwann“ entscheidet, dann ist man mit 80% -iger Wahrscheinlichkeit neugierig, wie sich Lauren Graham als Autorin so schlägt. Denn diese 80% der Leserschaft sind Gilmore Girls Fans und lesen das Buch aus diesem Grund. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass das Buch keinesfalls eine Autobiographie ist. Und dennoch handelt es von einer jungen Frau, die Schauspielerin werden will. Was sonst hätte Lauren Graham auch besser schreiben können, als die Geschichte einer quirligen und mutigen jungen Frau, die der Leser ins Herz schließen muss?! Meine Erwartungen an das Buch waren nicht sehr hoch, da ich schlechte Rezensionen gelesen hatte. Und deshalb hat es mich absolut positiv überrascht! Das Buch ist liebevoll, detailreich und authentisch. Es hat zwar ein paar Längen (wie das Leben selbst eben auch), besticht aber durch seine Sympathie. Das Buch ist nicht immer aufregend, aber trotzdem einfach gut!

Klappentext


Franny Banks ist zwar ein bisschen chaotisch, aber vor allem witzig, charmant und klug – eigentlich müsste sie alle ihre Ziele erreichen können:

-Schauspielerin werden
-den Durchbruch schaffen
-Mann fürs Leben finden


Für den Notfall hat sie trotzdem einen Plan B:

-langjährigen Freund Clark heiraten
-Englisch-Lehrerin werden
-in einen Vorort ziehen

Doch ihr „Ultimatum zur Traumverwirklichung“ von drei Jahren läuft bald ab. Als sich herausstellt, dass sogar Plan B geplatzt ist, lautet Frannys Motto deshalb: Lieber jetzt als irgendwann.

Meinung



Für mich ist „Lieber jetzt als irgendwann“ in der Tat ein cooles Buch. Es ist ein bisschen ungewöhnlich und sehr liebevoll gestaltet. „Cool“ deshalb, weil es 1995 spielt, also in einer Zeit, als die gesamte Kommunikation noch völlig anders lief. Die super sympathische Protagonistin Franny führt ein Filofax und führt Vertragsgespräche noch persönlich. Aber dafür muss sie erst einmal ihren Anrufbeantworter abhören – denn, verdammt! Das Ding war in den 90ern aber auch wichtig! (Kann man sich heute kaum noch vorstellen.) Das Buch ist also ein kleines bisschen auch eine Zeitreise. Im Buch sind immer mal wieder Seiten aus Frannys Filofax abgedruckt, was ich persönlich großartig fand. So gewinnt man ein gewisses Gespür für die Geschichte und den Charakter der Protagonistin – außerdem sieht man immer genau, wie erfolgreich Frannys Woche so war. Ich selbst führe einen ähnlichen Kalender, und der Filofax ist im Allgemeinen ja wieder groß im Kommen, daher machen diese Seiten das Buch total sympathisch und auch ein bisschen up-to-date.
Aber auch abgesehen von diesem Sympathiefaktor, hat „Lieber jetzt als irgendwann“ noch andere zu bieten. Ich sprach eben schon einmal von Franny. Man kommt nicht umhin, ein ähnliches Mädchen wie die junge Lauren Graham vor Augen zu haben, denn natürlich überträgt man die Autorin auf ihre Figur. Ich denke, dass auch vieles von ihr in Franny steckt- aber ist das nicht bei jedem Autor und seinen Figuren so?! Man sollte diesen „Fame-Faktor“ wenn möglich also abschalten und Franny ihr Leben leben lassen. Und das ist ziemlich chaotisch, aber auch interessant. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Schauspielbranche in den 90ern wirklich so aussah und konnte mich gut in die Geschichte versetzen. Franny ist toll und ein totaler Freundinnen-Typ. Man leidet mit ihr, wenn sie wieder keinen Job bekommt und jubelt, wenn es eben doch kleine Erfolge gibt. Insgesamt ist alles sehr realistisch dargestellt und  man kann viel über Schauspielerei lernen. Auch die anderen Figuren im Buch sind authentisch. Sowohl Frannys beste Freundin, als auch ihr Mitbewohner sind tolle Figuren und einfach sehr echt. Die ganzen Menschen, die einem in der Schauspielbranche begegnen sind kalt, freundlich, interessant – je nachdem. 
Insgesamt ist das Buch eine ermunternde Geschichte über das Leben selbst und es verbirgt sich viel Moral hinter ihr. Man sollte niemals aufgeben und für seine Träume einstehen! Diese Botschaft ist in eine schöne Geschichte mit dem interessanten Thema der Schauspielerei verpackt und schon kann man sich zurücklehnen. Der Schreibstil ist übrigens sehr gut. Für mich ist die Geschichte einfach absolut authentisch und auch der Stil trägt dazu bei. Ich bin der verrückten und chaotischen Franny so gern gefolgt! Da das uch aber eben auch so authentisch ist, gibt es auch gewisse Längen. Es gibt Teile, die weniger spannend sind, oder bei denen man denkt „TU DAS NICHT!“, aber genauso läuft es im Leben. Manche Dinge kann man sich auch denken und so ähnlich kommt es dann auch, aber im Grunde hat mir dieser solide rote Faden gut gefallen. Das Ende ist im Übrigen relativ offen und auch das fand ich gut. Die Schauspielerei ist eben keine einfache Branche und genau das kommt auch gut rüber. Zuletzt möchte ich noch das Cover loben, das einfach nur wunderbar zur Geschichte passt – bis auf den Fakt, dass Franny rote Haare hat und man sich bei der Frau eher an Lauren Graham gehalten hat. Dennoch passen Cover und Titel zu 100 Prozent zur Geschichte – gut gemacht!

Fazit




Wer sich für eine ermunternde Geschichte, die das Leben so geschrieben haben könnte und die Schauspielerei interessiert, ist hier genau richtig! Wer außerdem Lust hat, sich in die 90er zu katapultieren, gehört ebenfalls zu diesem Buch! Lauren Graham hat mich mit ihrem Debüt alles andere als enttäuscht, denn in „Lieber jetzt als irgendwann“ beweist sie, dass sie tolle Geschichten schreiben kann. Dafür hat sie ein sehr authentischen Thema und eine tolle Protagonistin gewählt. Ich fand das Buch wirklich gut und die schönen gezeichneten Filofax-Seiten sind ein toller Bonus. Ich vergebe 4 Sterne für den Aufruf, seine Träume zu leben! 



24. April 2017

Rezension: "Isle of Gods" von Alia Cruz

 

Titel: Isle of Gods - Die Kinder von Atlantis 
Autor: Alia Cruz 
Verlag: Impress 
Preis: 3,99€ 
Seiten: 290

Dass die Cover  aus dem Impress-Verlag zumeist ein Traum sind, ist nichts Neues. Die Geschichten hinter dem Imprint Label sind bekannt für ihre Romantik und zauberhafte Welten. Genau diese beiden Faktoren erwarten den Leser auch bei „Isle of Gods – Die Kinder von Atlantis“. Alia Cruz schafft es, in eine traumhafte Kulisse zu entführen und eine Liebesgeschichte in ihr zu platzieren, die zuckersüß ist.  Dazu kommt das schöne Thema der griechischen Mythen und Götter und fertig ist der Young-Adult-Roman. Vieles an dieser Geschichte hat mir gut gefallen, allerdings gab es auch ein paar Punkte, die etwas schwach waren. Doch „Isle of Gods“  hat etwas Wunderschönes und ist die perfekte leichte Urlaubslektüre!

Klappentext


Um sich selbst vor dem Aussterben zu bewahren, entsandten die griechischen Götter einst fünf direkte Nachkommen auf die versunkene Insel Atlantis. Dort sollten sie bis zu ihrem Erwachsenenalter ein behütetes Leben führen, um sich nach dem Eintreten ihrer göttlichen Fähigkeiten mit den Stärksten der Insel zu paaren und Kinder zu gebären. So lautet die Legende, die Isabel ein Leben lang begleitet hat. Sie ist eine der fünf Auserwählten, nun fast volljährig und immer noch ohne göttliche Eigenschaften. Sie lebt in Luxus und Überfluss, während die anderen Jugendlichen der Insel in Arenakämpfen ums Überleben und um die Hand eines der Götterkinder ringen. Darunter auch der momentane Champion Quinn, der nichts von der Legende hält…


Meinung


Es ist bekannt, dass ich die griechische Mythologie liebe und viele Romane lese, die diesen Themenkomplex beinhaltet. Es gibt berühmte Vorgänger, wie etwa die „Percy Jackson-Saga“ oder auch die „Göttlich“-Reihe. Der Stoff ist uralt und kann doch immer wieder neu verarbeitet werden. So bleibt das Thema immer spannend – vorausgesetzt, man hat einen innovativen Ansatz. Diesen Ansatz hat Alia Cruz auf jeden Fall. Die Grundidee der Geschichte gefiel mir gut. Außerdem setzt die Autorin genau den richtigen Fokus auf die Kulisse im Buch. Atlantis ist die versunkene und sagenumwobene Insel, die durch ihre Schönheit besticht. Doch, was auf ihr passiert, ist weniger schön. Der Leser begleitet die junge Isabel auf ihrer Reise zu ihrer Göttlichkeit. Isabel ist bescheiden und herzensgut. Sie ist ein liebes Mädchen. Ihre vier Geschwister sind ebenfalls sehr liebe Charaktere. Mir haben ihre beiden Brüder unglaublich gut gefallen! Die Geschichte zwischen den beiden ist interessant, aktuell und daher beeindruckend eingearbeitet. Die Selbstverständlichkeit, mit der in diesem Buch mit dem Thema Homosexualität umgegangen wird, gefiel mir. Es ist zwar nur ein Randthema, aber dennoch war es eine gelungene Komponente. Die Liebe zwischen den fünf Geschwistern ist für mich der schönste Punkt der Handlung gewesen. Die fünf halten zusammen, was immer auch passiert und können sich aufeinander verlassen – mit einer Ausnahme natürlich. Aber ich will ja nichts verraten. Der Träger der Handlung ist Quinn, der klassische Held. Auch er gefiel mir recht gut. Im Gegensatz zu den göttlichen Kindern hat er wenigstens ein paar Ecken und Kanten und ist nicht so überaus nett. Er ist stark und selbstbewusst. Seine Geschichte war sehr interessant und um ihn wurden interessante Schlingen gelegt. Insgesamt muss man aber sagen, dass man Großteile der Handlung voraussehen kann. Zum Ende hin wird es allerdings sehr spannend – denn es geht in die Arena. Hier fließt Blut und die großen Emotionen kommen zum Tragen. Das Meiste, das in diesem Buch eine Rolle spielt ist neu und logisch aneinandergebunden. Es gibt die Guten, die Bösen, die scheinbar Bösen, die eigentlich gut sind und natürlich die Götter. Das ist ein Thema, bei dem ich ein bisschen vorsichtig bin. Gelungen ist die Zusammensetzung der Götter. Es spielen nämlich nicht nur die griechischen eine Rolle, sondern auch germanische und asiatische usw. Dennoch scheint es so, als wenn die griechischen Götter die wichtigsten wären und das war irgendwie ein bisschen platt. Schließlich gibt es unter verschiedenen Religionen keine Rangordnung. Aber gut. Für jemanden, der es sehr ernst mit den griechischen Göttersagen nimmt, kommen ein paar Punkte nicht hin. Zum Beispiel waren den Göttern ihre Kinder völlig egal. (Stichwort: Ares und Aphrodite als happy family?“ Ähm..nope.) Das fiel mir zwar negativ auf, beeinflusste den Leseprozess aber nicht. Etwas platt sind auch manche Formulierungen und Handlungswechsel. Wie ich schon sagte, kann man manche Handlungssprünge voraussehen. Und wenn dann auch noch eine Formulierung wie die folgende kommt, kann ich nur den Kopf schütteln:
„‘Quinn, du bist mutig, intelligent und du bist unglaublich attraktiv. Ich verstehe nicht, warum du denkst, du seist nicht gut genug für mich.‘“ (55%)

Vielleicht werde ich einfach zu alt für manche Geschichten. Aber hier sind echt ein paar zu viele Vorurteile platziert… Die Liebesgeschichte in „Isle of Gods“ ist allerdings sehr süß und hat mir gut gefallen. Insgesamt gibt es einen Themenmix aus Mut, Stärke, Zusammenhalt, Kampf, Liebe, Freundschaft und Familie. All diese Themen spielen eine Rolle und sind sinnvoll eingearbeitet. Der Schreibstil ist flüssig und sehr jugendlich. Er passt zu Isbal. Allerdings ist Isabel ein wenig naiv und das spiegelt sich auch im Stil wieder.

Fazit



Insgesamt konnte ich mich mit „Isle of Gods“ wunderbar entspannen und eine schöne Geschichte in einer tollen Kulisse genießen. Die Themen haben mir sehr gut gefallen, allerdings gibt es auch viele Ereignisse, die voraussehbar sind. Die Darstellung der griechischen Götter war ebenfalls nicht ganz so gut, allerdings muss ich die innovative Idee der Autorin loben, denn das Konzept ist klasse! Ein etwas anderer Fokus wäre manchmal gut gewesen, aber auch so bleibt Isbals Geschichte sehr schön und wird von mir mit 3,5 Spitzenschuhen belohnt.


11. April 2017

Urlaubspause: Thailand, ich komme! :)

Hallo ihr Lieben!


"Ich bin dann mal weg", würde Harpe Kerkeling wohl sagen. Ich sage einfach nur: Ich bin urlaubsreif, aber sowas von. In den letzten Wochen habe ich hart an meiner Masterarbeit gearbeitet, mich mit meinem Sportverein gestritten, an zwei Schulen unterrichtet und auch in meinem Nebenjob gearbeitet. Ich habe 8 Kinder-Duos, 3 Solos, eine Smallgroup und eine Formationsshow choreographiert und geteacht. Und nebenbei immer wieder ein schönes Buch gelesen und rezensiert. :)
Ich bin fertig. 
Und zwar richtig.
Ich brauche Urlaub - ganz, ganz dringend!

Und deshalb will ich euch eigentlich nur sagen, dass ich heute genau das machen werde. Ich fliege in den Urlaub! Jaaah! Lange und demotivierende Vorrede und tolle Pointe. Heute geht es für mich und meinen Freund über viele Umstiege und verdammt viele Stunden nach THAILAND! Ich freue mich so unglaublich und hoffe, dass ich mich richtig entspannen kann. Dass ich all den Stress der letzten Wochen hinter mir lassen und mich erholen kann. Ich weiß, das klingt voll übertrieben. Aber in unserer heutigen, schnellen und hektischen Welt, sind genau diese ruhigen Wochen bitter nötig, um neue Kraft zu tanken.
Natürlich werde ich tausende Fotos machen und einen Reisebericht im Gepäck haben. Wir werden Land und Leute erkunden, allerdings die meiste Zeit faul am Strand rumliegen. Und was gäbe es da Schöneres, als zu lesen?! Genau, nichts! Insgesamt haben wir 25 Bücher im Gepäck (davon gehören nur 12!!! mir - mein Freund hat ein Buch mehr eingepackt!), es sollte also an Lesestoff nicht mangeln. Was haltet ihr von meiner Urlaubslektüre, die ihr auf dem Bild sehen könnt? Meint ihr 12 Bücher ist ein zu hohes Ziel?! :D




Mit diesem Post will ich mich also eigentlich nur für die nächsten zwei Wochen verabschieden. Denn ich habe tatsächlich Rezensionsverbot. Kann man es denn fassen? Mein Freund hat mir untersagt, auch nur eine Rezension zu tippen. Daher habe ich ein Notizheft dabei und hoffe, dass ich die meisten Rezensionen nachholen kann ;) Wundert euch also nicht, dass ich in den nächsten zwei Wochen nichts posten werde. Ihr wisst, wo ihr mich findet. Irgendwo in der Wildnis. Hoffen wir, dass ich die Flüge überlebe. Es sind 5 Stück an der Zahl...und ich habe schreckliche Flugangst...


Ich wünsche euch allen also schon einmal schöne Ostertage und viel freie Zeit für eure Familien! Vielleicht fährt der ein oder andere von euch ja auch in die Ferne?


Alles Liebe,
eure Julia

10. April 2017

Rezension: "Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken" von Sabaa Tahir


Titel: Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
Autor: Sabaa Tahir
Verlag: One (by Lübbe)
Preis: 16,99€
Seiten: 512

Es gibt alle paar Jahre Bücher, denen man sich einfach nicht entziehen kann, selbst wenn man es wollen würde. Diese Bücher gehen durch alle Medien, werden gehypet, diskutiert und oft auch angebetet. Man will gar nicht auf den Zug aufspringen, doch der Widerstand lässt nach. Und so greift man zu diesen ominösen Büchern. Das Tolle daran? Man wird eigentlich nie enttäuscht!
Für mich war „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ ein solches Buch. Das Thema, das Cover, die Kritiken: Alles sprach dafür, dass man dieses Buch kennen sollte. Also kam der Tag, an dem ich mich in die Geschichte der beiden verschiedenen, aber überaus sympathischen und ehrlichen Charaktere begab – und es, wie angesprochen, einfach nicht bereuen konnte. „Elias & Laia“ ist eine tiefgründige Geschichte mit viel Moral und einer besonderen Dosis Liebe. Nicht nur die klassische und wahre Liebe (, die ehrlich gesagt sehr kurz kommt), sondern vielmehr die Liebe zum Leben, zu seiner eigenen Seele und natürlich die Familienliebe. Eine berührende und spannende Geschichte: Großartig!


Klappentext


Wie überlebt man in einer Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen? Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft.
Während Elias in der berühmten Militärakademie von Schwarzkliff dazu ausgebildet wird, als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste von Schwarzkliff vor. Dort trifft sie auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste ...

Meinung



Schon bevor ich mit dem Lesen begann, konnte die Autorin mich wahrlich berühren. Sie hat ein Vorwort verfasst, in dem sie ihre Gründe, das Buch zu schreiben, darlegt. Es hat den tiefgehenden Grund der Geschwisterliebe. Aber auch Politik und Ehrlichkeit spielen eine Rolle. Eine Botschaft des Kampfes. Und wenn man all diese Dinge, die Tahir im Vorwort schreibt, im Hinterkopf behält, dann wird einem vor Augen geführt, wie wahr das Grundgerüst von „Elias & Laia“ ist. Dieses Grundgerüst ist sehr gut und detailliert erarbeitet. Die Welt, die die Autorin erschafft ist sehr authentisch und glaubhaft. Ein Imperium, das regiert wird. Ein Volk, das unterjocht wird. Eine Elitearmee, die für seine Gnadenlosigkeit bekannt ist. Eine kleine Gruppe von Menschen, die sich wehren will und dabei selbst nicht immer zu den richtigen Mitteln greift. Dazu eine kleine Prise der orientalischen Welt, samt all ihrer Geschichten und Mythen. Und schon befindet man sich mitten in Serra, der Stadt der beiden Protagonisten. Die Autorin schreibt mit Liebe zum Detail. Die Beschreibungen werden nicht langatmig, aber sie sind lang genug, damit das Kopfkino beginnt. Wie schon erwähnt, wird die Welt genau dadurch so lebendig und glaubhaft.
Was mir an diesem Buch so unglaublich gut gefiel, ist die Trennung der beiden Charaktere und die unvorhersehbare Handlung. Immer, wenn ich dachte, dass die logische nächste Szene so und so aussehen müsste, überraschte das Buch mich. Es kam ganz anders und Wendungen traten ein, mit denen ich niemals gerechnet hatte. So ist das Buch absolut spannend gehalten und sehr abwechslungsreich. Hinzu kommt der tolle rote Faden. Anfangs dachte ich, dass Laia nach Schwarzkliff kommen würde, Elias trifft, die beiden verlieben sich und er rettet sie irgendwie. Aber weit gefehlt. Die beiden und das, was zwischen ihnen steht, ist niemals der Handlungsfokus. Vielmehr schreiben beide ihre eigene Geschichte, in der der jeweils andere vorkommt. Doch nicht etwa, weil sie unsterbliche Liebe verbindet, sondern vielmehr wegen einer gewisse Grenze, einem Vorurteil. Natürlich hat Laia eine besondere Bedeutung für Elias. Er fühlt sich zu ihr hingezogen. Doch wirklich romantisch wird es selten. Vielmehr führt Laia ihm vor Augen, was wahre Freiheit ist und die Bedeutung der eigenen Seele und des eigenen Kampfes. Elias hingegen ist für Laia das Symbol des Imperiums – des Schreckens, der Gewalt, der Grausamkeit. Er ist eine Maske, also die schlimmste Art von Mensch, die es nur geben kann. Doch nur durch ihn kann sie lernen mutiger zu werden und für ihre Ziele zu kämpfen. Und natürlich gibt es da diese Anziehungskraft, die natürlich gar nicht da sein dürfte...
Die beiden Charaktere sind sehr interessant. Laia ist anfangs schüchtern, ängstlich und farblos. Doch in ihr steckt eine Kämpferin. Ich fand es sehr gut, wie Tahir ihren Wandel beschreibt, denn dieser geht sehr langsam von Statten. Laia wächst mich jedem Schritt. Sie geht in den Dienst der Kommandantin von Schwarzkliff und weiß, dass sie Schmerzen erleiden muss. Denn bei der Kommandantin überlebt eine Sklavin nicht lange. Für Laia ist diese Situation unbeschreiblich schrecklich, denn immer schon war sie frei. Doch nun wird sie unterworfen, muss gehorchen und aus ihren Fehlern lernen – denn ansonsten wartet der Tod. Laia beweist wahre Stärke und vor allem eines: Geschwisterliebe. Wie weit würden wir für unsere Geschwister gehen? Das fragte ich mich des Öfteren. Und ich hoffe sehr, dass auch ich so stark wäre, wie Laia es ist. Sie ist eine tolle Protagonistin. Sie bringt eine gewisse Ironie mit und weiß zu überzeugen.
Elias ist für mich aber der wahre Held der Handlung. Er ist der beste Schüler von Schwarzkliff, was einhergeht mit dem grausamsten Kämpfer überhaupt. Doch nicht nur sein Berufsstand heißt „Maske“, er trägt auch im wahren Leben eine, hinter der er sich versteckt. Denn er will dieses Leben nicht. Er will keine unschuldigen Menschen töten und nicht nach den Gründen fragen. Er will frei sein. Sehr früh teilt er dem Leser bereits mit, wie es in seiner Welt läuft:
„Aber Sicherheit ist eine Illusion, von der ich weiß, dass man ihr nicht trauen darf.“ (S. 19)
Elias muss misstrauisch sein, sein wahres Gesicht verstecken, sich verstellen. Und gleichzeitig will er er selbst bleiben – ein überaus schwieriges Unterfangen. Elias ist ein unglaublich starker Charakter und er eroberte mein Herz im Sturm. Wie Laia auch besitzt er einen gelungenen Humor. Ich musste so laut auflachen, als ich die folgende Passage las. Laia wurde schwer verletzt und hätte beinahe nicht überlebt. Elias konnte sie aus dieser Situation retten und macht sich nun Sorgen, ob er sie unauffällig besuchen könnte:
„Ich kann ihr etwas mitbringen, etwas Kleines. Blumen? Ich sehe mich auf dem Schulgelände um. In Schwarzkliff gibt es keine Blumen. Vielleicht schenke ich ihr einen Dolch. Hier gibt es reichlich davon, und der Himmel weiß, dass sie einen gebrauchen kann.“ (S. 370)
Wie urkomisch ist es bitte, dass ein Mann zuerst an Blumen und sofort danach an einen Dolch als Geschenk denkt?! Welch niedlicher Sprung – ist ja auch fast dasselbe. Herrlich. Welche Frau würde sich nicht über einen Dolch auf dem Küchentisch freuen, wenn ihr Mann ihn mitgebracht hat?!
Aber natürlich ist die Situation nicht vergleichbar und Laia könnte wirklich einen solchen Dolch gebrauchen.
Es gibt noch viele weitere Charaktere, die einen genaueren Blick wert wären. Etwa Helena, Köchin, Izzy, Kinan, Mazen, die Kommandantin oder Marcus. Über jeden einzelnen könnte ich noch seitenlang schreiben, aber ich sollte zum Ende kommen. Nur ein paar kurze Worte. Helena ist Elias beste Freundin und sieht nicht alles wie er. Sie ist die perfekte Maske und sie kämpft an Elias Seite in den vier Prüfungen der Auguren. Denn das ist eigentlich die Handlung des Buches. Ein neuer Imperator soll ausgerufen werden und die Auguren – eine Art allwissende Truppe, die nicht sterben kann und Prophezeiungen raushaut – bestimmen vier Anwärter. Diese vier Anwärter müssen vier Prüfungen bestehen – auf Leben und Tod. Wer diese gewinnt, wird neuer Imperator. Das macht Helena und Elias zu Verbündeten und gleichzeitig zu Feinden. Diese vier Prüfungen sind unglaublich und weckten in mir sehr emotionale Reaktionen. Ich konnte nicht glauben, was ich las, als es zur dritten Prüfung ging. Also, Achtung! Das Buch ist zu einem gewissen Teil auch grausam! Es ist emotional! Es ist traurig! Es ist hart – wie das Leben. Und es ist gnadenlos – wie der Tod. Es geht um alles. 
Jede Nebenfigur fügt sich sehr gut in die Handlung und erzählt eine wichtige Geschichte. Ich fand in diesem Buch wirklich nichts überflüssig. Der Schreibstil ist toll und man kann sehr gut erkennen, ob gerade Laia oder Elias erzählt. Beide haben einen anderen Stil, eine andere Art zu erzählen. Die Kapitel sind immer im Wechsel verfasst. Und eigentlich will man immer bei der Sicht bleiben, wenn sie wechselt, weil es gerade so spannend ist. Mit diesem Wechsel macht die Autorin also alles richtig.

Fazit



„Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ ist ein tiefgründiges, durchdachtes, spannendes und emotionales Buch. Die Geschichte und deren Moral sind transparent und einfach großartig. Dieses Buch vermittelt eine Botschaft, verpackt in eine tolle Jugendbuchreihe, die sicher sehr spannend weitergehen wird. Liebe spielt eine große Rolle. Aber Liebe auf jedwede Art. Elias und Laia haben noch so viel Potenzial und ich bin sehr gespannt, was Sabaa Tahir mit den beiden noch alles anstellen wird. Von mir bekommen sie starke fünf Spitzenschuhe und eine große Portion Glück für das Gelingen ihres anstehenden Abenteuers. Denn ich freue mich sehr auf Band zwei!



8. April 2017

Rezension [Hörbuch]: "Star Wars Episode II - Angriff der Klonkirger" von R. A. Salvatore


Titel: Star Wars Episode II - Angriff der Klonkriger
Autor: Robert A. Salvatore
Sprecher: Philipp Moog
Verlag: Randomhouse Audio
Preis: 13,89€
Seiten: 352
Dauer; 10 h 46 Min.

Es gibt Paare, die beeinflussen uns. Vor allem wir Mädels haben unsere Lieblingsliebespaare die der Literatur oder dem Filmgeschäft entspringen. Zu meinen Favoriten zählen hier ganz eindeutig Anakin Skywalker und Padmé Amidala. Ich war noch ein ziemlich kleines Mädchen, als die drei jüngeren Star Wars Episoden in die Kinos kamen. Aber mein Herz hängte sich an Anakin und mein Heulanfall war groß, als ich Episode III anschauen musste. Und deswegen gucke ich diesen Film seitdem nicht mehr. Stattdessen vergöttere ich Episode II und die Liebesgeschichte, die in ihr erzählt wird. Natürlich ist sie der entscheidende Teil des großen Ganzen, der zur dunklen Seite der Macht führt. Aber das kann man im Film ja ausblenden.
Nachdem ich Episode I als Hörbuch hörte, musste ich direkt mit Episode II weitermachen. Philipp Moog ist ein wahnsinnig guter Sprecher und ich wollte mich wieder im Star Wars Universum verlieren. Aber Achtung! Episode I und II haben vollkommen verschiedene Handlungsfokusse und sind daher nur schwer vergleichbar. Action gibt es in beiden Hörbüchern eine ganze Menge und das Mysterium der Macht bleibt natürlich bestehen. Doch nun schleichen sich immer wieder die düsteren Züge ein und die Liebesgeschichte nimmt sentimentale Töne in Anspruch – Dinge, die es in Episode I nicht gab. „Angriff der Klonkrieger“ ist ebenso wie sein Vorgänger ein Abenteuer, doch eines, mit einer tieferen Bedeutung. Das Hörbuch ist nicht ganz so spannend, wie das erste. Und dennoch gefiel es mir außerordentlich gut!


Klappentext


10 Jahre sind vergangen, seit Anakin Skywalker in den Orden der Jedi aufgenommen wurde. Er ist erwachsen geworden und die Macht in ihm wird immer stärker. Seine Fähigkeiten werden auf die Probe gestellt, als Anakin und sein Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi nach Coruscant gerufen werden, um Prinzessin Padmé Amidala nach einem Mordanschlag zu beschützen. Doch der Anschlag ist erst der Anfang, die dunkle Seite wird immer mächtiger und verschleiert den Blick der Jedi auf die Zukunft. Sie erkennen die Pläne und das doppelte Spiel des düsteren Darth Sidious nicht …


Meinung


Dieses Hörbuch hat mehrere Handlungsstränge und die Vorlage ist wieder parallel zum Film geschrieben worden. Das Hörbuch entspricht somit dem Drehbuch in Teilen. Aber denkt nicht, dass deswegen nichts Neues in diesem Hörbuch vorkommt. Robert A. Salvatore, der Autor des dazugehörigen Buches, gibt mit Hilfe von Szenen, die nicht im Film gelandet sind, Einblicke in das Gefühlsleben der Figuren. Wir erfahren viel mehr über Padmés und Anakins Innenleben. Man kann die Handlungen im Film einfach so viel besser nachvollziehen, da man die Gedanken kennt. Das trifft auf alle Figuren zu. Obi Wan ist eine von ihnen, aber selbst Dinge, die um Yoda herum erklärt werden, sind so einleuchtend, dass man sich fragt, wieso man während des Films nie darauf kam. Somit war das Kennen des Hörbuchs für mich eine absolute Bereicherung und ich werde beim nächsten Mal, wenn ich mir den Film ansehe, immer an diese besonderen Einblicke denken. Vor allem was die Liebesgeschichte betrifft, erhellen diese Szenen das Geschehen. 
Die angesprochene Liebesgeschichte nimmt einen großen, aber relativ ruhigen Teil der Handlung ein. Die Szenen auf Naboo zwischen Anakin und Padmé haben wenig „Star-Wars-Typisches“ und werden deswegen vielleicht auch als langweilig empfunden. Ich habe diese Szenen sehr genossen, da gerade diese Geschichte der Grund für meine Liebe zu Episode II ist. Allerdings ist es schwer für Philipp Moog diese Szenen richtig zum Ausdruck zu bringen. Ich finde, dass er Padmé immer ein bisschen schnippisch liest, aber ich glaube auch, dass es mehr als schwer ist, eine solche Frau als Mann zu sprechen. Das hat mich jedenfalls ein wenig gestört. Anakin und Obi Wan hingegen verleiht Moog wieder unglaubliche Intensität. Bei Obi Wan ist das natürlich auch nahe liegend, da er diese Figur im Film synchronisiert, aber sein Lesen ist dennoch herausragend. Als Ja Ja Bings am Anfang auftritt, musste ich laut lachen, da der Gangen so lustig gelesen wird. Die Emotionen stimmen auf jeden Fall und die Stimme verleiht dem Hörbuch den richtigen Schliff. An einer Stelle musste ich sogar weinen, weil es so traurig und emotional war.
Aber ich wollte eigentlich auf die Handlungsstränge aus. Da wäre zum einen die Liebesgeschichte. Dann die Geschichte um das Attentat auf Senatorin Amidala, was mit der Klonarmee auf Kamino einhergeht. So kommen wir natürlich zur Geschichte von Jango Fat. Und als wenn das noch nicht genug wäre, tauchen immer wieder Passagen von Anakins Mutter auf, wie sie auf Tattooine lebt. Diese Szenen sind wichtig, aber auch nicht allzu aufregend. Die Geschichte springt viel hin und her und man kann nur den Überblick bewahren, weil man sie bereits kennt. Wie auch im ersten Hörbuch sind es vor allem die spannenden Szenen, die gar nicht so lang sind. Dies ist ein offensichtliches Mittel, damit sie eben auch spannend bleiben. So nimmt zum Beispiel der Kampf in der Arena relativ wenige Hörabschnitte ein. 
Richtig gut werden aber die Zusammenhänge der Geschichte im Hörbuch deutlich. Wer steckt hinter was und wer beabsichtigt welche Reaktion davon? Im Film scheint das nicht immer klar, doch hier kann man durchblicken. Auch wirklich gut dargestellt sind die Momente, wenn die dunkle Seite auftaucht. Salvator beschreibt diese Szenen sehr gut und man versteht alles einfach viel besser. Aber ich beginne mich zu wiederholen.
Wer Lust hat, sich in ein Abenteuer zu stürzen, das aber auch einige ruhige Seiten aufweist, ist hier genau richtig! Die Liebe steht absolut im Vordergrund und man kann den Wandel von Anakin nachempfinden. So wird er auf gewisse Weise auch an manchen Stellen unsympathisch, was für mich, als wahren Fan, nur schwer erträglich war. Aber so bleibt die Geschichte authentisch!

Fazit




Spannung, Intrigen und vor allem Liebe und Hass sind die Komponenten von „Star Wars Episode II – Angriff der Klonkrieger“. Wer den Film mag, wird das Hörbuch lieben. Zusammenhänge, die dem Zuschauer nicht unbedingt bewusst sind, werden aufgezeigt und die Handlung so viel transparenter. Viel Aufmerksamkeit wird auch Anakin, seinem beginnendem Wandel und vor allem seiner Liebe zu Padmé und seiner Mutter gegeben. Philipp Moog ist ein phänomenaler Vorleser, der den Zuhörer sofort mit in sein Universum nimmt. Lediglich seine Interpretation von Padmé gefiel mir nicht so gut. Dafür interpretiert er andere Rollen grandios. Ich vergebe 4,5 Spitzenschuhe für dieses galaktische Hörbuch. Ob ich mich aber an Episode III wage, ist ungewiss. Schon in diesem Hörbuch hatte ich Tränen in den Augen, als Anakin sich der dunklen Seite nähert. Schaffe ich es, seinen kompletten Wandel mitanzuhören?! Wenn ja, dann nur unter einem Umstand: Die Macht muss mit mir sein!