23. Oktober 2017

Rezension: "Enter the Black - Das Vermächtnis der Zwielichtgeborenen" von T. K. Alice


Titel: Enter the Black - Das Vermächtnis der Zwielichtgeborenen
Autor: T. K. Alice
Verlag: Selfpublish
Preis: 2,99€/ 13,99€
Seiten:424

Durch Zufall wurde ich bei lovelybooks auf ein Buch aufmerksam. Hierbei handelt es sich um eine düstere Geschichte, die mit Spannung und Fantasy wirbt. Mein Interesse war geweckt und so stieß ich zur Leserunde von „Entert he Black – Das Vermächtnis der Zwielichtgeborenen“ von T.K. Alice. Anfangs hatte ich deutliche Probleme mit dem Buch. Es dauert sehr lange, bis die Welt, die die Autorin sich vorstellt, aufgebaut ist und die eigentliche Geschichte beginnen kann. Zum Ende hin wird das Buch aber gut und kann den Leser fesseln. Die Geschichte hat auf jeden Fall Potenzial und man möchte wissen, wie es weitergeht. Ein paar Schwächen gibt es aber trotzdem.

Schatten der Vergangenheit - Eine junge Künstlerin; etwas chaotisch, ein wenig sozial verarmt, aber doch lebensfroh auf ihre eigene Art - so könnte man Annie beschreiben. Sie liebt, sie lebt und sie ist stolz auf das, was sie tut, selbst wenn sie manchmal ein wenig schüchtern sein mag. Doch unter der farbenfrohen Oberfläche, lauern tiefsitzende Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wozu bin ich hier? Und die Antworten auf diese Fragen, könnten sie vielleicht sehr bald mehr kosten, als sie zu geben bereit ist...
Ich gebe zu, dass ich mir unter dem Klappentext nicht viel vorstellen konnte. Er verrät ja auch nicht allzu viel. Das düstere Cover dazu machte mich aber neugierig. Und so begann ich in die Geschichte von Anni abzutauchen. 
Der Prolog ist sehr interessant und bildet daher einen sehr guten Einstieg ins Buch. Danach lernen wir die quirlige und auch etwas sonderbare Protagonistin Anni kennen. Sonderbar, weil sie kein typischer Teenager ist. Sie weiß sehr genau, was sie will und ist künstlerisch  begabt. Ihre Bilder sind immer sehr dunkel und düster - das absolute Gegenteil von ihrer Person. Denn Anni liebt es sich bunt und ungewöhnlich anzuziehen und zieht mit ihren kurzen rosa Haaren manche Blicke auf sich. Insgesamt empfand ich ihren Alltag als ziemlich merkwürdig und deswegen fiel mir der Einstieg ins Buch sehr schwer. Ihre Eltern, ihre Schule und ihre Vorlieben werden vorgestellt, bis sich merkwürdige Dinge in Annis Leben häufen. Und immer wieder sieht sie diese schwarze Krähe…
Diese Elemente sorgten schon zu Beginn für Spannung, doch bis zur Hälfte des Buches konnte diese nicht ganz durchgehalten werden. Immer wieder werden Kapitel zur Ausschmückung der Geschehnisse verwendet. Das ist auch nicht verkehrt, zog sich nur einfach sehr in die Länge. Neben Anni werden zwei andere Personen genauer betrachtet. Das ist zum einen Annis Freundin Liv, die ebenso strange ist, wie Anni und daher bilden beide ein tolles Team. Anfangs konnte ich Liv überhaupt nicht durchschauen, doch mit der Zeit wuchs sie mir ans Herz. Sie sorgt für Furore und weist genügend Unterschiede zu Anni auf, damit die Beziehung zwischen ihnen spannend bleibt. Zum anderen ist das Annis Kunstlehrer Mr. O’Farell. In einer düsteren Geschichte muss es natürlich dubiose Charaktere geben und Darren O’Farell zählt auf jeden Fall zu ihnen. Was will der Lehrer von Anni? Und wieso fühlt sie sich zu ihm hingezogen? Letzteres ist übrigens nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass der Kunstlehrer sehr jung ist und Anni viel Aufmerksamkeit zukommen lässt. Aber so wird der Leser auch schnell auf die Fährte geführt, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Nach und nach baut die Geschichte sich auf und zum Ende hin tauchen immer mehr Fantasyelemente auf. Ich muss sagen, dass mir das Buch ab einer bestimmten Stelle viel besser gefiel. Sobald T. K. Alice ihren Fokus gefunden hat und die Idee langsam deutlich wird, wird es spannend. Anni muss sich beweisen und erfährt immer mehr über eine Welt, die nur wenige kennen und die von den „Schatten“ beherrscht wird. Ich glaube, dass Teil zwei der Reihe sehr gut werden kann, denn „Das Vermächtnis der Zwielichtgeborenen“ hat auf jeden Fall den Grundstein gesetzt. Diese Grundsteinsetzung dauerte aber sehr lange und verwirrt den Leser an mehr als einer Stelle. Eigentlich ist der Stil der Autorin gut und sie schreibt flüssig und spannend. Das emotionale Innenleben von Anni wird sehr deutlich und durch kursive Sätze im Text immer wieder unterstrichen. Meiner Meinung nach wäre das nicht unbedingt nötig gewesen, da Annie sowieso die Ich-Erzählerin ist, aber nach einer Weile störte es mich auch nicht mehr. Lediglich ein Zeitsprung im Buch hat mich gestört, auch wenn ich ihn als erzählerisches Mittel nachvollziehen kann. Spannend bleibt das Buch vor allem am Ende und ein fieser Cliffhänger sorgt dafür, dass der Leser wissen will, wie es weitergeht. Es gibt so viel, das noch unbeantwortet ist, so viele Geheimnisse, die noch gelüftet werden müssen… Denn auch wenn man nach Lesen des Buches viel mehr über die anfänglichen Fragen weiß, so ist doch das wichtigste immer noch nicht klar: Wer ist Anni?


„Entert he Black – Das Vermächtnis der Zwielichtgeborenen“ ist ein interessanter Auftakt mit einer wirklich guten Idee. Die Autorin ist sehr sparsam mit Andeutungen auf das große Ganze und deswegen erschließt sich ihre Welt dem Leser nur mit unglaublicher Langsamkeit. Gerade am Anfang muss man einfach dran bleiben, denn die letzten 150 Seiten sind wirklich klasse und deuten das gesamte Potenzial der Reihe an. Denn sobald der Fantasy-Fokus deutlich wird, wird es spannend und innovativ (, wenn auch manchmal kompliziert). Die Charaktere sind alle sehr sympathisch und verrückt, aber auch düster genug, um in diese Geschichte zu passen. Manchmal musste ich mich zum Lesen zwingen, doch dann konnte mich das Buch durchaus überzeugen. Ich hoffe, dass T. K. Alice im zweiten Teil ihren Fokus schnell findet und all die gelegten Fäden zusammenziehen kann. Mir fällt die Wertung zwischen 3,5 und 4 Spitzenschuhen schwer, also runde ich einfach auf 4 Spitzenschuhe in schwarz auf – passend zur Geschichte.



21. Oktober 2017

Meine Frankfurter Buchmesse 2017: Von (Signier-)Schlangen, Kakerlaken und anderen buchigen Tieren :)

Hallo ihr Lieben!


Auch ich melde mich zurück aus dem Messeblues! Wie viele andere zog es mich letzte Woche nach Frankfurt zur Buchmesse, ich habe viel erlebt und hatte Unmengen an Spaß! Insgesamt war es meine vierte (!) Buchmesse und ich muss wirklich sagen, dass es umso besser wird, desto öfter man bereits auf einer Messe war.
Ich bin keine übergroße oder bekannte Bloggerin, weshalb ich euch leider nichts von Treffen mit Jennifer L. Armentrout oder Cassandra Claire erzählen kann. Auch hatte ich wenige private Termine, aber für mich persönlich war die Messe trotzdem absolut toll :) *:*

Zwischenstatement
Erst als ich wieder zu Hause war, hörte ich, dass noch so einiges Andere auf der Messe abging. Ich persönlich habe nichts von der rechten Szene mitbekommen und ich bin auch froh, dass mir niemand davon begegnet ist. Ich kann mich zu den Vorfällen nicht äußern, bin aber sehr betrübt, dass die Buchmesse sich zurecht diesen Vorwürfen stellen muss.


Freitag


Da ich ab Februar ins "richtige" Berufsleben einsteigen muss, wollte ich meine Zeit nutzen und die Messe bereits am Freitag besuchen. Kann ich schließlich nicht mehr machen, wenn ich Lehrerin bin ("So liebe Schüler, Donnerstag und Freitag fällt der Unterricht aus, weil ich zur Buchmesse muss" ;) )
Daher fuhr ich früh am Morgen mit dem Auto los. Ich hatte mich relativ kurzfristig entschlossen, zur Messe zu fahren, weshalb eine Zugfahrt wegfiel. Habt ihr mal gesehen, wie unverschämt teuer die Deutsche Bahn sein kann?! O.o Das Auto war auf jeden Fall die günstigere Lösung und so fuhr ich um 4 Uhr morgens los, damit ich auch pünktlich um 11 Uhr bei meinem ersten Termin sein würde. Es war gar nicht schlecht, dass ich sooo früh losfuhr. Ich hatte das Glück 52 Kilometer hinter einem Gefahrentransport mit 70 km/h herzuschleichen, weil es nur zwei Spuren gab. Der Tag begann absolut großartig...nicht...

Aber als ich dann ankam, fand ich auch schnell mein Hotel. Den dazugehörigen Parkplatz zu finden, gestaltete sich da schon schwieriger...aber auch das schaffte ich. Blöderweise ist mein Auto nun um ein paar Kratzer reicher. Diese verdammte Säule. Das war alles so eng :( Zum Glück ist mein Freund kein großer Autoliebhaber...es war seins :D


Zu 10 Uhr schaffte ich es dann auf die Messe. Ich war so froh, dass ich sie bereits im letzten Jahr besucht hatte, denn so fiel mir die Orientierung sehr viel leichter! Ich fand direkt meinen Weg in Halle 3 und diese sollte ich in den nächsten 48 Stunden auch kaum verlassen...
Anfangs schlenderte ich ein wenig durch die Halle und sammelte fleißig Goodies. Ich war eigentlich schon zu spät dran für das erste Event, das mich interessierte. Trotzdem fand ich meinen Weg zum "Buchalarm"-Stand, an dem ich noch des Öfteren vorbei kommen sollte. Die beiden Autoren Clara Gabriel und Haroon Gordon interviewten am frühen Freitagmorgen Ursula Poznanski. Es war gar nicht so voll, wie ich annahm und so blieb ich stehen und lauschte dem toll geführten Interview. Poznanski sprach über ihr neues Buch "Aquila". Zufällig habe ich genau dieses Buch als Hörbuch auf der Fahrt nach Frankfurt gehört. Und es ist so wahnsinnig gut!! Ich konnte beide Buchmesse-Tage kaum an etwas anderes denken, als diese geniale Story! Deswegen war es toll, noch mehr von den Hintergründen zu hören. Ich wäre gern noch länger geblieben, auch um mir eine Signatur abzuholen, aber mein Termin mit dem Dryas-Verlag kam dazwischen.



Viele kennen Dryas leider gar nicht, aber ich finde diesen schnuckeligen Verlag einfach nur toll! es gibt richtig gute Krimis im Programm und ich liebe die Bakerstreet-Romane. Das Bloggertreffen war mein einzig fester Termin am Freitag und ich freute mich riesig, war aber auch ziemlich nervös. Dryas lebt quasi mit Plaisir d'Amour in Symbiose. Beide Verlage gehören zusammen und deswegen wurde auch das Bloggertreffen gemeinsam veranstaltet. Natürlich musste man erst einmal seine Nervosität überwinden, aber die Verlagsmitarbeiter und Autoren waren alle einfach nur spitze. Schnell kam ich mit Stefanie Johann ins Gespräch, die man auch unter dem Namen Ivy Paul kennt. Bisher habe ich noch nichts von ihr gelesen, aber sie ist eine super sympathische und quirlige Person, was das Gespräch so viel leichter machte :)

Ich hatte sehr viel Spaß beim Bloggertreffen und konnte schon mal ein wenig ins neue Programm schnuppern. Außerdem habe ich neben Ivy Paul auch die beiden Autorinnen Vivian Hall und Linda Mignani kennen gelernt. Linda hat mir ein wahnsinnig tolles Goodiepaket mitgegeben, das ich erst im Hotel öffnete. Ich habe nicht schlecht gestaunt, ein bisschen gelacht und mich dann nur noch gefreut :D Denn im Paket war unter anderem ein total tolles Duschgel von Nivea...das ist sicher anregend ;) Außerdem befanden sich zwei kleine Packungen Giotto im Päckchen. Erst später erfuhr ich, dass Lindas Hund "Giotto" heißt und das macht das Goodiepaket für mich noch viel liebenswerter! Danke dafür!
Beim Bloggertreffen begegnete mir auch direkt ein bekanntes Gesicht. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Panik hatte, so ganz allein auf eine Buchmesse zu fahren. Ganz ohne Freunde. Machte den Eindruck, als wenn ich davon keine hätte. Aber das ist ja ein Trugschluss ;)



Ich traf die wundervolle Corinna, von Corinnas World of Books, die ich in Leipzig dieses Jahr kennen lernen durfte. Ich war so froh, als ich mich einfach an ihre Fersen heften konnte! Den ganzen Freitagvormittag haben wir miteinander verbracht und es hat so viel Spaß gemacht! Natürlich machten wir sofort die Fotomaschinen unsicher! So posierten wir zuerst für unser "Gleis 9 3/4 Lesezeichen" von Thalia und danach bei Randomhouse für ein anderes lustiges Erinnerungsfoto. Sind sie nicht schick geworden? :) Corinna und ich liefen so durch die Hallen, tauschten uns aus und verabredeten uns direkt für den nächsten Tag.


Ich schaute dann bei einem Interview zu "Grimms Morde" von Tanja Kinkel vorbei. Das Buch klingt interessant, so komplett fesseln konnte mich das Interview aber nicht.
Im Laufe des Tages traf ich ein paar Menschen, die ich auch unbedingt ansprechen wollte. Das waren zum Beispiel Tanja Voosen oder auch Lisa Rosenbecker und Julia Zieschang. Alle traf ich so zwischendurch auf der Messe und es war echt cool, mit ihnen zu plaudern. Autoren sind eben auch nur Menschen ;)

Nach weiterem Schlendern schrieb ich dann endlich meine liebe Freundin Sabine Schulter an, die sich irgendwo mit ihrem Mann rumtrieb. Nach einer Weile fand ich sie auch endlich und fiel ihr in die Arme! Sabine war der wahre Grund, warum ich die FBM überhaupt besuchte. Seit einiger Zeit ist sie bei Dark Diamonds Autorin und dieses Jahr hatte sie ihre erste Signierstunde. Ich bin zwar kein Fan der absolut ersten Stunde, aber ich würde sagen, zur zweiten Stunde war ich schon anwesend. Ich liebe ihre Bücher, ihre Geschichten und ihre Charaktere. Und dass sie inzwischen weit mehr für mich ist, als eine Lieblingsautorin hat mir die Begegnung in Frankfurt wieder gezeigt! 
Gemeinsam mit Sabine, ihrem Mann und der lieben Alexis Snow machten wir die Messe unsicher. Unser nächstes Ziel? Die Signierstunde von Julia Zieschang :) Ich hatte vor kurzem "Königsblau" gelesen und das Buch so geliebt! Leider wurden nur Teil zwei und drei ihrer Phönix-Reihe verkauft und da ich Band eins nicht kenne, wäre ein Kauf irrational gewesen. Neben Julia hat auch Anna Sophia Caspar signiert. Ich stellte mich brav an und ließ mir statt Bücher eben ein paar Karten und Lesezeichen signieren :) Ist schon doof, ohne Buch in einer Signierstunde zu stehen, aber was soll man machen. Mein Geld war verplant...Auf jeden Fall bin ich durch die Messe ein noch größerer Fan von Julia Zieschang geworden. 

Ich schaffte es leider nicht zum Bloggertreffen vom lit-netzwerk, was eher daran lag, dass ich es einfach nicht gefunden habe. Sehr traurig, aber ich bin offenbar so blind. 
Dafür traf ich aber noch eine andere Bloggerin, die ich erst seit kurzem kenne. Isbel von "Bücherlilien" war zum ersten Mal auf einer Messe. Wir hatten uns vorher verabredet und ich war super froh, dass es geklappt hat. Isbel war erst kurz vorher in Frankfurt angekommen und so wanderten wir zusammen erstmal durch die sich langsam leerende Halle 3.1, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Ich habe mich super mit Isbel verstanden und wir fanden direkt ein paar Gemeinsamkeiten. Der Abendausklang war also topp! Danke, Isbel :)
Die Signierstunde von Tanja Voosen und Stefanie Hasse beobachtete ich nur kurz aus der Ferne, bevor ich beschloss, mich ins Hotel aufzumachen. Schlaf würde mich sicher gut tun ;)

Ich war am Vormittag bereits kurz im Hotel gewesen, der wahre Schock kam aber noch.
Mein Zimmer stank nach kaltem Rauch. Und das ist für einen Nicht-Raucher echt ein schlimmer Umstand. Im Hotel ist es natürlich nicht gestattet zu rauchen, ich habe also keine Idee, wo das herkam. Aber gut, eine Nacht würde ich es schon schaffen. Das Schlimmste war dann aber eine Kakerlake im Badezimmer :'( Jaa...sie kam unter dem Türpfosten hervor...keine schöne Angelegenheit. Kein Schritt mehr ins Badezimmer, ehe nicht der Boden abgeleuchtet wurde...
Mein Hotel war also nicht so bombastisch :D Aber es war ja auch nur Mittel zum Zweck und dafür günstig genug...




Samstag

Am nächsten Morgen ging es wieder zurück zur Messe. Den Tag begann ich natürlich wieder mit einer großen Dummheit. Ich parkte mein Auto an der Messe - aber wohl im falschen Parkhaus. Ich musste nämlich satte 32€ für den Tag zahlen O.o Hallo?! Das sind mindesten zwei Bücher...:'( Es tat weh. Aber gut. Es gab wohl auch günstige Parkhäuser. In meiner verwirrten Verzweiflung, die mich in fremden Städten im Straßenverkehr manchmal befällt, wählte ich einfach das nächstbeste aus. Selbst Schuld.

Vor 10 Uhr genoss ich die noch halbwegs leeren Hallen. Denn ich wusste, dass der Friede bald schon vorbei sein würde. Zu meinem Glück waren eigentlich alle meine Termine in unmittelbarer Umgebung zueinander. Mein Wege waren also kurz ;) Um 10.30 Uhr hatte Stefanie Hasse ihre Signierstunde bei Loewe und ich hatte mein Exemplar von "Schicksalsbringer" dabei - das wollte signiert werden. Da ich früh da war, war ich relativ weit vorn in der Schlange. Beim Signieren konnten wir ein ganz kurzes Gespräch führen, da sie mein Bloglogo wohl erkannt hatte. Naja...daran glauben tue ich ja bis heute nicht, aber schön war es trotzdem :D Außerdem hatte Stefanie auch noch so süße Goodies zu ihrem Buch am Tisch. Ich traute mich dann eine schöne "Schicksalsbringer-Duftkerze" mitzunehmen und freute mich danach ungemein über meinen Mut :D ("Wozu standen die Kerzen sonst darum...jaja, du bist mutig, Julia"). 




Ich war so fix bei der Signierstunde, dass ich sogar noch einen super Platz ergatterte, bevor die Lesung von Marah Woolf bei Oetinger zu "Götterfunke - Hasse mich nicht" losging. Ich hatte den ersten Band gelesen, nachdem mein Freund ihn mir einfach mal vom Shoppen mitgebracht hatte :) Ansonsten hätte ich die Finger von der Reihe gelassen. Aber obwohl ich finde, dass "Götterfunke" deutliche Schwächen hat, kann ich der Geschichte etwas abgewinnen. Und deswegen lauschte ich zuerst der Lesung, die mir gut gefiel und danach kaufte ich direkt Band zwei. Das Buch ließ ich mir natürlich signieren - dazu sind diese Messen doch auch irgendwie da?! Ich fand Marah Woolf auf jeden Fall sympathisch, auch wenn ich ihr vielleicht nicht in jedem Punkt zustimmen würde ;)
In der Signieschlange herrschte auf jeden Fall Krieg. Aber mit Krieg kenne ich mich aus und deswegen war ich auch hier relativ schnell. 



Das freute mich sehr, denn so schaffte ich es um 12 Uhr erneut zum "Buchalarm"-Stand. Dort wurde nämlich ein Interview mit der lieben Anka geführt, die ihr sicher von "Ankas Geblubber" kennt. Ihr Interview war wirklich super, denn Anka hat einfach eine tolle Art, wie man ja eigentlich schon weiß. Nach dem Interview sprach ich dann noch ein paar Worte mit ihr und das war wirklich toll. Denn sie wusste, wer ich bin :D Haha...traurig, dass mich das so gefreut hat :D Egal.


Durch die Zeit, die ich bei Anka verbrachte, verpasste ich dann die Signierstunde von Sandra Regnier, was aber nicht so schlimm war. Ich wollte mir zwar die "Pan-Reihe" signieren lassen, aber ehrlich gesagt, habe ich sie noch gar nicht gelesen. Deswegen konnte ich das verschmerzen. 
Stattdessen traf ich die liebe Corinna wieder und die nahm mich mit zum Ravensburger-Verlag. Bianca Iosivoni las dort aus ihrem Buch "Soulmates - Flüstern des Lichts". Es war wirklich toll und deswegen kaufte ich mir das Buch direkt. Corinna verließ mich kurz, um bei Amazon vorbei zu schauen, aber bald darauf fanden wir uns bei Carlsen wieder. Denn genau dort wollte ich ja unbedingt hin. 



Zuerst standen aber noch zwei weitere Punkte an, auf die ich mich sehr freute! Nachdem Bianca Iosivoni mein Buch signiert hatte (die Frau ist wirklich super sympathisch und ich freue mich aufs Lesen von Soulmates), ging es zurück zu Loewe. Schließlich wollte ich mir mein Hörbuch von Ursula Poznanski ja noch signieren lassen! Die Idee war nur halbwegs gut. Denn durch das Treffen beim Ravensburger Verlag kam ich erst eine Viertelstunde vor Signierbeginn am Stand an - mit dem Ergebnis, dass die Schlange mindestens 300 m lang war. Krass, wie früh sich Leute wegen einer Signatur anstellen. Aber gut. Ich war ja nicht besser, denn ich stand mittendrin. 
Anfangs versuchte ich in meinem ebook weiterzukommen, was auf einer Messe eine wirklich dumme Idee ist. Aufs Lesen kann man sich da jedenfalls nicht konzentrieren. Aber ich hatte Glück. Hinter mir teilte jemand mein Leid. Wir kamen ins Gespräch und verstanden uns super. So lernte ich die liebe Hannah von "Bücherschrank" kennen und durch sie verging die Warterei wirklich super schnell. Insgesamt stand ich in etwa eine Stunde lang an, aber das war okay. Ursula Poznanski war nett, auch wenn die deutlich unter Zeitdruck stand. Für ein Foto mit mir hatte sie aber Zeit und das freute mich sehr :)


Ich verabschiedete mich von Hannah und hetzte zurück zu Oetinger. Denn dort las Andreas Götz um 15 Uhr aus seinem neuen Buch "Bad Boys and little Bitches", was ich persönlich ja sehr interessant fand. Ich habe vom Autor bereits zwei Bücher gelesen und fand beide super! Die Idee hinter seinem neuen Buch klingt spitze und erinnert mich ein bisschen an "Gossip Girl", weshalb ich mir natürlich auch dieses Buch kaufte und es signieren ließ. Andreas Götz ist übrigens ein total niedlicher Typ, der sehr schüchtern zu sein scheint. Aber ich fand das total sympathisch!


Nun endlich ging es zu Carlsen, wo Corinna schon auf mich wartete. Und dort traf ich dann auch das Nervenwrack Sabine :D Sabine war schon ein bisschen nervös vor ihrer Signierstunde...so ein klitzekleines bisschen. Aber das konnte ich natürlich sehr gut nachvollziehen! Ich war zur Unterstützung und zum Fangirlen da. und ich persönlich finde ja auch, dass ich den Job ganz gut machte. Nachdem Sabine mir sagte, ich würde aussehen wie ein Fußballfan mit Bier (ich war eventuell ein bisschen fertig und hatte einen Energydrink in der Hand), musste ich mir nochmal überlegen, ob ich mich in die Signierschlange stellen würde :D Nein, Spaß! Sie war ja nicht weit weg von der Wahrheit und mein Energydrink sah leider wirklich aus wie ein Bier :D

Als es dann so weit war, gab es tatsächlich ein kleine Schlange und Sabine brauchte gar keine Angst zu haben, dass niemand kommen würde. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Cat Dylan und Karin Kratt wurde fleißig signiert. Ich holte mir wieder von allen dreien ein paar Postkarten und Lesezeichen und war damit sehr zufrieden. Mein signiertes Print von "Melody of Eden" stand schließlich schon zu Hause in meinem Regal :)
Tja, und nachdem ich Sabine noch einmal ganz fest gedrückt habe, ging es zurück zu meinem Auto, das ja sicher in der Luxus-Parkgarage abgestellt war. Es sah zwar noch immer so aus wie vorher, aber gut...



Und dann ging es für mich heim nach Bremen! Die Rückfahrt war super, auch weil ich mein Hörbuch weiter hören konnte. Inzwischen habe ich es beendet und es ist wirklich super spannend Die Rezension zu "Aquila" folgt in den nächsten Tagen.



Das war es von meiner Messe! Ich hatte so viel Spaß und das hätte ich niemals erwartet! Ein großer Dank geht hier noch einmal an Corinna, Isbel, das Dryas-Team und natürlich an Sabine! Ich habe auch andere tolle Menschen getroffen und das hat mich sehr glücklich gemacht! Natürlich waren meine Taschen prall gefüllt! 

Insgesamt habe ich drei neue Bücher gekauft und signieren lassen. Zwei mitgebrachte Bücher wurden auch signiert. Und eine Menge Goodies sind auch mitgekommen. Meiner Freundin Elif habe ich ein paar mitgebracht und auch für meine Schüler habe ich fleißig gesammelt. Denn inzwischen stelle ich in meinen Förderkursen tatsächlich ganz gerne mal ein Lesezeichen oder so als Preis in den Raum für denjenigen, der den schönsten Aufsatz schreibt. In der Schule läuft es heutzutage eben nur noch mit Bestechung ;)



Was sagt ihr zu meinem Goodieshaufen?


Ein paar davon sind übrigens auch für euch. Denn im nächsten Monat kommt schon mein zweiter Bloggeburtstag...uuuh....ich bin gespannt. Auf jeden Fall wird es wieder ein Gewinnspiel geben :)
Hier seht ihr noch einmal all die schönen Signaturen und unterschriebene Karten der Autoren, die mit begegneten :) Leider auf dem Kopf...ihr kennt das ja mit den Blogproblemen :D




Jetzt ist aber wirklich Schluss! Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und konntet ein paar Eindrücke gewinnen.

Wart ihr auch in Frankfurt? Was waren eure Highlights? Und seid ihr in Leipzig auf der Messe?



Alles Liebe, 
eure Julia

20. Oktober 2017

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #17

Hallo ihr Lieben!


Heute schreiben wir wieder den 20. eines Monats und obwohl es schon fast Abend ist, bin ich doch trotzdem noch pünktlich dran. Oder was sagst du Karli? Natürlich wird es jetzt Zeit für das SuB-Interview, das ein wenig unter meinem Messebericht leiden musste - der wurde nämlich zuerst geschrieben. Karli hat deswegen schon eine ganze Weile gejammert. Aber eigentlich bekommt er ja seinen Willen (, denn der Messebericht geht erst morgen online ;)). Das traurige Geplänkel wird aber wohl noch eine Weile weitergehen, denn Karli ist wieder richtig groß geworden...ach der arme Schatz...Aber hört selbst ;)



Und schaut natürlich bei der lieben Anna von annasbuecherstapel.de vorbei, denn sie hat diese tolle Aktion ins Leben gerufen, die für mich immer wieder ein Monatshighlight ist :) Los geht's!


1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Hallo ihr lieben Menschen da draußen und auch ein herzliches Hallo an alle SuBs, die durch diese schöne Aktion ja vielleicht auch mal ein bisschen mitreden können :) Obwohl Julia immer so tut, als wenn ich ein sehr weinerliches Wesen bin, ist das ja gar nicht so. Ich beginne sogar gar nicht mit Gemeckere, sondern mit Lob. Oh ja, man glaubt es kaum! Aber ich bin stolz auf Julia, dass sie sich doch dagegen entschieden hat, heute ihren Messebericht zu posten. Stattdessen lässt sie mir den Vortritt, was ja nur rechtens ist! Schließlich gehört der 20. im Monat immer mir...Muhaha...
Ups, da ist es grade mit mir durchgegangen. Aber egal. Wie gesagt wurde: Ich habe meinen Willen und deswegen darf ich nun endlich wieder ein bisschen mit euch plaudern :) Das finde ich schön!
Und jetzt kommen wir zum Unschönen: meine Größe. Das Schlimmste habe ich ja letzten Monat eigentlich hinter mich gebracht. Da hat Julia einen satten Sprung heraufbeschworen und ich war 125 Bücher groß. Danach wuchs ich sogar auf unbeschreibliche 136 Bücher...O.o Viel zu viel, wenn ihr mich fragt! Aber dann hat Julia versucht ein bisschen was abzubauen. Deswegen bin ich zwar noch immer riesig, ja sogar ziemlich fett (schnief), aber das Bemühen ist stets vorhanden (Ich versuche mich mal ein bisschen an Julias Lehrervokabular anzupassen: "Sie war stets bemüht" - aber wie man weiß, reicht das eben nicht). Inzwischen bin ich 129 Bücher groß. Das ist viel. Finde ich. Und eigentlich war das Jahresziel ja auf 90 Bücher zu kommen, da wir bereits Ende Oktober haben, kann ich das getrost vergessen. Selbst die 100 sind absolut utopisch. Vielleicht 115? Ach lassen wir das einfach :D



2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Puuuh...ähm...gut?! Keine Ahnung :D Ich finde es ja nie gut, wenn allzu viel bei mir einzieht. Ich bin ein spezieller SuB. Deswegen habe ich es lieber, wenn keine neuen Schätze einziehen. Aber trotzdem liebe ich meine Schätze. und drei dieser Art hat Julia von der Frankfurter Buchmesse mitgebracht. Es sind diese, schick oder?


Alle drei sind natürlich signiert und das finde ich als SuB dann auch sehr schön! Das nächste Mal gebe ich Julia dann den Auftrag die Bücher mit "Für Julia und Karli" signieren zu lassen. Meistens gehören sie mir ja dann doch ein bisschen länger :P
Alle drei Bücher strebt Julia übrigens an ganz schnell zu lesen. Den Beginn wird wohl "Soulmates" machen, da es da wohl noch eine Challenge von Ravensburger gibt...Ts..."Götterfunke - Hasse mich nicht" wird dann schnell folgen, denn der erste Teil ließ sich sehr fix lesen und die Geschichte von Andreas Götz muss ja schon wegen des Titels bald gelesen werden. Ich mag diesen kleinen Tabu-Bruch, wenn ich ehrlich bin ;) Vielleicht, weil ich auch ein richtiger "Bad Boy" bin...ob Julia die dazugehörige "little Bitch" ist, lasse ich offen :P :D Würde ja heißen, dass wir gut zusammen passen  ;) Jedenfalls, wenn wir Andreas Götz fragen würden :)



3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ein Buch aus einer Leserunde von Lovelybooks verlassen. Es handelt sich um "Enter the black - Das Vermächtnis der Zwielichtgeborenen", das Julia ihrer Freundin Nina zur Liebe las. Gemeinsam sorgten die beiden in der Leserunde für Wirbel. Aber letztendlich wurde das Buch am Ende wirklich gut, auch wenn es Startschwierigkeiten hatte. Julia hat noch keine Rezension geschrieben, die folgt aber bald. Unsere letzte Rezension war von einem Rezensionsexemplar "Soulmates - Time is on your side", welches Julia förmlichst zerrissen hat. Tja...gibt eben auch schlechte Bücher und bei mir lag das Buch sowieso nicht lange :P

4. Lieber Karli, gibt es bei dir eine Reihe, die vollständig ist und nun darauf warten muss, dass dein Besitzer Zeit findet? Hast du Argumente für deinen Besitzer, dass er endlich damit beginnt?

Als Julia und ich vorhin ein bisschen bei den anderen Blog rumgestöbert haben, ist uns aufgefallen, dass die meisten SuBs ganz viele offene Reihen beherbergen. Das ist bei mir tatsächlich anders. Würdet ihr nach Reihen fragen, die begonnen aber nicht beendet sind, wäre das bei mir deutlich mehr. Wenn ich richtig geschaut habe, dass gibt es nur zwei Reihen, die ich komplett besitze und die Julia noch nicht angerührt hat. Zum einen ist das der schöne Schuber der Pan-Reihe, der aber erst letzten Monat bei uns eingezogen ist. Und zum anderen ist das die E-Box zur "Seductio"-Reihe. 


 

Beide Reihen ruhen sich noch genüsslich bei mir aus und das finde ich auch gar nicht so schlimm, denn so lange sind sie noch nicht hier. Aber natürlich hätte ich Argumente für beide Reihen :D Schon alleine der Name "Pan" lässt Julias Augen aufleuchten (und immer an Percy Jackson denken) und so könnte sie dieses Gefühl viel öfter haben :) Und Seductio wäre mal wieder ein tolles Ebook, das man sicher richtig genießen kann. Beide Reihen beinhalten tolle Fantasy-Welten: Also drauf los!
Andererseits habe ich auch Argumente für angefangene Reihen und zwar: LIES DOCH ENDLICH WAS ZU ENDE! So.


Tja, wenn ich das richtig sehe, sind wir schon wieder am Ende. Ach, was für ein Mist. Aber ich hoffe, ich konnte euch wieder ein bisschen unterhalten und auch amüsieren. Ich habe gar nicht viel über Julia gemeckert, dafür hab ich mir auf jeden Fall eine Streicheleinheit verdient - in Form von gelesenen Büchern akzeptiere ich die auch :) Im Moment ist Julia gerade bei einem 600-Seiten Schinken, aber ich glaube den hat sie bald durch. Ach, das klingt wie Musik in meinen Ohren :)
Wenn ich euch nächsten Monat schreiben darf, ist fast schon die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Ist das krass?! O.o Aber gut...wollen wir mal sehen, was bis dahin noch alles passieren wird. Ich verabschiede mich von euch mit allerlei guter Wünsche! Drückt mir die Daumen, dass ich im November schlanke 120 Bücher groß bin ;)


Euer Karli


Ich finde auch, dass Karli sich heute wieder gut benommen hat! Und auch ich beobachte seine anwachsende Größe ja mit einiger Besorgnis. Aber was will man machen..mehr als lesen kann ich ja nicht. Nun gut...der ein oder andere Nicht-Kauf wäre vielleicht auch drin gewesen. Aber das ist dann ja gerade wenn man Geburtstag hatte und eine Buchmesse anstand, viel verlangt. Daher...ich leide ja auch mit Karli, er ist also nicht allein ;)
Auch mir hat es wie immer Spaß gemacht und ich freue mich schon auf den nächsten Monat. Ich hoffe, auch weiterhin pünktlich! Mit alten Traditionen will man ja nicht brechen ;)



Was hatten eure SuBs so zu erzählen? Habt ihr viele unangefangene, aber vollständige Reihen auf eurem SuB? :)


Alles Liebe,
eure Julia










19. Oktober 2017

Rezension [Zerriss]: "Soulmates - Time is on your side" von Nathalie Lina Winter


Titel: Soulmates - Time is on your side
Autor: Nathalie Lina Winter
Verlag: Selfpublished
Preis: 3,49€ /12,95€
Seiten: 601

Vor einigen Monaten kam von einer super sympathischen Autorin eine Anfrage bezüglich ihres Debütromans. Der Klappentext klang klasse und so sagte ich zu, das Buch bei Erscheinen zu lesen. Es erinnerte mich an eine meiner Lieblingsgeschichten und ich freute mich auf „Soulmates – Time is on your side“ von Nathalie Lina Winter. Nathalie ist mir wirklich sehr sympathisch, umso trauriger bin ich, dass mir ihr Debüt wirklich gar nicht gefiel und ich so viel Kritik habe. Aber das Buch konnte mich zu keiner Zeit überzeugen. Sprachliche Fehler sind noch das kleinste Übel, fehlende Handlungslogik, ja sogar sich zwischendurch ändernde Fakten und unsympathische Figuren waren viel schlimmer. Das größte Manko ist aber die Realitätsferne, die im Roman vorherrscht. Ich hatte keinen Spaß beim Lesen, dabei weiß ich, wie viel Liebe in diesem Buch steckt. Schade, aber „Soulmates“ ist meiner Meinung nach in jeder Hinsicht ein schwaches Buch.

Als Karena ihre Sandkastenliebe Timo an der Uni wiedertrifft, fällt sie aus allen Wolken. Er, der sie damals hat eiskalt sitzen lassen! Um nicht erneut verletzt zu werden, hält sie Abstand zu ihm. Doch dann fährt ausgerechnet Timo bei einer gemeinsamen Studentenfahrt mit. Zunächst ist keiner der beiden begeistert von der Idee. Ohne es jedoch zu wollen, nähern sie sich zaghaft an. Wird Karena Timo ein zweites Mal vertrauen können?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Natürlich will ich niemanden verletzen und jedem sollte bewusst sein, dass es sich hier lediglich um meine Meinung handelt, aber es fällt mir tatsächlich schwer, etwas Positives an „Soulmates“ zu finden. Dennoch beginne ich mit dem Guten:
Die Geschichte beginnt überschaubar. Man lernt Karena und ihre Studentenclique kennen – alles ganz normal. Die Clique ist bunt zusammengewürfelt und sympathisch. Plötzlich taucht Renas bester Freund aus Kindheitstagen an der Uni auf und alles ändert sich. Bis hierhin ist die Idee gut. Die beiden Protagonisten verbindet eine gute Chemie. Die Szenen zwischen den beiden sind tatsächlich die besten. Ich verstehe, dass manche Leser von „Suchtfaktor“ sprechen, wenn sie über das Paar schreiben. Aber obwohl die beiden etwas ganz Besonderes verbindet, empfand ich die Aufeinandertreffen zu gekünstelt und vorhersehbar. Trotzdem lassen sich die Chemie und die Konstellation der Clique loben.
Das war es leider mit meinem Lob.  
Normalerweise würde ich nicht bei der äußeren Form eines Romans anfangen, aber ich gehe mal chronologisch vor. Eine Sache muss ich doch noch loben und das ist das Cover. Es passt gut zur Geschichte und zieht den Blick auf sich. Schlägt man aber dann das Buch auf, wird man nur so von Fehlern überhäuft. Bei Selfpublishern sehe ich gern über den ein oder anderen Fehler hinweg, aber hier waren es wirklich zu viele. Das sind manchmal Kommafehler, manchmal kleine Tippfehler, aber eben auch große grammatische Fehler („sie wank“, statt „sie winkte“; GKS, GZS). Man überliest diese Rechtschreibfehler natürlich, schön sind sie dennoch nicht. Viel, viel schlimmer sind aber Bezeichnungsfehler, Verwirrungen oder einfach sich ändernde oder falsche Fakten. Anders kann ich es gar nicht nennen. Der Schreibstil von Nathalie Winter ist nicht gut. Es gibt hunderte Wiederholungen, die einfach zu oft vorkommen. Am meisten störten mich die Bezeichnungen „Sandkastenliebe“, die andauernd für Timo verwendet wird und die Metapher „Ping Pong Spielen“, in Bezug auf Renas Herz. Ich glaube diese Metapher taucht mindestens sechs Mal auf, in Kapitel 9 und 10 auf jeden Fall drei Mal. So eng aneinander gehäuft störte mich das sehr. Aber auch, wenn von Timo die Rede ist und er nur „der Student“ genannt wird, fällt man aus dem Lesefluss. Solche Bezeichnungen waren viel zu distanziert. Was mich am Stil aber wirklich störte, waren die Worte „dies/e“ und „sowie“. Die Autorin benutzt beides ziemlich oft. Im Grunde ist das nicht falsch, aber es ist viel zu formell für einen Roman. So schreibt man, aber nicht in einem Buch. Ein Buch sollte dem Mündlichen näher sein, als der Schrift und die Formulierungen mit „dies“ waren einfach schlecht. Ein Beispiel:
„Viele der Studenten sahen dies zum ersten Mal richtig live; nur ein paar von ihnen, unter anderem eben ich und mein Bruder, kannten dies schon.“ (37%)
Beim ersten Lesen ist das vielleicht gar nicht so schlimm, kommt es aber auf jeder zweiten Seite vor, ist es einfach zu viel. Hätte es sich hierbei um einen Aufsatz meiner Schüler gehandelt, hätte ich sowohl „Wiederholung“ an den Rand geschrieben, als auch, dass man sich selbst immer am Ende nennt. Aber das passt zu Rena, denn ich fand sie super egoistisch. Aber dazu gleich. Noch bin ich bei den formellen Fehlern. Rena hat zwei beste Freundinnen und die drei gehen durch dick und dünn. Ich fand es unglaublich nervig, dass die beiden immer für sie da waren, sie selbst kümmert sich eigentlich aber überhaupt nicht um Kathi oder Jasmin. Eine Stelle hat mich dann doch sehr verwirrt. Von wem ist hier die Rede. Kathis oder Jasmins Exfreund?
„Mirco war Kathis Freund gewesen. Inzwischen waren die beiden seit mehr als einem Jahr getrennt, nachdem an der Uni das Gerücht herum ging, dass er drogenabhängig sei. Letztendlich hatte er es in einem Rausch zugegeben und war auf Bitten von Jasmin und seinen Eltern in eine Entzugsklinik gegangen. Der Kontakt zwischen ihnen brach nach zwei Besuchen und schlussendlich kam es zur Trennung von ihnen.“ (24%).
Bitte was?! Also wenigstens die Autorin sollte ihre Charaktere doch bitte nicht verwechseln. Für mich waren beide aber sowieso ziemlich farblos, weshalb ich bis kurz vor Ende nicht auseinanderhalten konnte, wer wer ist. Eigentlich sind die beiden auch nur dafür da, um Rena gegenüber zweideutige Andeutungen fallen zu lassen.
Ein Beispiel für ziemlich falsche Fakten habe ich noch. An dieser Stelle musste ich das Buch wirklich weglegen und aufschluchzen. Ich habe Deutsch und Geschichte studiert. Eine meiner liebsten historischen Persönlichkeiten ist Kaiserin Elisabeth von Österreich, auch bekannt als Sissi. Offenbar mag auch Rena sie sehr gern. Als dann aber folgender Satz kam, konnte ich die Geschichte einfach nicht mehr ernst nehmen und war nicht zum ersten Mal kurz davor das Buch abzubrechen.
„Unter anderem eben auch das Schloss Schönbrunn, in dem Kaiserin Elisabeth von Österreich im 16. Jahrhundert gelebt hatte.“ (39%)
Für alle, die sich nicht für Geschichte interessieren: Kaiserin Elisabeth lebte von 1837-1898. Das ist das 19. Jahrhundert. Ich hoffe wirklich, dass es sich hier nur einen Tippfehler handelt, denn die 6 und 9 liegen auf der Tastatur ja nahe beieinander. Aber so etwas muss im Lektorat gefunden werden…!
Es gibt noch die ein oder andere Stelle, die ich sprachlich wirklich schlecht fand. Zum Beispiel wird zu Beginn der Ski-Studienfreizeit erklärt, was es für Skistile gibt. Diese Passage klang wie aus Wikipedia kopiert. Nathalie Lina Winter gibt sich immer Mühe, mit Emotionen und Gefühlen zu spielen und man merkt, dass ihr gerade das wichtig ist. Wenn dann aber so neutrale und völlig unnötige, ja sogar lahme Erklärungen kommen, verstehe ich die Welt nicht mehr. Einen Gefallen hat sie sich damit jedenfalls nicht getan.
Ebenfalls nervig fand ich die Flashbacks in die Kindheitserinnerungen. Meiner Meinung nach waren sie viel zu lang. Auch doof: An einer Stelle wird Renas „braune Mähne“ (82%) erwähnt, dabei bin ich mir sehr sicher, dass sie vorher als blond vorgestellt wird. So etwas gibt es auch bei Timo. Er war sechs Jahre lang mit seiner Ex-Freundin zusammen. In einem anderen Kapitel sind es dann nur noch drei Jahre gewesen (98%). Auf der Hinfahrt der Skifreizeit sind die Studenten erst mit dem Zug und danach mit dem Bus gefahren, auf dem Rückweg war es dann nur noch der Bus (86%)…Ich mag mich bei der ein oder anderen Stelle geirrt haben, aber diese Handlungsfehler waren verwirrend und keine Einzelfälle. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass das Buch nicht noch einmal überarbeitet wurde.
Schon allein wegen des Stils war ich oft kurz davor das Buch abzubrechen. Aber das wollte ich nicht, denn ich hatte ja zugesagt, es zu lesen.
Problematisch war für mich auch die Länge des Buches. Denn das Buch hat um die 600 Seiten. Das ist wirklich ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass ja eigentlich nichts passiert. Das leitet mich über zur Handlung.
Diese ist ehrlich gesagt schnell erzählt. Denn es geht wirklich 600 Seiten darum, dass Rena Timo total verfallen ist, das aber nicht zugeben will und ihre gemeinsame Vergangenheit vorschiebt. Dieses ganze Vergangenheitsszenario fand ich so weit hergeholt. Die beiden waren nicht etwa mit 12 oder 14 oder so befreundet, sondern wirklich so mit 6 Jahren…Aber schon damals wussten sie, dass es Liebe sein würde. Muss ich weiter sprechen?! Vielleicht gibt es so etwas wie Seelenverwandtschaft ja, aber ich fand das einfach nur unlogisch. Hinzu kommt, dass Timo dann ja irgendwann weg ist, als Rena vielleicht 8 oder 10 Jahre alt ist? Älter schien sie nicht zu sein. Und irgendwann mit 13 oder so bricht der Kontakt komplett ab. WIESO? Das ist die große Frage des Romans. Denn die ganze Zeit über will Timo ihr das eigentlich erzählen, aber irgendwie kommt es eben nicht dazu. Viel schlimmer ist, dass es ja nicht so furchtbar sein kann. Der Leser erfährt es dann auch irgendwann in einem der Kapitel, die aus Timos Sicht verfasst sind (davon gibt es nur zwei. So nebenbei…Auch so eine Sache: Der Perspektivwechsel sorgte für Abwechslung und gefiel mir wirklich gut! Warum wurde er dann nicht durchgehalten? Zwei von 32 Kapiteln ist dann ja doch ziemlich inkonsequent), warum er sich nicht mehr gemeldet hat. Ich fand den Grund gar nicht so mies. ABER: Selbst ganz am Ende sagt er Rena nicht die volle Wahrheit. Zumindest habe ich sie nirgendwo gelesen. 
Das allerschlimmste an diesem Buch ist die Realitätsferne. Was meine ich damit? Einiges.
Nichts, wirklich nichts kann in der Realität so geschehen, wie es im Buch beschrieben wird. Jedenfalls was die äußeren Umstände betrifft. Beginnen wir mal mit der Uni. Rena und ihre Freunde sind nicht mehr neu an der Uni, die meisten sind im 3. Semester. Das heißt in der Realität ja, dass man seit anderthalb Jahren studiert. Rena studiert Literatur, was meinem eigenen Studiengang (Germanistik) durchaus ähnlich ist. Ich denke also, ich weiß wovon ich spreche. Der Studiengang an sich wird auch nicht falsch dargestellt. Unlogisch ist aber, dass Rena schon zu Semesterbeginn für Hausarbeiten recherchiert. Oder auch, dass sie nicht nur von Dozenten, sondern oft von „Lehrern“ und „Unterricht“ spricht. DAS TUT KEIN STUDENT. Jedenfalls nicht an meiner Universität. Keine Ahnung, ob Heidelberg da anders ist. Auch spricht Rena in einem Kapitel davon, dass sie bereits vier Vorlesungen/Seminare hinter sich hat. Das bedeutet in der Realität, da eine Vorlesung ja 90 Minuten geht und immer eine halbe Stunde zwischen diesen liegt, dass es, selbst wenn Rena um 8 Uhr morgens anfängt, mindestens schon 16 Uhr ist. Aber nein…es ist gerade mal Mittag. Aber es wird noch besser. Denn weil es Kathi und Jasmin gefällt, ist es möglich einfach mal so mitten im Semester eine Studienfahrt zu organisieren. Nagut. Schon mal unlogisch. Aber natürlich kommen auch noch Dozenten mit auf diese Fahrt, die übrigens rein gar nichts mit einem Studium zu tun hat, sondern lediglich eine Ski-Freizeit ist. Das Argument ist ja auch immer, dass man noch am Anfang des Semesters ist. Dabei sind schon mindestens zwei Monate im Buch behandelt. Das heißt, dass man mindestens in Woche 8 ist, ein Semester aber nur 14 Wochen geht, was keinesfalls „Anfang des Semesters“ ist. Solche Darstellungen ließen mich die Haare raufen. Das schlimmste aber war Timo in diesem Zusammenhang. Er ist Medizinstudent im dritten Semester. Ich kenne Medizinstudenten. Im dritten Semester sind die noch sowas von ahnungslos. Da beginnt man grade erst mit dem Eingemachten. Timo ist allerdings ein Vollprofi, er ist ein Held, ja ein Gott, wenn es um Medizin geht und er ist ja so erfahren *.* Nach anderthalb Jahren?! Auch Renas Bruder ist Student und es wird erwähnt, dass er an seiner Doktor-/Masterarbeit schreibt. Aber auch er ist im dritten Semester…also irgendwie kann da doch was nicht stimmen?!
Ich hoffe, ich bin nicht die Einzige, die über all diese Umstände stolperte. Aber ich war über das Handlungskonzepts des Romans so schockiert, dass mir noch immer die Worte diesbezüglich fehlen.
Ein weiterer Punkt, den ich kritisieren muss, ist die Wertevorstellung im Buch. Es ist ein ständiges Hin und Her zwischen Rena und Timo, das einem schon mal auf die Nerven gehen kann, aber ja auch in gewisser Weise den Roman ausmachen soll. Timo flirtet andauernd mir Elena, der „Erzfeindin“ von Rena, wessen sie niemals  müde wird zu betonen. Ob er auch mit ihr schläft ist lange nicht klar. 

(Achtung Spolier) Aber Rena hat Sex mit wem anders, obwohl sie einen Tag vorher erst mit Timo geschlafen hat. Das tut ihr auch sehr leid und passierte nur im Suff. Aber irgendwann ist das dann für beide vollkommen okay. Sogar noch besser. Am nächsten Tag weiß Rena doch wirklich nicht, warum Timo sauer auf sie ist, obwohl Timo sie mit einem anderen erwischt hat. Also wirklich in flagranti:
„Ich verstand sein kaltes Verhalten mit gegenüber einfach nicht. Warum war er so kühl zu mir? Warum schnitt er mich so?“ (73%)
Ja, warum nur???? Er hat ja nur gesehen, wie du mit wem anders geschlafen hast, obwohl ihr ja schon was miteinander hattet…

Das leitet mich zu den Charakteren über. Mir gefiel Timo deutlich besser als Rena. Allerdings bekommt man von ihm auch nicht so viel mit und wenn doch, dann kommt er schon ziemlich sexbesessen herüber und macht Rena die ganze Zeit nur an. Aber er ist sich schnell sicher, dass er Rena liebt. Rena hingegen betont immer wieder, wie scharf Timo doch ist. Aber sie will ja nichts von ihm. Sie wird als relativ intelligent, nett und hübsch beschrieben. Sie ist immer freundlich und alle lieben sie. Das ist natürlich totaler Schwachsinn. Eigentlich ist Rena sogar ziemlich fies, vor allem Elena gegenüber. Aber auch ihre eigenen Freunde sind ihr ziemlich unwichtig. Sie muss immer im Mittelpunkt stehen. Irgendwann wird gesagt, dass Rena es im Bett lieber etwas heiß hat. Und im nächsten Kapitel sagt sie dann, wie verklemmt sie ist. Achso. Dieses Mädchen ist inkonsequent, sprunghaft und absolut unsympathisch. Meiner Meinung nach. Die Nebenfiguren sind deutlich die besten. Mir tat Pascal sehr leid und auch Renas Bruder Simon war für mich eher ein Opfer als ein Held – jedenfalls in Renas Augen.
Das Buch ist übrigens aus der Ich-Perspektive geschrieben. Im Grunde gefällt mir dieser Stil, aber da ich Rena nicht mochte, hatte ich so meine Probleme. Zwischendurch tauchen immer wieder Whatsapp-Texte auf. Das fand ich gut, denn es lockert den Text auf. Störend ist aber, dass meistens der letzte Satz eines Kapitels schon ein Einblick ins nächste ist, nach dem Motto „Doch-was-dann-geschah-konnte-wirklich-keiner-ahnen“. Und dann passiert wirklich was total Katastrophales. Mehrere Leben sind in diesem Buch bedroht – vollkommen absurd, wenn ihr mich fragt. Richtig Lachen musste ich übrigens beim vorletzten Kapitel. Denn in diesem erinnert Rena sich zurück an all die Momente, die sie mit Timo durchlebt hat. Und wie erinnert sie sich? Indem einfach noch einmal alle Szenen erneut abgedruckt sind! Im Ernst! Copy and paste…Ich war ganz froh, denn so konnte ich alle Stellen überspringen und war schneller durch. Das Ende des Buches ist in Ordnung. Aber warum aus den beiden Protagonisten eine Trilogie gemacht werden soll, verstehe ich beim besten Willen nicht. Im letzten Kapitel wird in einem Nebensatz ein möglicher Grund erwähnt, aber das wäre mehr als erzwungen. Aber gut.



Ich glaube, ich habe noch nie eine so ausführliche Rezension geschrieben. Aber da mir „Soulmates – Time is on your side“ einfach überhaupt nicht gefiel, hatte ich das Bedürfnis, meine Kritikpunkte auch zu belegen, ich habe mir das schließlich nicht ausgedacht. 
Es gibt sicher viele Leser, denen dieses Buch gefällt. Meiner Meinung nach ist die Autorin noch am Anfang und muss bezüglich ihres Stils noch sehr viel dazu lernen und den ein oder anderen Testleser mehr bemühen. Ich weiß, dass das Taschenbuch wohl noch einmal überarbeitet wurde, da Rechtschreibfehler auffielen. Aber die Logikfehler wurden sicher nicht behoben. Manchmal ist weniger einfach mehr und ich finde, dass dieses Buch gekünstelt in die Länge gezogen wurde. Ich habe mich wirklich durch die 600 Seiten gequält!
Der Stil ist schlecht, die Handlung unlogisch und die Charaktere egoistisch. Nichts an diesem Buch brachte mir Spaß. Lediglich die Chemie zwischen Timo und Rena wurde gut eingefangen und das ist der Grund, warum ich gerade noch 2 Spitzenschuhe vergebe. Es tut mir wirklich leid, aber Ehrlichkeit empfinde ich wichtiger als Sympathie.


18. Oktober 2017

Kurzrezension [Hörbuch]: "Millionär" von Tommy Jaud


Titel: Millionär
Autor: Tommy Jaud
Sprecher: Christoph Maria Herbst
Verlag: argon Hörbuch
Preis: 9,99€
Seiten: 320
Dauer: 4h 36m

Beim Verreisen mit dem Auto habe ich Eines gelernt: Nimm immer ein Hörbuch mit. Als es vor kurzem nach Dänemark ging, waren wir natürlich vorbereitet. Die Mission: „Millionär“ von Tommy Jaud. Bereits auf dem letzten Trip hatte ich mit einem Hörbuch des Autors sehr gute Erfahrungen gemacht, daher konnte wenig schief gehen. Und das tat es wirklich nicht. Denn nicht nur die lustige Geschichte, sondern auch die Lesart von Christoph Maria Herbst machen dieses Hörbuch wieder zu einer sehr lustigen Angelegenheit, die einen jeden Stau vergessen lässt.

Simon nörgelt, Simon nervt - aber Simon verbessert die Welt. Glaubt er. Kirchenglocken, Klopapierperforationen, Karriere-Frauen - das sind so seine Widersacher. Außerdem braucht der inzwischen arbeitslose Vollidiot mal eben eine Million Euro, um eine nervtötende Nachbarin loszuwerden. In seiner Not entwickelt Simon eine derart abgefahrene Geschäftsidee, dass die Chancen hierfür gar nicht so schlecht stehen.

Tommy Jaud schreibt lockere und leichte Geschichten, über die die Menschen lachen sollen. Man erkennt sich in den Charakteren immer ein bisschen selbst, vollkommen karikiert und überspitzt, aber ein wenig Wahrheit spricht auf jeden Fall aus seinen Büchern. So auch aus „Millionär“. Bisher kannte ich keine „Simon Peters“-Geschichte, aber das macht gar nichts. Man kann dieses Hörbuch ohne jegliches Vorwissen hören. Man lernt den etwas eigensinnigen Simon kennen und kann sich am laufenden Band über diesen Mann amüsieren. 
Die Geschichte ist recht kurzweilig und das Hörbuch ist nicht sehr lang. Somit wird aber ein roter Faden verfolgt, was mit dieser kleinen Handlungsidee gar nicht so leicht ist. Eigentlich weiß man lange nicht, worum es gehen soll, bis Simon beschließt Millionär werden zu müssen. Erst dann kann er das Haus kaufen, in dem er wohnt, um seine nervige und neureiche Nachbarin rauszuschmeißen. Schon allein dieser Gedankengang ist herrlich. Und hinzu kommt natürlich, dass das Ganze gar nicht so einfach ist, wenn man gerade arbeitslos ist. Aber die Umstände, die Jaud sich einfallen ließ sind einfach klasse und man kann schon allein über die Geschichte lachen. Hinzu kommt aber noch das gekonnte Vorlesen von Christoph Maria Herbst. Ich habe schon ein paar Hörbücher mit seiner Stimme gehört und egal ob tiefgründig oder witzig: Der Mann bringt es richtig herüber. So auch in diesem Hörbuch. Herbst macht es einfach noch genialer. Seine Stimmen sind so toll an die Charaktere angepasst, dass einem irgendwann die Lachmuskeln wehtun. Spätestens wenn Johanna sich wieder einmal „Schlecht, schlecht, schlecht“ beim Tennisspielen auf der Wii findet. Des Öfteren musste ich laut auflachen. Die Charaktere sind authentisch und herzerwärmend - was will man also mehr?



Das Hörbuch hat Idee und Witz und ist eine vollkommen runde Sache. Der Sprecher ist einfach großartig. Manchmal könnte die Geschichte ein bisschen mehr Tiefgang haben, manchmal kann man Simon auch nicht ganz verstehen, aber das ändert nichts an der Qualität des Hörbuchs und dem Spaß, den es mit sich bringt. Ich vergebe 4,5 Spitzenschuhe.