30. März 2017

Kurzrezension: "Der Club der toten Dichter"


Titel: Der Club der toten Dichter
Autor: N. H. Kleinbaum
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 6,99€
Seiten: 160

Eines Sonntagmorgens lag ich wach im Bett, aber es war noch früh. Zu früh um meinen Freund zu wecken und aufzustehen. Also was tun? Zum Glück lag mein Kindle neben dem Bett und zum Glück hat er eine Lichtfunktion. Ich scrollte also durch die Bücher und suchte nach etwas, das nicht zu lang ist und man zwischendurch lesen kann. Meine Wahl fiel auf „Der Club der toten Dichter“. Ich habe den Film nie gesehen, aber immer gehört, dass er toll sein soll. Und da ich meinen SuB abbauen muss, ging ich schnell ran ans Werk. „Der Club der toten Dichter“ ist ein gutes Buch, dem eine gute Geschichte zu Grunde liegt. Dennoch glaube ich, dass der Film sehr viel stärker ist.

Klappentext


Todd Anderson und seine Freunde vom Welton Internat können kaum glauben, dass sich ihr Schulalltag völlig verändert hat, seit ihr neuer Englischlehrer John Keating sie aufgefordert hat, aus ihrem Leben etwas Besonderes zu machen.
Von Keating ermutigt, lassen sie den vor Jahren gegründeten Club der toten Dichter wiederaufleben - einen Geheimbund, in dem sie frei von Zwängen und Erwartungen ihren Gefühlen freien Lauf lassen können. Als Keating ihnen die Welt der Dichter erschließt, entdecken sie nicht nur die Schönheit der Sprache, sondern auch die Bedeutung des Augenblicks.
Doch schon bald stellt sich heraus, dass die neugewonnene Freiheit tragische Konsequenzen hat ...

Meinung


Ich musste ein Weilchen nach dem roten Faden und dem Höhepunkt des Buches suchen. Schon das erste Kapitel macht Eindruck und man gewinnt einen Blick für das regelkonforme Welton. Die Geschichte spielt in den 50er oder 60er Jahren. Es ist alles sehr elitär, sehr abhängig vom Elternhaus – wenig frei. Von Anfang an ist der Stil von Kleinbaum sehr bildreich. Würde man den Film kennen, wäre das sicher noch extremer. Wie ich bereits erwähnte, ich kenne den Film nicht. Und dennoch erkennt man sofort, dass es eher eine Nacherzählung ist, als ein eigenständiges Buch. Die Sprache ist filmgerecht und die Beschreibungen sind relativ kurz. Vor meinem inneren Auge lief so ebenfalls ein Film ab und ich bin darauf gespannt, ihn mit dem echten Film zu vergleichen.
Die Geschichte handelt vor allem von Selbstfindung und Freiheit. Von der Gestaltung des eigenen Lebens. Der Gedanke dahinter ist toll. Mr. Keating ist ein grandioser Lehrer und vielleicht schaue ich mir die ein oder andere Methode seines Unterrichts ab. Er ist das absolute Gegenteil von den strengen Eltern der Jungen. Im Buch geht es um 6 Jungen (, vielleicht auch 7, ich kam öfter durcheinander), die den Club der toten Dichter wieder aufleben lassen. Sie alle sehen sich nach einer gewissen Freiheit, die ihnen der Zwang nicht lässt. Keating zeigt ihnen einen Ausweg.
Problematisch waren für mich diese Jungen. Sie sind unglaublich schwer voneinander zu unterscheiden und man verliert leicht den Überblick, wer jetzt wer ist. Es wird nicht leichter, indem die Autorin mal den Vor-, mal den Nachnamen der Jungen verwendet. Ich zumindest hatte das gesamte Buch über nur zwei Jungen von den anderen getrennt. Das verwirrte mich als Leser und ist wirklich nicht gelungen. Wahrscheinlich ist es leichter, kennt man die Gesichter zu den Namen, aber das sollte in einem Buch dennoch nicht passieren. Der Stil ist, wie erwähnt, etwas eigentümlich, aber man kommt gut durchs Buch.
Vor allem zum Ende hin wird es spannend. Ich musste schlucken, als kurz vor Ende etwas Unerwartetes passierte. Ich hatte wirklich sehr auf ein Happy End gehofft, finde es aber gut, dass es Abstriche gibt. Das macht die Geschichte authentischer. Die 60er waren schon eine ganz andere Zeit, was Autoritätten betrifft. Ich denke die Moral von der Geschichte vermittelt das Buch sehr gut.

Fazit



Ich freue mich sehr darauf, den Film zu sehen. Denn nachdem ich das Buch „Der Club der toten Dichter“ gelesen habe, bin ich bereits der Meinung, dass der Film besser sein muss. Das Thema des Buches ist wirklich gut. Mr. Keating ist eine tolle Figur, alle anderen bleiben sehr blass. Der Lyrikanteil ist gering, aber nett. Ich vergebe 3 Spitzenschuhe für ein gutes Buch, von dem mir aber etwas gefehlt hat.



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