22. August 2017

Review: "Bullyparade - Der Film"


          Titel: Bullyparade - Der Film

          Regie: Michael Herbig

          Länge: 100 Minuten

          FSK: 6

          Produktionsland: Deutschland

          Erscheinungsjahr: 2017




Zu Highlights meiner Fernseh-Kindheit/Jugend muss ich auf jeden Fall die Filme von Michael Bully Herbig zählen. Wie oft musste ich über den „Schuh des Manitu“ lachen oder amüsierte mich über die Szenen in „(T)Raumschiff Surprise“.  Es gab eine Zeit, da fand ich nichts lustiger. Und deswegen war meine Freude riesig, als ich den Trailer zu „Die Bullyparade – Der Film“ sah. Ich freute mich auf einen Kinofilm, in dem sich meine Lachmuskeln kaum entspannen könnten. Also ging ich mit meinen Freunden ins Kino, obwohl ich schon im Vorfeld Kritik mitbekam. Und man muss durchaus sagen: Der Film ist ganz nett und hat gute, aber auch schwache Witze. Er ist nicht so großartig, wie ich gehofft hatte. Aber amüsant ist er dennoch!


Zwei Zwickauer reisen zurück in die Zone. Häuptling Winnetou wünscht sich einen Stammhalter. Das Kaiserpaar Sissi und Franz bezieht eine mysteriöse Immobilie. Lutz und Löffler mischen die Börse auf. Ein Planet voller schöner Frauen bringt Captain Kork, Mr. Spuck und Schrotty in große Verlegenheit. Und das alles in einem einzigen Film!


Man hat es bei „Die Bullyparade – Der Film“ nicht mit einem klassischen Kinofilm zu tun. Eigentlich handelt es sich um vier kleinere Filme, die im Sketchstil gedreht sind. Es gibt eine kleine Vorgeschichte und dann folgen in chronologischer Reihenfolge vier Minifilme. Drei von den vier Settings sind mit Winnetou & Old Shatterhand, Lissi und ihrem Kaiser und der Crew der S. S. Hasselhoff (also die gleiche Crew wie auf dem Traumschiff) bekannt. Die letzte Geschichte ist neu, allerdings auch die kürzeste der vier. Sie ist diejenige, die ein wenig lieblos daher kommt und an „Wolf of Wallstreet“ angelehnt ist.
Die vier Teile sind in sich abgeschlossen und zeigen episodenhafte Ausschnitte. Meiner Meinung nach beginnt der Film stark, als Winnetou und Old Shatterhand am Indianerrat teilnehmen. Der Dialog ist einfach urkomisch und sehr intelligent. Insgesamt muss man sagen, dass viele Witze und Sketche sicher erst beim zweiten oder dritten Gucken so richtig zum Tragen kommen würden. Denn es steckt eben sehr viel Ironie und Intelligenz hinter einigen Szenen. Aber die nimmt man bei der Flut an Witzen nicht unbedingt wahr. Oft wartet man auf den einen Hammerwitz, der dann aber ausbleibt. Vielmehr reihen sich viele kleine Witze aneinander, die den Zuschauer vor allem schmunzeln lassen. Der große Lacher bleibt die Ausnahme. 
Die Geschichte im Wilden Westen gefiel mir gut. Darauf folgt der Kurzfilm über Lissi und Franz. Ich finde Michael Bully Herbig und Christian Tramnitz in diesen Rollen so herrlich! Aber inhaltlich war dieser Teil des Films doch etwas schwächer. Zumindest hatte ich den Eindruck, als hätte man daraus mehr machen können. Sarkasmus ist allerdings eine ganze Menge in diesem Stück, vor allem am Ende. Die dritte Geschichte um Lutz und Löffler war für mich dann die schwächste. Irgendwie passte sie nicht richtig ins Konzept. Und obwohl auch hier lustige Szenen zu finden sind, war ich froh, als uns der Film dann ins All führte. Der letzte Kurzfilm war meiner Meinung nach der beste, auch weil er am detailliertesten ausgearbeitet ist. Die drei Hauptdarsteller haben hier ihre Paraderollen gefunden und hier musste der Kinosaal doch öfter mal laut loslachen.
Toll sind übrigens die winzigen Gastauftritte von berühmten deutschen Schauspielern und anderen Promis. Lena Meyer Landrut und Lena Gercke hatte ich anfangs gar nicht erkannt, Elias Mbarek oder Matthias Schweighöfer hingegen erkennt man sofort. All diese Auftritte sorgen für kleine Aha-Effekte.
Bully, Tramnitz und Kavanian machen ihre Sache toll und sind alle drei tolle Mimen in ihren Rollen! Sie sind vielseitig und wirklich lustig. Für mich sind alle drei wahre Entertainer.
Man muss bedenken, dass man es mit einem deutschen Comedyfilm zu tun hat und eben nicht mit Hollywood. Diesen Wechsel empfand ich aber als sehr erfrischend. Die Kulissen sind genauso, wie sie sein sollten – parodistisch, aber mit Niveau. Dennoch sollte man im Hinterkopf haben, dass 1,5 Stunden mit dem gleichen Humor eben auch anstrengend sein können und vielleicht deswegen gerade die Mitte des Filmes nicht so lustig erscheint. Für mich steckt viel Herz und Witz im Film, aber manchmal schüttelt man auch über schwächere Witze den Kopf. Alles in allem beweist der Film aber viel Intelligenz – zumindest auf den zweiten Blick.




Ich hatte mir von „Die Bullyparade – Der Film“ ein wenig mehr erwartet, komme aber nach ein paar Tagen zu dem Schluss, dass er sehr unterhaltsam ist. Er kann es keinesfalls mit den beiden Vorgängern aufnehmen, amüsiert den Zuschauer aber durchaus. Viele Witze sind intelligent und bringen zum Lachen. Andere sind etwas schwächer. So oder so vergeht der Film sehr schnell. Aber macht ja nicht den Fehler und verlasst dann den Kinosaal. Denn das allerlustigste sind in jedem Fall die Outtakes! Ich vergebe 3,5 Sterne für Bully und seine Crew.

1 Kommentar:

  1. Huhu Julia,

    da ich ein Fan der "Schuh des Manitu" und "(T)Raumschiff Surprise Filme bin, spiele ich ebenfalls mit dem Gedanken, mit den Bully Film anzuschauen. Ich kann mir noch nicht ganz vorstellen, wie so ein viergeteilter Film beim Anschauen rüberkommt, aber ich glaube, wenn man nicht mit allzu hohen Erwartungen daran geht, wird er sicher unterhaltsam werden.
    Danke für deine Review zu dem Film. :-)

    Liebe Grüße,
    Alex

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