24. August 2017

Rezension: "Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung"


Titel: Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung
Autor: Stefanie Hasse
Verlag: Loewe
Preis: 16,95€
Seiten: 416

Als das Buch „Schicksalsbringer – Ich bin deine Bestimmung“ herauskam, erregte das Cover meine Aufmerksamkeit. Die goldenen Glitzerpunkte, die lila-Farbgebung und das entschlossene Mädchengesicht: Alles in allem ein wunderschönes Cover! Auch der Klappentext klang interessant. So richtig packen konnte mich Stefanie Hasse aber mit ihrem E-Short Prequel „Fortunas Vermächtnis“, das es bereits im Vorfeld kostenlos gab. Und nach dem Lesen war klar, dass ich das dazugehörige Buch haben MUSSTE! Nachdem es in meinem Regal gelandet war, griff ich sehr bald dazu. 
Ehrlich gesagt gefiel mir der Rahmen des E-Shorts besser (Paris, Mutter-Tochter), aber auch Kiera konnte mein Interesse wecken. Ich las das Buch sehr schnell und ich finde, dass es ein gelungener Auftakt ist. Die ein oder andere klitzekleine Schwäche gab es durchaus, aber grundlegend bietet „Schicksalsbringer“ tolle und schicksalshafte Unterhaltung.

Kiera war noch ein kleines Mädchen, als ihr ein unheimlicher Mann auf dem Jahrmarkt eine geheimnisvolle Münze zusteckte. Jahre später findet sie die Münze beim Aufräumen wieder und verletzt sich daran. Von da an steht Kieras Leben Kopf: An der Schule tauchen die geheimnisvollen Zwillingsbrüder Phoenix und Hayden auf. Und Phoenix – unfreundlich, überheblich, aber wahnsinnig attraktiv – behauptet, Kiera könne mit der Münze das Schicksal beeinflussen. Und daher dürfe er nun einen ganzen Mondmonat lang nicht mehr von ihrer Seite weichen...

Es gibt viele Jugendbuch oder Romantasy-Geschichten, die auf Götter und Legenden gebaut sind. All die Mythen bieten eine tolle Grundlage und viele Autoren bedienen sich daran. Von einer „Fortuna-Adaption“ hatte ich bisher allerdings nichts gehört und somit war ich sofort Feuer und Flamme für das Thema Schicksal. Die Autorin baut eine wirklich kreative und schlüssige Geschichte auf. Mir gefiel das Grundkonzept sehr gut und auch die Umsetzung ist stark. Das einzige, was für mich aus der Reihe tanzte, war das Ende. Meiner Meinung nach wird es gerade am Schluss etwas chaotisch und vieles passiert so plötzlich. Hier hätte ich mit etwas mehr Zeit gewünscht, aber mir ist natürlich bewusst, dass dieser Tempowechsel absichtlich gewählt wurde. Aber ich greife vor.
Das Konzept ist klasse. Kiera ist eine gelungene Protagonistin. Sie ist zwar irgendwie der Normalo-Teenager, hat aber mit ihrer Stellung als Frontfrau einer Band auch ungewöhnliche Charakterzüge. Ihre Freundschaft zu Cody machte sie für mich sehr greifbar. Cody selbst ist ein toller Typ und deswegen ist er an der Schule auch sehr beliebt. Die Freundschaft zwischen ihm und Kiera ist etwas sehr Schönes in diesem Buch. Cody gibt Kiera eine gewisse Stärke und dieser Umstand erschien mir sehr wertvoll. Beide haben zusammen viel Spaß und sorgen für die ein oder andere witzige Situation. Für Kieras Charakter ist Cody jedenfalls ein wichtiger Bestandteil. Aber auch sonst ist Kiera weder bemitleidenswert noch arrogant. Mir gefiel sie jedenfalls ganz gut, auch wenn sie vor allem am Ende naiv ist. Aber so gehört es sich in einer Romantasy-Geschichte ja auch irgendwie. Die anderen beiden wichtigsten Charaktere sind wohl Phoenix und Hayden, Brüder, Zwillinge – das gute und das böse Schicksal. Die Idee, die hinter diesem ungleichen Paar steckt, finde ich phänomenal und auch gut umgesetzt. Steffi Hasse konnte mich hier komplett überzeugen und vor allem am Ende auch überraschen, womit ich nicht gerechnet hatte. Hayden ist unnahbar und geheimnisvoll. Phoenix arrogant und selbstsicher. Phoenix hat natürlich etwas von einem Traumtypen und erfüllt somit alle Punkte, um der männliche Protagonist zu sein. Mir gefiel die Liebesgeschichte zwischen dem abgehobenen Schicksaltypen und der wenig entscheidungsfreudigen Kiera sehr gut. Leider ging mir auch alles etwas zu schnell. Insgesamt spielt das Buch im Rahmen einer Woche, was ich für eine solch tiefe Liebesgeschichte als sehr kurz empfinde. Nach gefühlt einem Tag lieben die beiden sich – und wie. Aber die Liebesgeschichte an sich ist wirklich süß und hat genügend Schwächen, um nicht als perfekt zu gelten.
Aber ein gutes Thema und eine schöne Liebesgeschichte reichen natürlich nicht. Es fehlt noch der Gegenspieler: Kairos – der Zufall. Niemand weiß, wo er sich seit vielen Jahrhunderten versteckt, doch der Leser bekommt einen Eindruck von ihm geliefert. Oft steht am Kapitelende ein kurzer kursiver Text aus Kairos Sicht. Und schnell wird klar, dass der Zufall diesmal einen Plan verfolgt. Aber was hat er vor?
Dieser Handlungsstrang war gut. Ich hatte auch wirklich jemand anderes im Sinn, Kairos zu sein und somit konnte ich auch hier überrascht werden. Aber das große Finale war für mich etwas verwirrend. Das habe ich bei „Book Elements“ bereits kritisiert. „Fulminant“ trifft es auf jeden Fall, der Tempoanzug war mir persönlich aber etwas zu stark. Plötzlich treffen zwei Welten aufeinander und die wurden bisher noch gar nicht so deutlich. Aber an der guten Geschichte ändert das nichts.
Auch der Schreibstil von Hasse ist sehr schön. In meinen Augen hat die Autorin sich bereits weiterentwickelt. In „Book Elements“ schweifte ich während des Lesens öfter ab, aber diesmal blieb ich absolut bei der Sache! Ihr Stil passt wunderbar zu Kiera und ihrer Sichtweise. Die Kürze der Kapitel hat mir auch wirklich gut gefallen, denn so kommt ein toller Lesefluss zu Stande und man denkt sich öfter „Ach, das kurze Kapitel kann ich auch noch lesen“.



Insgesamt hat Stefanie Hasse mit ihrem ersten Teil „Schicksalsbringer – Ich bin deine Bestimmung“ einen tollen Auftakt geschrieben. Mich haben die kurze Zeitspanne und das etwas wenig durchgeplante Ende nicht ganz überzeugt. Überzeugend hingegen ist die Idee, die Charaktere, der Stil, die Liebesgeschichte…ja, sagen wir einfach: alles andere. Die Themen Fortuna und Schicksal sind toll umgesetzt und ich bin sehr gespannt, was Kiera im abschließenden Teil mit all ihrer Macht anstellen wird. Wessen Schicksal wird sie verändern? Ich vergebe vier schicksalshafte Spitzenschuhe und hoffe, dass mich der letzte Teil umhauen wird. 



1 Kommentar:

  1. Huhu Julia,

    hach auf diese Rezi habe ich ja schon gewartet. (Meine Schuld sie nicht vorher gelesen zu haben). Es freut mich, dass dir der Roman gefallen hat und ich habe jetzt sogar noch mehr Lust, ihn zu lesen. Noch habe ich ihn ja nicht zu Hause, aber ich glaube spätestens nächsten Monat wird sich das ändern :-) Ich bin schon sehr gespannt darauf, auch wenn er noch ein paar Ecken und Kanten hat.

    Liebe Grüße,
    Alex

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