15. September 2017

Rezension: "Eines Abends in Paris" von Nicolas Barreau


Titel: Eines Abends in Paris
Autor: Nicolas Barreau
Verlag: Piper
Preis: 9,99€
Seiten: 368

Vor kurzem zog es mich in eine der bekanntesten Metropolen der Welt. Sie ist unter vielen Namen bekannt, unter anderem nennt man sie „die Stadt der Lichter“ oder auch „die Stadt der Liebe“: Paris. Für diese Reise brauchte ich die richtige Lektüre und so griff ich zu „Eines Abends in Paris“ von Nicolas Barreau. Dieses Buch ist so hoffnungslos romantisch, spielt in einer so traumhaften Kulisse und öffnet dem Leser das Herz. Diese zauberhafte Liebesgeschichte war genau das Richtige für diese Stadt. Man schreitet die Schauplätze ab und kann sich so in seiner eigenen Vorstellungskraft verlieren. Doch eigentlich ist man immer noch in der Realität… herrlich!


Jeden Mittwoch kommt eine junge Frau im roten Mantel in Alain Bonnards kleines Pariser Programmkino, und immer sitzt sie auf demselben Platz in Reihe 17. Eines Abends fasst sich Alain ein Herz und spricht sie an. Sie verbringen den Abend miteinander, doch in der Woche darauf taucht sie nicht mehr auf. Obwohl er von ihr kaum mehr als ihren Vornamen weiß, begibt sich Alain auf die Suche nach ihr und erlebt eine Geschichte, wie sie kein Film schöner erzählen könnte...

Wie bereits erwähnt, habe ich das Buch in Paris gelesen. Es ist Luxus, eine Geschichte am dazugehörigen Standort zu lesen und ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich das bisher jemals getan habe. Aber so entstand ein ganz eigener Zauber. Mein Städtetrip und dieses Buch haben sich irgendwie ineinander verwoben. 
Die Geschichte, die Nicolas Barreau erzählt, ist einfach zuckersüß. Wir haben es mit einem männlichen Ich-Erzähler zu tun, was bedeutet, dass wir Frauen ein wenig schwärmen dürfen. Denn natürlich ist diese Geschichte für das weibliche Geschlecht geschrieben und ein männlicher Protagonist, der ein solcher Romantiker wie Allain ist, sorgt für Träume. Jede Frau würde wohl gern so gesehen werden, wie Allain die Frau im roten Mantel betrachtet. Romantik sprüht aus jeder Zeile dieses Buches, viel wichtiger sind aber noch die Themen Liebe und Hoffnung. Allain lernt seine große Liebe kennen, doch nach ihrem ersten Kuss verschwindet diese Frau – spurlos. Für Allain beginnt nun eine nervenaufreibende Reise, auf der er die Frau seines Herzens sucht, was in einer Großstadt gar nicht so einfach ist. Erst recht nicht, wenn man weder die Telefonnummer, noch einen Nachnamen hat. Ganz und gar nicht einfach. 
Die Geschichte glänzt nicht unbedingt mit Spannung. Manchmal kommt sie sogar etwas dahingezogen vor. So gefiel mir die ganze Periode mit der Schauspielerin Solène Avril nicht so sehr. Obwohl sie in gewisser Weise ein herzlicher Charakter sein soll, konnte sie mich nicht erreichen. Allain allerdings gefiel mir mit seinen träumerischen Ansichten sehr gut. Auch sein Freund Robert und der Regisseur Allan Wood sind gelungene Charaktere. Das große Geheimnis bleibt natürlich die Frau im roten Mantel. Ihre Geschichte kommt natürlich erst sehr spät ans Licht, also darf man neugierig bleiben. Da es nicht die Spannung ist, die das Buch ausmacht – es geht oft hin und her, auf und ab und nimmt die schlimmstmöglichen Wendungen – bleibt noch die atemberaubende Atmosphäre. Auf nahezu jeder Seite werden Straßen erwähnt, bestimmte Cafés oder andere kleine Läden in Paris, einfach sehr schöne Orte, die man sich toll vorstellen kann. Ein besonderer Schauplatz ist in diesem Roman die Pont d’Alexandre III, über die auch ich gegangen bin. Und ich konnte nicht anders, als an Allain und seine Traumfrau zu denken. Das Hin und Her, das ich erwähnt habe, kann den Leser schon stören, doch ich finde, dass all die Abweichungen vom graden Weg mit Sinn gefüllt werden. Auch wenn einem die Umstände manchmal komisch vorkommen und man die Gründe einfach nicht verstehen kann, wird am Ende doch alles logisch aufgeklärt. Ich selbst habe schon mit anderen Wendungen gerechnet und war zwischenzeitlich doch überrascht. 
Die Kulisse, also noch näher betrachtet, als das große Ganze, ist ebenfalls toll. Das Kino, das Allain betreibt, steht oft im Vordergrund. Diesen kuscheligen Ort konnte ich mir wahrlich vorstellen. Insgesamt finde ich das Thema Kino und Film toll umgesetzt und es herrscht im gesamten Roman vor. 
Der Stil von Barreau ist fließend und genauso romantisch wie seine Geschichte. Mich hat nichts daran gestört, im Gegenteil. Ich fand die netten Einarbeitungen von Pariser Orten herrlich. Auch der Humor, der des Öfteren mitschwingt ist sehr gelungen. Vielleicht ist das Happy-End ein wenig übertrieben, aber was soll man von der Stadt der Liebe schon erwarten?



Vielleicht ist „Eines Abends in Paris“ nicht das perfekte Buch. Aber für mich war es das perfekte Buch für Paris. Ich habe mit Allain geträumt, gelitten und mich gefreut. Ich habe die prickelnde Romantik aus jeder Seite gelesen und bin ich eine liebevollen und traumhaften Atmosphäre abgetaucht. Diese Atmosphäre verleitet mich dazu, dem Buch 4,5 Spitzenschuhe zu geben. Das Buch ist eine tolle und romantische Reise durch das wunderschöne Paris. Wenn ihr euch nach Paris träumen wollt, dann greift zu diesem Buch! 






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