4. Oktober 2017

Rezension: "Das Juwel - Der schwarze Schlüssel" von Amy Ewing


Titel: Das Juwel - Der schwarze Schlüssel
Autor: Amy Ewing
Verlag: Fischer
Preis: 18,99€
Seiten: 400

Für mich war die Reihe „Das Juwel“ vor Jahren eine nette Überraschung. Anfangs dachte ich, die Bücher würden lediglich von ihren Covern leben und mich konnte auch der erste Teil nicht vollkommen überzeugen – aber er wartete mit einer tollen Idee auf und deswegen las ich weiter. Der zweite Teil formierte die Idee etwas genauer und so griff ich gespannt zum Finale „Der schwarze Schlüssel“. Für mich ist der Abschluss tatsächlich das beste Buch der Reihe, wobei mir alle ganz gut gefielen. Man fließt toll durch die Geschichte und den Stil und wartet auf das packende Ende. Das Ende gefiel mir wirklich sehr gut. Es gibt Triumphe, Wendungen, Verluste und Tränen. Insgesamt ist dieser dritte Teil ein toller Reihenabschluss, einer intelligenten und durchdachten Reihe!

Violet und der Geheimbund Der Schwarze Schlüssel bereiten einen Angriff auf den Adel vor, und Violet soll eine zentrale Rolle dabei spielen. Sie muss die jungen Frauen anführen, die die Auktion manipulieren und die Mauern der Einzigen Stadt zum Einstürzen bringen sollen. Doch Violet ist hin- und hergerissen. Ihre Schwester Hazel ist im Palast der Herzogin vom See gefangen. Um ihre Schwester zu retten, muss sie ihre Freunde und die gute Sache im Stich lassen und in das Juwel zurückkehren.

Am Anfang fiel es mir gar nicht leicht, wieder ins Geschehen zu finden. So viele Namen, so viele Gaben…ich hatte ein bisschen den Durchblick verloren. Die Handlung beginnt unmittelbar und plätschert keinesfalls nur so vor sich hin. Nach einer Weile werden dem Leser aber genügend Informationen gegeben, damit er sich wieder an alles Wichtige erinnert. Violet war für mich nie die perfekte Protagonistin und anfangs nahm ich ihr die Liebe zu Ash überhaupt nicht ab. Aber diese wurde auf jeden Fall authentischer und steht in diesem Buch auch keinesfalls im Vordergrund. Warum ich sie nicht wirklich mochte, weiß ich gar nicht. Im Grunde ist Violet sympathisch und stark. Vielleicht ein bisschen zu stark und zu mächtig. Aber natürlich muss genau so ein Charakter in diese Geschichte, damit sie so richtig in Fahrt kommen kann. Eigentlich finde ich, dass Violet authentisch handelt und relativ rational denkt. Nur an zwei, drei Stellen schüttelte ich über sie den Kopf. Aber sie schafft es, den Leser in ihre Geschichte zu ziehen und bleibt die starke Heldin von genau dieser. Auch Ash wurde in diesem Buch endlich mal mit Charakter gefüllt und ich hatte keine Abneigung mehr gegen ihn. Die anderen altbekannten Nebenfiguren treten ebenfalls wieder auf. Mein persönlicher Liebling ist Garnet, aber auch Lucien ist eine tolle Person, die mich in diesem Buch zu Tränen rührte… Die Paladinnen sind ebenfalls toll, auch wenn ich diese immer wieder durcheinander brachte. Um ihre Charaktere wirklich zu durchschauen, hätte man den zweiten Teil unmittelbar vor Band drei lesen sollen. Bei mir lag einige Zeit dazwischen, so dass ich die Mädchen und ihre Fähigkeiten nicht mehr so vor Augen hatte. Für genügend Bösewichte ist natürlich auch gesorgt, das ist ein Punkt, den Amy Ewing wirklich toll ausgearbeitet hat und voller Überzeugung vermittelt. Der gesamte Gedanke der Revolution ist authentisch und gut umgesetzt. In diesem Zusammenhang hat es mir auch richtig gut gefallen, dass sich für das Finale so viel Zeit genommen wird. Die Auktion zieht sich sicher über gute 80 Seiten, aber diese sind auch richtig spannend.
Der Spannungsbogen ist sowieso absolut gelungen. Es gibt keine wirklich langweiligen Stellen im Buch. Andauernd passiert etwas. Das kann actionreich, aber auch emotional verstanden werden. Man muss allerdings damit zurechtkommen, dass eine Revolution immer nach Opfern verlangt. Und davon gibt es in „Der schwarze Schlüssel“ einige. Es sterben nicht nur irgendwelche Nebencharaktere, sondern auch wahre Helden und Heldinnen. Dieser Aspekt ist sehr traurig, nimmt den Leser aber auch emotional mit. Und was wäre es für eine revolutionäre Geschichte, wenn am Ende niemand zu betrauern wäre, der für die Sache sein Leben gelassen hätte?
Es steckt viel Wahres in dieser Trilogie und deswegen gefällt sie mir sehr gut. Vielleicht beginnt der ein oder andere Mensch ja über Gesellschaftsstrukturen nachzudenken, indem er diese Dystopie liest. Es würde sich lohnen.
Der Schreibstil von Amy Ewing ist klasse. Und auch der Aufbau des Buches ist toll. Man kann sich verlieren und merkt gar nicht, wie viele Seiten man schon gelesen hat. „Der schwarze Schlüssel“ trumpft mit Ernsthaftigkeit und Emotionen auf und das gefiel mir sehr gut. Lediglich in ihrer Charakterzeichnung kann Ewing meiner Meinung nach noch Fortschritte machen. Das Finale der Trilogie und das Finale des Finals ist aber wirklich toll und ein reiner Lesegenuss, denn alles fügt sich zusammen und es leuchtet eine gewisse Logik auf.



Ich habe „Der schwarze Schlüssel“ beinahe verschlungen. Die Handlung ist toll und dieses Buch ist wirklich spannend. Amy Ewing zeichnet eine dystopische Revolution nach, die für mich sehr authentisch war. Emotionen, aber auch gefährliche Abenteuer überwiegen in diesem Buch. Der Schreibstil von Ewing ist angenehm und flüssig. Ihre Nebenfiguren sind ebenfalls toll und rühren den Leser zu Tränen. Lediglich in ihrer Protagonistin finde ich Punkte, die mir bis zum Ende nicht gefielen. Dennoch empfehle ich diese Reihe mit einer interessanten Handlungsidee und einer durchdachten Umsetzung bis zum Ende. Das Finale bekommt 4 Spitzenschuhe von mir und die ein oder andere Wendung werde ich sicher niemals vergessen...



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