12. August 2017

Rezension [Zerriss]: "HoN - Erwählt" von P. C. Cast & Kristin Cast


Titel: House of Night - Erwählt
Autor: P. C. Cast & Kristin Cast
Verlag: Fischer
Preis: 16,95€
Seiten: 448

Mit Neugier begann ich vor einer Weile die „House of Night“-Reihe. Ich las die ersten beiden Bände und griff zuversichtlich zum dritten Teil, den ich mir natürlich bereits besorgt hatte. Aber langsam dämmerte mir, dass all die Stimmen, die in Richtung „Ich-habe-die-Reihe-abgebrochen“ nicht unbegründet auftauchten. Einige Bekannte sagten mir „Und es wird immer noch schlimmer“ und deuteten damit Zoes Nervigkeit und all ihre Männergeschichten an. Leider muss ich sagen, hatten all diese Stimmen Recht. Mit jeder Seite war ich von der Protagonistin mehr genervt, konnte nicht glauben, was die Geschichte für eine Richtung einschlug und wie absurd doch alles war. An einer bestimmten Stelle spielte ich mit dem Gedanken das Buch abzubrechen – aber ich breche einfach keine Bücher ab. Selten hat mich ein Buch mehr aufgeregt als „Erwählt“ und trotzdem sehe ich weiterhin das Potenzial in der Geschichte. Im Moment lautet meine Parole: Durchhalten. Die Reihe wird sicher wieder besser. Der dritte Band ist allerdings ein Tiefpunkt.
Dunkle Mächte sind im House of Night am Werk und Zoeys Erlebnisse im Internat nehmen eine rätselhafte Wendung. Zoeys beste Freundin Stevie Rae ist untot und versucht mit aller Macht, ihre Menschlichkeit nicht vollends zu verlieren. Und Zoey hat keine Ahnung, wie sie ihr dabei helfen kann, aber sie spürt, dass alles, was sie und Stevie Rae herausfinden vor den anderen im House of Night geheim gehalten werden muss. Denn plötzlich scheint es keinen mehr zu geben, dem sie wirklich vertrauen können. Als es kaum noch schlimmer kommen kann, werden Leichen gefunden: ermordete Vampyre! Aber Zoey findet heraus, dass nichts so ist wie es scheint…
Wenn ich zusammenfassen müsste, worum es in „Erwählt“ geht, dann würde ich Zoey zitieren: „Ich glaube ich bin ein Flittchen.“ Denn das ist eigentlich das Einzige, womit sich die Jungvampyrin auseinandersetzt. Sie ist sich der Tatsache vollkommen bewusst, dass sie dreigleisig fährt. Oh ja, nicht zweigleisig. Nein, dreigleisig. Sie hat drei Freunde, ach wie nett. Da wäre einmal ihr offizieller: der Schulschwarm Eric, der total süß und lieb ist und sie auf Händen trägt. Aber Zoey schafft es eben auch nicht mit ihrem menschlichen Freund Heath Schluss zu machen, weil sein Blut ja so „geil“ ist. Und als wäre das noch nicht genug, treibt sie es auf die Spitze und betrügt Eric noch mit dem heißesten Kerl der Welt: ihrem Lehrer Loren Blake. Uuuh…Er ist ja so hot. Und er ist ein Mann. Oh ja, mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an diesen männlichen Mann denke, bei dem Zoey sich wie eine frauliche Frau fühlt...

WHAT?! IM ERNST JETZT?!

Begann die Reihe nicht noch sehr süß mit Internatsproblemen, Freunden, einer kleinen Liebesgeschichte und dem Verdacht, dass etwas viel Größeres abgeht? Oh ja, ich erinnere mich gut. Wann bitte haben die Autorinnen sich in diesem Mist verloren? Ich konnte wirklich nicht mehr mitzählen, wie oft Zoey selbst denkt, dass sie eine Schlampe ist. Und ja, jedes Mal sagte ich laut zu mir: „Sehe ich genauso“. Und immer wenn man denkt, dass sie das jetzt auf die Reihe bekommt, wird alles einfach noch viel schlimmer. Für den Leser ist Zoey eine reine Qual. Ihre Männergeschichten sind für mich wirklich das Highlight der Schlechtigkeit, aber auch im Allgemeinen ist Zoey einfach nur noch dämlich. Sie entwickelt sich zu einer Antagonistin und ich habe ihr einfach ALLES gegönnt, was am Ende des Buches geschieht. Ich weiß wirklich nicht, ob ich sie jemals wieder als Heldin der Geschichte wahrnehmen kann. Denn das ist sie derzeit definitiv nicht. Am allerschlimmsten war für mich übrigens ihre Entjungferung. Leider kann ich hier kein Bild meiner angewiderten Miene zeigen, aber stellt sie euch einfach vor.
Es ist mir ein Rätsel, wie man Ideale und Werte in einem Jugendbuch so durch den Dreck ziehen kann. Denn ich hatte das Gefühl, als wenn die Autorinnen es so darstellen, als wäre es sogar okay, dass Zoey eben mehrere Kerle auf einmal hat, die nichts voneinander wissen. Ich kann mein Entsetzen wirklich nicht beschreiben. So etwas gehört nicht in ein Jugendbuch. Punkt.
Aber zum Glück erntet Zoey das, was sie säht und all ihre Freunde wenden sich von ihr ab. Immerhin. Derzeit tendiere ich ja fast dazu, auf Neferets Seite umzuschwingen, aber das würde heißen, dass ein Krieg gegen die Menschen okay wäre. Ist es auch nicht. Also mal abwarten, zu welchem Team ich in Zukunft halten werde.
Die ganze Neferet-Geschichte wird übrigens nur auf Sparflamme erzählt. Eigentlich haben die beiden Kontrahentinnen kein Aufeinandertreffen in diesem Buch. Der eigentliche Kampf wird also deutliche verschoben – logisch, wovon sollen die anderen acht Bücher auch sonst handeln?!
Wenn ich es also auf den Punkt bringen darf: Die eigentliche Handlung der Reihe ist in „Erwählt“ vollkommen egal und es wird lediglich die Zeit darauf verwendet um darzustellen in was für eine falsche Richtung sich Zoey entwickelt. Ich denke sogar, dass das tatsächlich die Absicht der Autorinnen war, aber durch ihre drastischen Maßnahmen, muss man nach diesem Buch wirklich überlegen, ob man die Reihe weiterlesen will. Wegen moralischer Verwerflichkeit kann man das durchaus lassen.
Ich werde trotzdem weiter lesen. Das hat den simplen Grund, dass ich an irgendetwas in der Geschichte noch glauben will. Ich kann einfach nicht fassen, dass die Cast Familie ihre tolle Idee so verhunzt haben soll und glaube mal, dass es wieder besser wird. Hoffentlich. 
Trotz der furchtbaren Plotentwicklung las ich das Buch schnell und zwar nebenbei. Der Stil ist gut und es passiert immer wieder etwas, worüber man den Kopf schütteln muss. Langweilig ist das Buch keinesfalls, aber man muss sich ein dickes Fell anschaffen und das Verhalten der Protagonistin reflektieren. Warum ich das Buch dennoch schnell las, kann ich nicht sagen. Aber Zoeys Welt hat weiterhin Potenzial – auch wenn dieser Band unnötig war. Abgesehen von der Entwicklung um Stevie Rae. Aber das war’s.
Dazu noch ein paar Worte. Ich bin wirklich froh, dass Stevie Rae weiterhin vorkommt, auch wenn mich ihre Geschichte irritiert. Sie war immer die coolste Figur in den Büchern, obwohl ich auch Damien und Eric toll fand. Aber wer hätte gedacht, dass in diesem Buch der sympathischste Charakter Aphrodite sein würde. Nun ja, ich sag ja: Komische Entwicklungen.

Ich habe „Erwählt“ stark kritisiert. Wahrscheinlich stärker als die meisten Bücher. Doch die moralischen Vorstellungen der Protagonistin sind einfach nicht in Ordnung. Eine 18-Jährige sollte nicht dreigleisig fahren und einen dieser Männer auch noch ihren Lehrer sein lassen. Sie sollte ihre Freunde nicht hintergehen und so egoistisch handeln. Zoey ist einfach nur grauenhaft und nicht mehr als Heldin einer Jugendbuchreihe geeignet. Auch handlungstechnisch lässt dieses Buch zu wünschen übrig. Und dennoch hat es spannende Passagen und einen guten Stil. Ich sehe weiterhin Potenzial in der Geschichte, wünschte mir aber, dass die Autorinnen diesen Band nie so geschrieben hätten. So vergebe ich grade noch 2,5 Spitzenschuhe.



9. August 2017

Rezension [Hörbuch]: "Star Wars Episode IV - Eine neue Hoffnung" von George Lucas


Titel: Star Wars Episode IV - Eine neue Hoffnung
Autor: George Lucas
Sprecher: Wolfgang Pampel
Verlag: Random House Audio
Preis: 11,95€
Seiten: 256
Dauer: 6h 58m

Als ich noch klein war, schaute meine Mama mit mir den Film „Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung“ und berichtete mir dabei, wie sie den Film damals im Kino sah. Es war ihr Lieblingsfilm und in den 70ern sorgte er aufgrund seiner Effekte ja auch für Furore. Ich mochte den Film. Aber meine Generation liebt die Episoden I-III eben ein wenig mehr. Nachdem ich diese Episoden aber bereits als Hörbücher gehört hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie die älteren Episoden sich als Buch machen und griff zum Hörbuch zu Episode IV. Das Buch wurde im Übrigen von George Lucas selbst geschrieben, was es von den anderen fünf Episoden unterscheidet. Das Hörbuch bietet tolle Unterhaltung und ist für jeden Star Wars Fan wie mich absolut ideal. Allerdings verdeutlicht es nicht so stark verschiedene Hintergründe, wie es in den Episoden I-III der Fall ist und auch Wolfgang Pampel bleibt hinter dem Können von Philipp Moog als Sprecher zurück. Dennoch ist seine Stimme perfekt für diese Geschichte, ein paar Schwächen beinhaltet sie aber.
Fast vollständig wurden die Jedi-Ritter vernichtet, doch eine Rebellengruppe widersetzt sich den Befehlen Darth Vaders: Der junge Luke Skywalker erfährt von Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi seine Bestimmung - und nimmt gemeinsam mit dem Schmuggler Han Solo und Prinzessin Leia Organa den Kampf gegen die Dunkle Seite der Macht auf...
Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mich zurück ins Star Wars-Universum begeben kann. Die weit weit entfernte Galaxis, lange vor unserer Zeit ist mir einer der liebsten fiktiven Orte. Die Geschichten, die in ihr spielen sind spannend und unterhaltsam. Und nun widmete ich mich der allerersten Episode, die aus der Hand von George Lucas stammt: „Eine neue Hoffnung“.  Die Geschichte, mit der alles begann. Denn obwohl ich die Prequel-Filme mehr liebe, bin ich mir der Bedeutung der eigentlichen Saga bewusst. 
Das Hörbuch ist relativ kurz mit seinen sieben Stunden und spiegelt sehr deutlich den Film wider. Es gibt einige Szenen, die dazu geschrieben wurden und die das Verständnis des Hörers erweitern. Diese halten sich aber in Grenzen. In den jüngeren Episoden nehmen diese Teile mehr Raum ein. So ist die Handlung aber sehr stringent und man wird dennoch mit Zusatzinfos versorgt. Es gibt keine großen Unterschiede zum Film und für die filmische Atmosphäre sorgt die Stimme von Wolfgang Pampel, dem Synchronsprecher der Rolle Han Solo. Für mich klang der Sprecher manchmal etwas ruppig und lieblos. Man hörte manchmal, wenn die Kapitel zusammengeschnitten wurden, da sich die Tonlage veränderte. Allerdings hatte ich im Vorhinein schon gelesen, dass Pampel nicht überzeugen kann. Das empfand ich nicht so. Denn er verstellt seine Stimme den Charakteren entsprechend durchaus, wenn auch nicht so stark, wie es möglich wäre. Aber er liest mit viel Ruhe und Kraft. Für mich war er ein sehr passender Sprecher, denn auch Han Solo ist für mich ein toller Charakter, dem die Ehre gebührt, dieses Buch zu sprechen.
Die Geschichte an sich ist spannend und kurzweilig. Am Ende, im entscheidenden Angriff, verlor ich leider ein wenig die Übersicht. Aber man kann der Geschichte durchaus folgen. Es gibt humorvolle Stellen und so wird das Hörbuch zu wunderbarer Unterhaltung. Manchmal fiel mir der Stil von George Lucas etwas negativ auf, denn seine Vergleiche und Methaphern kamen mir merkwürdig vor. Irgendwann vergleicht er etwas mit einer Katze, was für mich ein Tier war, das absolut nicht in diese Galaxis gehört. Solche Momente ließen mich dann aufhorchen. Manchmal ist der Stil einfach nicht so galant, wie man es aus manch anderen Büchern kennt. Aber der Stil ist dennoch passend zur Geschichte und gerade durch die Handschrift von Lucas so authentisch.
Was mir außerdem gut gefiel, ist dass die Verbindung zwischen Episode III und IV deutlich wird. Ich finde, dass einiges klarer wird, dass Strukturen sichtbar gemacht werden. Und schon allein deswegen lohnt sich das Hören. 
Ich denke, zu den Charakteren brauche ich nicht viel zu sagen, da sie allgemein bekannt sind. Meine Lieblinge bleiben Obi Wan Kenobi und Chewbacca. Luc erscheint, wie auch im Film, etwas unbedarft und naiv. Doch seine Entwicklung kommt ja noch, wenn die Macht erst so richtig mit ihm ist.

„Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung“ hat all meine persönlichen Hoffnungen erfüllt und reiht sich in eine gelungene Hörbuch-Reihe ein. Manchmal fehlt dem Sprecher Wolfgang Pampel zwar das Feingefühl für die Geschichte, doch auch der Autor George Lucas hätte Kleinigkeiten besser machen. Beides ändert nichts an der spannenden Geschichte, die den Anfang dieses großen Epos bildet. Ich hatte viel Spaß beim Hören und kann Episode V kaum erwarten. Ich vergebe 4 Spitzenschuhe. Möge die Macht mit ihnen sein.





8. August 2017

Rezension [Klassiker]: "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen


Titel: Stolz und Vorurteil
Autor: Jane Austen
Verlag: Fischer Klassik
Preis: 8,00€
Seiten: 448

"Stolz und Vorurteil" ist einfach das perfekte Buch. Punkt.

Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Land, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. Zum allgemeinen Unverständnis hat sie die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt Elizabeth hartnäckig ihrem eigenen Urteil ...
Tatsächlich habe ich überlegt, den oberen Satz als Rezension hochzuladen. Es hatte seinen Reiz. Aber ein so wundervolles Buch verdient doch mehr als nur einen Satz.
Ich habe Jane Austens berühmtestes und meistgelesene Werk 2011 zum ersten Mal gelesen. Damals avancierte es sich zu meinem Lieblingsbuch. Doch ich hatte das Bedürfnis es noch einmal zu lesen. Hatte es den Status „Lieblingsbuch“ überhaupt noch verdient? Oder würde es mich beim zweiten Mal vielleicht langweilen? So entschloss ich mich zum zweiten Lesen. Und es war keine Enttäuschung. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich noch einmal in diese Geschichte, diese Charaktere, diesen Feinsinn verliebt. Denn „Stolz und Vorurteil“ ist und bleibt es: mein Lieblingsbuch.
Natürlich muss etwas Begründetes vorliegen, wenn ein Buch über mehr als 200 Jahre immer wieder gelesen und gepriesen wird. Jane Austen hat mit „Stolz und Vorurteil“ etwas Herausragendes geschaffen. Als Autorin ist sie unglaublich begabt. Sie schreibt über Dinge, die sie gut kennt und die deswegen sehr authentisch sind. Sie selbst lebte ein ähnliches Leben wie ihre Protagonistin Elizabeth Bennet, allerdings hatte Jane Brüder statt Schwestern und war Pfarrerstochter. Doch Bälle und Heiratsabsichten gab es zu Hauf. Zum Glück, denn so hat diese bemerkenswerte Frau es geschafft, uns mit ihren Büchern in ihre kleine Welt zu entführen und nie wieder loszulassen.
Die Geschichte um Elizabeth und Mr. Darcy ist sicher vielen bekannt. Jane Austen zeichnet in diesem Roman vor allem vielfältige Charaktere. Elizabeth steht für das Vorurteil, Mr. Darcy für den Stolz. Beide müssen einen Reifungsprozess durchlaufen, bevor sie einander ebenbürtig sind und zueinander finden können. Diese Reise ist einfach atemberaubend. Die Liebesgeschichte entspringt einer Hasstirade, wird zu einem zarten Pflänzchen und wird letztlich von wahren Gefühlen genährt. Ich liebe jede Szene zwischen den beiden Protagonisten, aber ich liebe genauso Jane Austens Humor und gezielte Gesellschaftskritik. Zwischen den Zeilen steht einfach noch viel mehr. Die Autorin hatte einen Spürsinn für Figuren, für Charaktereigenschaften und einen sehr gezielten Humor. Wie schlagfertig ist Elizabeth, wie höflich Mr. Darcy und sein Freund Bingley. Aber auch die Familie Bennet und noch viele andere Nebenfiguren haben so viel Detailliebe in ihrer Figur. Ach, was muss das für eine Zeit gewesen sein. Das Schöne ist ja, dass die Charaktere Fehler haben, sie aber bereit sind an sich zu arbeiten. Ich glaube kaum, dass viele Menschen es schaffen, eine so zarte Geschichte so unglaublich zu schreiben. Themen sind das Heiraten, drohende Armut, das Amüsement des Lebens und gesellschaftliche Zwänge. Alles ist toll verpackt und zu einem großen Ganzen gemacht, an dem ich absolut keinen Kritikpunkt habe. Wie gern würde ich der herzensguten Jane einmal begegnen, Mr. Bennet in seinem Arbeitszimmer zusehen oder beurteilen können, wie fies Miss Bingley wirklich ist. Die Charaktere haben Generationen geprägt und ich bin wirklich froh, dass „Stolz und Vorurteil“ noch so häufig gelesen wird. Denn es lohnt sich.
Der Stil von Austen ist genauso feinsinnig, wie ihr Gespür für die Geschichte. Man muss sich natürlich kurz daran gewöhnen, denn die höfliche Ausdrucksweise ist keineswegs heute noch in Gebrauch. Aber das macht dieses Buch noch schöner. Außerdem kommt man dennoch sehr gut durchs Buch, ja vielleicht mag das sogar am Stil selbst liegen. Manchmal ist Austen etwas ausschweifend, aber ich würde nicht einen Satz dieses Werkes streichen wollen. Die Schauplätze sind großartig und man kann sich einfach jede Kulisse vorstellen. Zauberhaft.
Ich bleibe bei meinem anfänglichen Urteil. Jane Austen hat mit dem Roman „Stolz und Vorurteil“ Literaturgeschichte geschrieben. Das Finden der großen Liebe, familiäre und gesellschaftliche Verpflichtungen und Charaktereigenschaften spielen große Rollen. Dazu hat das Buch seine ganz eigene Spannung, seinen ganz eigenen Charme und seine eigene tiefgreifende Botschaft. Man kann aus „Stolz und Vorurteil“ tatsächlich etwas lernen. Ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich mein Lieblingsbuch gelesen habe. Ein wahrer Schatz, den ich nicht höher bewerten kann als mit fünf Spitzenschuhen. Leider.



6. August 2017

Mein Monatsrückblick: Juli

Hallo ihr Lieben!


Endlich komme ich dazu, meinen Monatsrückblick zu tippen. Gar nicht so einfach. Denn obwohl ich im Moment eigentlich Zeit habe, komme ich gefühlt zu gar nichts. Aber das kennt ihr sicher...
Was hat der Juli so gebracht? Eigentlich war es ein sehr netter Monat, der entspannteste seit langem. Meine Masterarbeit war vom Tisch und es war noch zu früh, um sich auf das abschließende Colloquium vorzubereiten. Also habe ich mich entspannt und Kraft gesammelt. Leider konnte ich nicht ansatzweise so viel Sport machen, wie ich wollte. Denn leider habe ich mir eine Verletzung eingehandelt. Durch Überlastung und zusätzliche Überdehnung habe ich leidet eine Knochenhautentzündung am Schienbein davon getragen. Jetzt ist das Laufen erst mal auf der Strecke geblieben. Sehr schade. Aber sowas schleppt man sonst ewig mit sich rum. Jetzt am Wochenende habe ich ein Tennisturnier, mal gucken, wie das dann mit dem Bein läuft.
Ich habe zwar nicht so viel Sport gemacht, dafür aber viel gelesen und gepuzzelt. Aber was soll ich auch sonst tun ;) Spaß! Jetzt wo die Sommerferien vorbei sind, muss ich auch wieder viel Training geben und so weiter. Das Leben lässt natürlich nicht auf sich warten.
Ein besonderes Ereignis im Juli war meine Polen-Reise. Gemeinsam mit meinem Vater besuchte ich Krakau und auch das KZ Auschwitz. Mit Klick auf die Namen gelangt ihr zu den Berichten, die ich bereits niedergeschrieben habe. Außerdem habe ich im Juli relativ viel gebloggt und auch neue Blogs entdeckt :) Außerdem habe ich an meinem Blog gearbeitet. Fallen jemandem die Unterschiede auf? :D
Ein schöner Übergang zu meinem buchigen Monat.


Insgesamt habe ich 15 Bücher gelesen




Demetrias Rache - Robert Gordion (221 Seiten) [Rezension]

Hummeldumm - Tommy Jaud [Hörbuch] (320 Seiten) [Rezension]

Malou - Diebin von Geschichten - Lisa Rosenbecker (247 Seiten) [Rezension]

Solo für Sophie - Claudius Morgen (288 Seiten) [Rezension]

Sturz der Titanen - Ken Follett [Hörbuch] (1041 Seiten) [Rezension]

Nova und Avon - Mein Böser, böser Zwilling - Tanja Voosen (304 Seiten) [Rezension]

Die vierte Braut - Julianna Grohe (360 Seiten) [Rezension]

Der Vorleser - Bernhard Schlink (207 Seiten) [Rezension]

Star Wars Episode III - Die Rache der Sith - Matthew Stover [Hörbuch] (500 Seiten) [Rezension]

Schreiben nach Auschwitz - Günther Grass (48 Seiten) [Rezension]

House of Night - Betrogen - Kristin Cast & P. C. Cast (512 Seiten) [Rezension]

Book Elements - Die Magie zwischen den Zeilen - Stefanie Hesse (286 Seiten) [Rezension]

Galgenmädchen - Jean-Claude und Rijckeghem und Pat van Beirs (496 Seiten) [Rezension]

Schicksalsbringer - Fortunas Vermächtnis - Stefanie Hasse (40 Seiten) [Rezension]

Promise - Die Bärentöterin - Maya Shepherd (297 Seiten) [Rezension]


Seiten gesamt: 5167

Hardcover: 3, Taschenbücher: 4, Ebooks: 3, Hörbücher: 3, E-Shorts: 1, Vortragsschrift: 1


Was für ein  Lesemonat. Er kommt nahe an den April heran, in dem ich ja meinen persönlichen Rekord aufstellte. Damals las ich sogar ein Buch weniger, dafür aber mehr Seiten. Denn ich bin mir der geschönten Zahlen des August bewusst, schließlich waren drei der Bücher Hörbücher und zwei lediglich kurze Schriften. Aber ich bin dennoch mehr als zufrieden :)


Die Bücher hielten sich zumeist im guten Mittelfeld. Mein Highlight war auf jeden Fall "Malou - Diebin von Geschichten". Das Buch lag schon seit längerem auf meinem SuB und ich freue mich immer, wenn mein kleiner Karli solche Schätze ausgräbt. Lisa Rosenbecker konnte mich mit diesem Buch jedenfalls vollkommen überzeugen! Tolle Charaktere, innovative Geschichte, viel Spannung und ganz viel Liebe zum Detail. Ich kann euch dieses Buch wirklich nur wärmstens empfehlen, das im Moment übrigens seinen 1. Geburtstag feiert.
Mein zweites 5-Sterne Buch war in diesem Monat "Nova und Avon - Mein böser, böser Zwilling" von Tanja Voosen. Der Autorin bin ich sogar bereits begegnet und sie ist wirklich super nett! Ihr Kinderbuch konnte mich wunderbar unterhalten. Am Ende musste ich wirklich über die Bewertung nachdenken und entschied mich dann für die Höchstmarke. Denn in meinen Augen hat Tanja Voosen ein perfektes Kinderbuch geschrieben, an dem mir nichts fehlte.
Mit 4,5 Sternen habe ich "Galgenmädchen" bewertet, was sich ebenfalls als SuB-Schatz entpuppte. Dieses Buch ist etwas Besonderes, das viel zu unbekannt ist! Es handelt von der Geschichte einer starken jungen Frau, die zwischen Armut und Spionage zu einer reifen Persönlichkeit wird. Wahnsinnig gut! 
Durchweg gut waren viele Bücher in diesem Monat! "Die vierte Braut" von Julianna Grohe wurde immer viel gelobt und ich las die Märchenadaption mit viel Freude. Es war nicht herausragend, aber auf jeden Fall beinhaltet es eine schöne Geschichte. Auch gut gefallen hat mir "House of Night - Betrogen". Zwar gefiel mir der erste Teil besser als sein Nachfolger, aber das Buch ist aufregend und bietet viel Abwechslung. Ich hatte auch etwas zu meckern, aber das könnt ihr in der Rezension nachlesen, wenn ihr möchtet. 
Der Vertreter meiner Klassiker-Rubrik war in diesem Monat Berhard Schlinks "Der Vorleser". Ich habe das Buch eher wegen einer Challenge eingestreut, aber es hat mich wirklich positiv überrascht. Es war doch sehr viel ernster, als ich annahm. Aber es konnte mich abholen und ich kann den "Klassiker-Status" gut verstehen. Jetzt bin ich auf den Film gespannt. Ein sehr interessantes und besonderes Buch war mein Leserundenbuch in diesem Monat. "Solo für Sophie" von Claudius Morgen interessierte mich sofort aufgrund des Covers und dem Thema der Musik. Irgendwie hat das Buch etwas seltsames, aber positiv seltsames. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes und bricht aus meinem Lese-Kanon aus, aber deswegen gefiel es mir auch gut.
Bei "Promise - Die Bärentöterin" wusste ich lange nicht, was ich von dem Buch denken sollte. Aber ehrlich gesagt hat es mich gerade am Ende gepackt und inzwischen halte ich die Geschichte für interessant. Auf jeden Fall würde ich gern wissen, wie es weiter geht. Wegen anfänglicher Schwäche habe ich es aber nicht so stark bewerten können. Trotzdem hat es Potenzial. 
Ein Buch, das ebenfalls kein Überflieger, aber besser als erwartet war, ist "Demetrias Rache". Das Buch hat meine Oma mir empfohlen und ihr zur Freude habe ich es gelesen. Ich dachte ich müsste mich quälen, aber ehrlich gesagt war es sogar ganz nett.
Mein Flop des Monats ist klar bennenbar, dabei habe ich ihm sogar 3 Sterne gegeben. Im Vergleich zu den anderen Büchenr war "Book Elements - Die Magie zwischen den Zeilen" aber leider schwach. Die Geschichte war ganz cool, die Protagonisten konnten mich aber leider nicht überzeugen. Irgendwie hat etwas gefehlt. Sehr schade, denn das kann Stefanie Hasse doch deutlich besser.
Kommen wir zu meinen Hörbüchern. Ich habe noch nie so viel gehört, wie in diesem Monat. Das liegt noch immer an meinem 6000-Teile Puzzle. Beim Puzzlen höre ich Hörbücher und es ist unglaublich, wie viel Zeit in so einem Puzzle steckt. Ich bin leider noch immer nicht fertig, aber ich bin auf der Zielgerade. Beim Puzzlen hörte ich das Mammut-Projekt "Sturz der Titanen" von Ken Follett. Ein beeindruckendes, gigantisches Werk. Ich hatte kleine Kritikpunkte, aber es ist ein wahnsinnig gutes Buch! Das andere Puzzle-Hörbuch war "Star Wars Episode III - Die Rache der Sith" und es war großartig! Ich hatte Angst vor dieser Episode, aber sie hat mich umgehauen! Philipp Moog ist ein so guter Sprecher, dass ich ihn jetzt schon vermisse, denn ich habe seine drei Hörbücher nun leider durch...
Das dritte Hörbuch hörten mein Vater und ich auf dem Weg nach Krakau: "Hummeldumm" von Tommy Jaud. Es ist locker leicht und super lustig und war daher für eine lange Autofahrt genau das richtige.
Am Ende kommen wir noch zu meinen "Schummelbüchern". Die Vortragsschrift "Schreiben nach Auschwitz" von Günther Grass ist es durchaus wert gelesen zu werden. Sie regt zum Nachdenken an und setzt sich gelungen mit der Verarbeitung des Nationalsozialismus in der Nachkriegszeit auseinander. 
Das E-Short war ganz anderer Natur. Es handelte sich um "Schicksalsbringer - Fortunas Vermächtmis" ebenfalls von Stefanie Hasse. Das Buch dazu habe ich inzwischen zu Hause und ich freue mich nach diesem E-Short so sehr aufs Lesen von "Schicksalsbringer". Denn das E-Short ist klasse, es stimmt wunderbar auf die Geschichte ein und unterhält.


Das waren sie, meine Bücher aus dem Juli. Ich bin wirklich zufrieden. Wie man vielleicht merkt, versuche ich weiterhin hart an Karlis Abbau zu arbeiten, aber ich weiß, dass all das im September zunichte gemacht werden wird. Denn zum Geburtstag wünsche ich mir beinahe nur Bücher...Armer Karli. Aber bis dahin kommt nun erst einmal der August. Und der bringt den Abschluss meines Studiums...Was für ein Gedanke. Ansonsten bleibe ich im August entspannt, spiele ein bisschen Tennis und beende mein Puzzle. Hoffentlich.

Wie sieht es bei euch aus? Wie war der Juli, was plant ihr für den August? :)


Eure Julia

3. August 2017

Rezension: "Promise - Die Bärentöterin" von Maya Shepherd


Titel: Promis - Die Bärentöterin
Autor: Maya Shepherd
Verlag: selfpublished
Preis: 3,99€
Seiten: 297

Maya Shepherd ist ein Name, den ich erst durchs Bloggen kennenlernte. Eine sympathische Bloggerin, aber auch eine gute Autorin. Als der erste Teil ihrer „Promise“-Reihe kostenlos zu haben war, lud ich mir sofort „Die Bärentöterin“ herunter und begann kurz darauf die Dystopie zu lesen. Bis zur Hälfte des Buches war ich wirklich enttäuscht - von der Protagonistin, der Handlung, dem Stil. Aber mit der Zeit wurde die Geschichte spannender. Der Spannungsbogen wird nur langsam, aber in einer steigenden Gerade aufgebaut, so dass ich am Ende gar nicht merkte, dass mich die Geschichte doch interessierte. Erst als ich durch war, fiel mir auf, dass ich wirklich wissen will, wie es weiter geht. „Die Bärentöterin“ ist ein Buch mit Schwächen, aber dennoch hat die Autorin etwas richtig gemacht. Denn so unbeeindruckt wie anfangs, bin ich keinesfalls mehr!

Weit mehr als die Hälfte der Menschheit starb an einer unbekannten Seuche. Jegliche Strom-, Wasser- und Nahrungsversorgung ist zerstört. Es gibt weder eine Regierung noch Gesetze oder Regeln. Die Städte liegen in Trümmern und Gangs beherrschen die Straßen.
Das ist die Welt, in der Nea lebt. Nach dem Tod ihres besten Freundes und großer Liebe Miro begibt sie sich auf die Reise nach Promise, wo ein normales Leben möglich sein soll. Vor ihr liegt ein weiter Weg voller Gefahren und Zweifel. Zudem lastet auf ihrem Herzen eine schwere Schuld.

Ich muss sagen, dass ich anfangs am meisten mit dem Stil kämpfen musste. Ich hatte bereits vorher etwas von Shepherd gelesen und hatte den Stil als flüssig in Erinnerung. Der Prolog ist schön formuliert und führt in die Geschichte ein. Als ich dann aber mit Nea, der Protagonistin, in Kontakt kam, bekam ich Schwierigkeiten. Nea war für mich absolut nicht greifbar. Ich konnte ihre Empfindungen nicht nachvollziehen, nicht verstehen, was sie vorhat und was sie dazu treibt. Natürlich ist Letzteres auch ein gewisses stilistisches Mittel. In jedem Kapitel kommt ein Flashback vor, der kursiv gedruckt ist. So erfährt man nach und nach mehr über Neas Vorgeschichte. Man erfährt, dass ein Junge namens Miro wohl der wichtigste Mensch in ihrem Leben war und dass er tot sein muss. Wie lange das her ist, bleibt unklar. Es werden Momentaufnahmen geschildert, an die Nea immer aus der aktuellen Situation heraus erinnert wird. Diese Flashbacks gefielen mir und waren keinesfalls Grund für meine Probleme mit dem Stil. Er ist einfach etwas ungeschliffen. Zwei, drei Rechtschreibfehler haben sich ins Buch geschlichen. Ich überlese diese natürlich, vor allem bei Selfpublishern, aber erwähnen möchte ich sie trotzdem. Störend war für mich eher diese neutrale Art, in der erzählt wird. Irritierend ist auch die „Sie-Perspektive“. Denn eigentlich ist die Geschichte wie gemacht für einen Ich-Erzähler und ich hatte auch das Gefühl, als wenn der auktoriale Erzähler sich lediglich auf Nea bezieht, was die begrenzte Sicht irgendwie unnötig machte. Für mich wäre mit ihr als Ich-Erzählerin mehr Authentizität in den Stil geflossen. So stolperte ich manchmal. Auch passte mir die ein oder andere Formulierung nicht. Aber all das nahm im Laufe des Buches ab, trug aber dazu bei, dass ich die Geschichte auf dem ersten Drittel wirklich nicht gut fand. Andauernd änderte sich der Fokus, neue Leute kamen und gingen und alles war so ziellos. Das änderte sich.
Für mich hat Maya Shepherd gerade noch den Bogen bekommen. Denn die Geschichte steigert sich unbemerkt sehr stark! Während Nea anfangs nicht genau weiß, wie sie nach Promise kommen soll, währenddessen auf zwielichtige Gestalten trifft und letztendlich bei den Carris landet, kommt im zweiten Teil ein viel deutlicherer Fokus heraus. Die Flashbacks werden klarer und tragen größere Teile zur Geschichte bei. Man bekommt langsam ein Gefühl für die Figuren, auch wenn Nea mir jederzeit unsympathisch war. Der Hund, der sie zwischenzetlich begleitet, war mein persönlicher Held. Auch die Zwillinge waren tolle Figuren und mit ihnen wandelte sich dann auch die Geschichte. Letztendlich ist es aber Kasia, die für den absoluten Turn sorgt und auch länger an Neas Seite bleibt. Hinzu kommt der schweigsame Arras – ein Kämpfer, der mehr mit Nea gemeinsam hat, als sie gedacht hätte. Das zarte Pflänzchen zwischen den beiden gefiel mir sehr gut. Und die nervige Kasia ist auch ein gelungener Charakter, der ungewöhnlich ist, sich aber gut in die Geschichte fügt. 
Der Weltentwurf von „Promise“ ist für mich ein wenig unausgereift, aber durchaus innovativ. Ich denke, dass in den Folgeteilen noch mehr Details dieser Welt herauskommen, was ich begrüßen würde. So macht die Situation zwar Sinn, der Leser wird aber über Vieles im Dunkeln gelassen. Die Carris sind ein Völkchen, über das man gern mehr wissen will. Vor allem am Ende. Die große Überraschung, die den Cliffhänger einläutet, überraschte mich nicht wirklich. Ich rechnete beinahe damit, fand es aber nicht ganz logisch. Das ändert aber nichts daran, dass der Cliffhänger wirklich fies gesetzt ist. Natürlich muss man jetzt weiterlesen. Selbst, wenn man die Geschichte bis dahin vielleicht gar nicht so toll fand.


Ich war die erste Hälfte des Buches überzeugt, mich durch die Geschichte quälen zu müssen. Die Protagonistin empfand ich als unsympathisch, die Handlung als sprunghaft und ziellos. Aber mit der Hälfte des Buches steigert sich alles. Die Charaktere werden beständiger, die zwischenmenschlichen Handlungen sehr viel interessanter und die Geschichte findet ihren Fokus. Der Stil war nicht ideal, zum Ende hin kam ich aber hinein. Am Ende hätte ich nicht gedacht, dass Maya Shepherd mich doch so mitreißen kann, denn ich überlege bereits fieberhaft, wo ich den nächsten Teil herbekomme. Es ist ein seltsames Phänomen, dass ich eine Reihe unbedingt weiterlesen will, die ich anfangs so schwach fand. Aber die Spannungselemente sind eben richtig gesetzt und an die Nebenfiguren kann man sein Herz verlieren. Der Cliffhänger sorgt dann für den Rest. Ich vergebe 3,5 Spitzenschuhe, die aufgrund des schwachen Anfangs zu Stande kommen. Ich hoffe sehr, dass der zweite Teil keine Anfangsprobleme aufweist und ich mich sofort in dieser Geschichte verlieren kann.



2. August 2017

Review: "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"


Titel: Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Regie: Luc Besson

Länge: 138 Minuten

FSK: 12

Produktionsland: Frankreich

Erscheinungsjahr: 2017




„Valerian“ wird als aktueller Blockbuster gepriesen und beworben – doch so gut soll er nicht sein. Mein Bruder und ich wollten uns selbst ein Bild von dem Film machen, der zwar für seine Effekte gelobt, aber für seine Handlung verspottet wird. Also ab ins Kino. Und man muss sagen: „Valerian – Stadt der tausend Planeten“ biete wirklich gute 3D-Unterhaltung und ist nett anzuschauen – in die Tiefe geht der Film aber nicht. Einige Fehlbesetzungen lassen den Zuschauer außerdem den Kopf schütteln. Hätte man in der Hauptrolle jemand glaubwürdigeres gewählt, wäre meine Meinung vielleicht eine andere.




Im 28. Jahrhundert sorgen der Spezialagent Valerian (Dane DeHaan) und seine Kollegin Laureline (Cara Delevingne) für Recht und Ordnung in der Galaxis. Gerade haben sie ein wertvolles kleines Alien sichergestellt (einen Transmulator, der Gegenstände kopiert), da führt der Weg der ungleichen Gesetzeshüter in die gigantische Weltraum-Metropole Alpha, wo unzählige verschiedene Spezies friedlich zusammenleben. Die Bewohner haben ihr Wissen vereint und nutzen es zum Vorteil für alle. Doch auf der riesigen Weltraumstation stimmt etwas nicht. Kommandant Arun Filitt (Clive Owen) glaubt, dass sie von einem Virus zerfressen wird – Valerian und Laureline sollen herausfinden, was los ist. Als Laureline dann auf Alpha vom verrückten Diktator Boulan Bathor III (Roman Blomme) gekidnappt wird, führt die Spur für Valerian ins Rotlichtviertel Paradise Alley. Dort begegnet er der Gestaltwandlerin Bubble (Rihanna), die bei der Befreiung seiner Kollegin eine große Hilfe sein könnte…



Der größte Kritikpunkt an diesem Film war für mich von Anfang an die Besetzung der Rolle Valerian mit Dane DeHaan. Selten habe ich einen bubihafteren Superagenten gesehen. Ich konnte ihm diese Rolle einfach keine Sekunde lang abnehmen, was sehr schade war. Aber wirklich: Der Mann ist vielleicht ganz nett, weil er so normal aussieht, aber dann kann man ihm doch nicht eine Rolle eines Mannes geben, der an jedem Finger 10 Frauen hat, ein Draufgänger und Macho ist. Egal wie süß oder nett er auch gespielt hat – Dane DeHaan passt leider gar nicht in diesen Film. Es ist nicht mal seine Schauspielerei, sondern diese Unauthentizität. Die weibliche Hauptrolle Laureline ist mit Cara Delevingne auch nicht unbedingt ideal besetzt, aber bei ihr macht das weniger. Das schöne Liebchen, das eher eine Nebenrolle spielt, nimmt man ihr wunderbar ab. Außerdem ist das Model natürlich etwas fürs Auge und oft zeigen ihre Outfits auch durchaus die Vorzüge der jungen Frau. Gegen sie als Laureline hatte ich nichts, wenn man mal davon absieht, dass sie zu gut aussieht. Die Chemie zwischen Valerian und Laureline konnte mich nicht ganz überzeugen, die Geschichte zwischen ihnen passt aber zum Film. Dass Valerian aber schon sehr früh vom Heiraten spricht, nervte mich dann schon. Die Nebenfiguren sind gut besetzt, diese spielen aber auch quasi keine Rolle. Insgesamt sind die animierten Figuren sehr viel interessanter als die menschlichen. So zum Beispiel der süße Transmulator oder die drei komischen Vögel. Schauspielerisch ist dieser Film keine Glanzleistung. Auch Rihannas Auftritt macht die Sache nicht unbedingt besser. Ihr Varieté-Auftritt ist klasse. Ansonsten musste die Gute aber auch nicht viel tun.
Kommen wir von den Schauspielern mal zu Handlung. Die ist ganz ok. Von Spannung kann man nicht unbedingt reden, denn es wird ungefähr sieben Mal stark angedeutet, wenn nicht sogar offensichtlich gezeigt, wer der Bösewicht im Film ist. So kann dann auch wirklich jeder Kinozuschauer folgen. Immerhin. Manchmal ist die Handlung durch die verschiedenen Welten dann doch verwirrend. Das Zwischengeplänkel von Valerian und Laureline sorgt durchaus für Schmunzler. Man kann sich von der Geschichte gut berieseln lassen und es ist nicht die andauernde Ballerei wie beispielsweise bei den Avengers. Dennoch fehlt ein wenig der Biss in der Geschichte. Gelangweilt habe ich mich allerdings nie und die Zeit kam mir nicht so lang vor, wie sie eigentlich war. Daher hat der Film schon etwas richtig gemacht.
Nachdem ich nun eher mittelmäßige Sachen angerissen habe, komme ich mal zum grandiosen Teil des Ganzen: die Effekte. Mein Bruder sagte nach dem Film zu mir: „Hallo Greenscreen“. Und er hatte natürlich Recht mit dem, was er meinte. Denn viel können die Schauspieler nicht vor richtigen Kulissen gedreht haben. Der Greenscreen war sicher ständiger Begleiter. Das heißt aber auch, dass der Film quasi für 3D gemacht wurde und deswegen in jeder Minute etwas passiert, was für das Auge interessant ist. Die Schauplätze sind bildgewaltig, farbenprächtig und somit sehenswert. Die Bilder sind wirklich aufregend und das 3D lohnt sich sehr. Ohne 3D sollte man den Film besser nicht gucken, denn erst durch die Effekte wird er zu guter Unterhaltung.




Als „Blockbuster“ kann man das Weltraumabenteuer „Valerian“ nicht unbedingt bezeichnen. Der Film ist von der Handlung her ganz ok, wenn man sich berieseln lassen möchte. Die schauspielerische Leistung reicht leider nicht aus, was aber schon mit der Besetzung beginnt. Wirklich toll sind aber die Bilder, die 3D Effekte und die farbenprächtigen Kulissen. Es ist kein sinnloser Ballerei-Film, aber eben auch nichts Tiefgreifendes. Der Film hat mich dennoch gut unterhalten, weshalb ich im 3,5 Sterne gebe. Ich hatte einen amüsanten Kino-Abend. Und wenn ich ein Mann wäre, hätte Delevingne mich sicher noch mehr überzeugt.

1. August 2017

Meine Neuzugänge: Juli

Hallo ihr Lieben!



Es ist August! Waaaah....das geht alles wieder viel zu schnell. Im nächsten Monat werde ich schon 25. Ach je...Der kleine Bruder meines Freundes formulierte treffend: "Boah, dann bist du ja schon Mitte 20...". Ja. Wo er Recht hat.
Nun gut, aber dieser kleine Exkurs hat so gar nichts mit diesem Post zu tun. Er sollte lediglich verdeutlichen, wie schnell die Zeit doch wieder rennt. Daher schnell ein Themenwechsel: Da der August nun heute schon beginnt, wird es Zeit euch meine Neuzugänge aus dem Juli zu präsentieren. Ich war super - super schlecht. Oder zumindest teils teils. Meine eigenen Anschaffungen hielten sich wirklich in Grenzen. Ein Büchlein hier, ein E-Short da, eine Vortragsschrift noch da gekauft und Rezensionsexemplare auch mitgenommen. Aber das war's. Und dann kam wieder das Fremdeinwirken...

... Insgesamt gab es 10 neue Bücher ...






Ich habe im letzten Monat den zweiten Teil der "House of Night"- Reihe gelesen. Meine Schwägerin hat mir die ersten beiden Bücher vererbt und fieserweise angefügt, dass sie auch noch weitere Teile der Reihe hat. Und weil sie findet, dass die Bücher gerne bei mir im Regal stehen dürfen, statt bei ihr in einer dunklen Kammer, erbte ich nun auch die anderen Bücher, die sie aus der Reihe besaß. Solltest du das lesen Michelle - vielen Dank! Ich bin super froh, jetzt weiterlesen zu können und freue mich ehrlich! :)  Karli hat allerdings ein wenig geächzt unter all dem Gewicht.
Unschwer zu erkennen sind also die Teile 3-7 von HoN in der Mitte des Bildes. Rechts daneben seht ihr meine Errungenschaft aus Krakau, die ich Anfang des Monats mitgebracht habe. Es handelt sich um den verschiftlichten Vortrag "Schreiben nach Auschwitz" von Günther Grass. Ich habe es in einem jüdischen Buchladen in Krakau gekauft und einen Tag nach meiner Besichtigung des Lagers Auschwitz gelesen. Meinen Bericht und die Rezension findet ihr übrigens hier und mein Reisebericht an dieser Stelle. 
Links neben der HoN-Reihe ist das einzige richtige Buch, das ich selbst erworben habe. "Eden Academy" kaufte ich mir spontan bei einem Einkaufsbummel. Was soll man machen, wenn man so eine schnuckelige Buchhandlung betritt? :/ Ganz außen seht ihr meine neuen Star Wars-Hörbuch-Schätze. Die meiste Zeit des Julis habe ich mich mit Episode III beschäftigt - und ich habe es unerwarteterweise geliebt! Vor ein paar Tagen habe ich auch noch einmal den Film geschaut und nun kann ich das alles so viel besser verstehen! Wirklich zu empfehlen. Gestern trudelte dann Episode IV bei mir ein. Vielen Dank an Randomhouse-Audio an dieser Stelle :)
Dann bleibt nur noch das E-Short "Fortunas Vermächtnis", das ich mir kostenlos herunterlud. Auch das habe ich bereits gelesen und fand es toll!
Wäre meine liebe Schwägerin also nicht gewesen, wären von diesem Bild lediglich noch zwei ungelesene Schätze übrig. So ist meine Quote wieder zunichte gemacht, aber hey. Dafür habe ich mehr Spaß als erwartet :D Ich finde jedenfalls jeden einzelnen Schatz toll und ich bin sicher, dass auch Karli sich nur oberflächlich beschwert ;)



Was gab es bei euch so neues im Juli? Kennt ihr eines meiner neuen Bücher?


Eure Julia