31. Januar 2017

1. Challenge: Meine Vorstellung des Distrikts 8!

Hallo ihr Lieben!


Vielleicht habt ihr auch schon ein bisschen von der "Panem-Challenge" gehört, die die liebe Sinah von pinkmaibooks organisiert. Vielleicht seid ihr sogar auch ein Tribut? Ich bin nämlich eines und zwar aus Distrikt acht. Oh ja, ich weiß, was ihr denkt. Distrikt acht? Waren das nicht die, die beim Füllhorn sofort draufgegangen sind?! Ähm ja...stimmt...bei den 74. Hungerspielen haben die armen Tribute aus meinem Distrikt nicht sehr lange durchgehalten. Aber wer hatte da schon eine Chance? 
Also verurteilt mein Distrikt nicht sofort! Wir sind vielleicht nur für die Textilien zuständig, aber tief in uns schlummert noch viel mehr. Welches Distrikt war es denn, das einen der ersten Aufstände angezettelt hat? Distrikt acht gehörte zu den ersten Distrikten, die für die Rebellion standen! Wir schaffen nicht nur die schönen glitzernden Klamotten für das Capitol oder die Arbeitskleidung der Friedenswächter und die Outfits der Tribute...wir schaffen mehr. Wir beginnen zu rebellieren!

Und deswegen schrieb ich folgendes Gedicht, um mein Distrikt vorzustellen. Da es auf dem Foto mit all dem Prunk und Glitzer wohl nicht so gut zu erkennen ist, gibt es den Text unter dem Bild noch einmal abgetippt.
Ich hoffe, der Interpretationsspielraum ist nicht allzu groß, doch als Germanistin bin ich kurz davor, eine Analyse mitanzufügen, in der das Reimschema usw. geklärt wird. Doch lassen wir das. Ich bin sicher, dass ihr alle das Glitzern und Funkeln richtig deutet...




Ein Glitzern, ein Funkeln

Ein Glitzern, ein Funkeln
Doch hört ihr das Munkeln?
                                                                                    
Ein Land, seine Leben
Von Herrschaft geprägt
Doch soll man aufgeben?
ist es längst zu spät?

Ein Land, seine Leben
Voll Hass, Pein und Qual
Diktatoren vergeben?
Hat man eine Wahl?
                                                                                                  
Ein Land, seine Leben
Man will aufstehn‘
Sich nicht mehr ergeben
Sein Recht sich nehm‘

Und da…
Ein Glitzern ein Funkeln
Doch hört ihr das Munkeln?

Fassade und Schein
Schönheit wird gemacht
Doch nicht für die Kleinen
In Distrikt acht

Fassade und Schein
Menschen sie schaffen
Nichts ist so rein
Im Capitol sie nur lachen

Fassade und Schein
Sie erheben sich nun
Wollen etwas mehr sein
Und endlich was tun

Und offenbar, ist es immer noch da
Ein Glitzern, ein Funkeln
Doch hört ihr das Munkeln?

Murmelnd und leise,
beginnt nun die Reise
Kleidung, Textil
Es steht mehr auf dem Spiel
Ein Distrikt voller Hass
Ist auf Hass Verlass?
Sie erheben sich endlich
Für die Menschen verständlich
Friedenswächter, Capitol
Überleben wir das wohl?
Es heißt von nun an:

Groß gegen Klein?
Arm gegen Reich?
Mut gegen Stolz?
Macht gegen Volk?

Von außen scheint alles immer so leicht
In acht schafft man alles, nur für das Reich
Die Kleidung, der Prunk, Uniformen zum Zeichen
All das produziert nur hunderte Leichen
Das Ergebnis der Armen ist zauberhaft schön
Doch dort ist man es nicht, könnt ihr das nicht sehen?

Ein Glitzern ein Funkeln,
ist alles was bleibt
doch hört ihr das Munkeln?
Die Wende sich neigt

Die Menschen sind stärker, als ihr glaubt
Erheben sich aus dem Dreck und dem Staub
Machen den Schritt und rebellieren
Dabei wissen sie: Sie können nur verlieren
Doch wer nicht kämpft, kann auch nie siegen
Und wird für immer unterliegen

Deshalb ist das Glitzern und das Funkeln
Lediglich ein äußerer Schein
Das leise Munkeln,
das muss nun sein!






Ihr Lieben, ich hoffe ich konnte mein Distrikt und seine Werte gut darstellen. Zumindest trage ich meinen Teil zur ersten Challenge der gesamten Challenge bei. Ich bin gespannt, auf all die anderen kreativen Beiträge :)


Was haltet ihr von meinem Gedicht? Habt ihr alles verstanden?


Eure Julia


30. Januar 2017

Rezension: "Percy Jackson - Die letzte Göttin" von Rick Riordan


Titel: Percy Jackson - Die letzte Göttin
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Preis: 9,99€
Seiten: 512

Nie hätte ich gedacht, dass ich eine Reihe wieder so liebgewinnen würde, wie die um den humorvollen Halbgott Percy Jackson. Eine Reihe, die ich nur beachtete, weil ich die beiden Filme kannte und für nicht allzu schlecht gehalten habe. Doch wenn man immer gesagt bekommt, dass die Bücher einfach so viel besser sein sollen, will man sich selbst überzeugen. Und deswegen habe ich mit der „Percy Jackson-Reihe“ begonnen – und ich habe es nie bereut! Ganz im Gegenteil, ich liebe diese Reihe. Mit jedem Buch wurde sie einfach immer besser, dementsprechend waren meine Erwartungen an den abschließenden fünften Teil unheimlich hoch. Doch „Die letzte Göttin“ ist ein grandioses Buch und genau das epische Finale, das man sich erhofft und gewünscht hat. Ich ziehe meinen Hut vor einem großartigen Autor, der eine herausragende Welt geschaffen hat, in die ich immer wieder eintauchen würde. Respekt, Herr Riordan!

Klappentext


Jetzt sind Percy und seine Freunde gefragt: Ihr Todfeind Kronos holt zum letzten Schlag aus und marschiert auf den Olymp zu, mitten ins Herz von New York - dabei sind doch die olympischen Götter alle ausgezogen, um gegen das wiedererstandene Monster Typhon zu kämpfen!
Gemeinsam mit den Jägerinnen der Artemis und den zum Leben erweckten Denkmälern der Stadt versuchen die jungen Halbblute, den Sitz der Götter zu verteidigen, aber zu allem Unglück haben sie auch noch einen Spion in den eigenen Reihen. 
Gut, dass wenigstens eine Göttin im Olymp zurückgeblieben ist ...

Meinung



Ich fühle mich nach diesem Buch eigentlich sehr sprachlos und befürchte, dass meine Rezension kurz ausfallen wird. Greift man zum fünften Teil der Reihe von Rick Riordan, weiß man, womit man es zu tun hat. Man hat Percy und seine Freunde auf seinem langen Weg gegen den Titan Kronos begleitet und fiebert auf jeder Seite mir. „Die letzte Göttin“ ist eine Art Familienzusammenführung. Einfach alle Götter, Halbgötter und Bösewichte, die man bisher kennengelernt hatte, tauchen auf. Jeder spielt eine mehr oder weniger wichtige Rolle und ergänzt die Handlung wunderbar! Im Mittelpunkt stehen natürlich Percy und Annabeth. Aber auch Grover hat einen großen Part und selbst der liebenswerte Tyson gehört wieder zur Truppe. Außerdem nehmen die Götter selbst einen größeren Teil als in den Vorgängern ein – doch wann auch sonst, wenn nicht jetzt? Das Buch ist ein einziges Abenteuer. Es beginnt direkt und ohne großen Einstieg, obwohl die ersten Kapitel durchaus als Auftakt dienen. Aber man ist von der ersten Sekunde an drin und zittert mit den Halbbluten - denn leider kann nicht jeder diese Schlacht überleben. Die Lage ist mehr als brenzlig. Percy und seine Freunde finden sich in einer nahezu ausweglosen Situation wieder. Sie müssen den Olymp verteidigen, da die Götter gegen ihren großen Feind kämpfen. Percy übernimmt von Beginn an die Anführerrolle und das macht er mehr als gut. Sein Charakter ist über die Jahre gewachsen und gereift und hat dennoch seinen Humor nie verloren. Er ist unglaublich stark geworden und erobert wohl die meisten Herzen. Auch endlich das von Annabeth? Ich habe am Anfang kritisiert, dass Percy sich immer schon relativ erwachsen verhalten hat und sein Humor ebenfalls nicht viel von dem eines 12-Jährigen gemein hatte. Doch inzwischen ist Percy 16 Jahre alt und er hat ein Kämpferherz. Er ist bereit sein Leben zu geben und das nur, um für das Gute zu kämpfen. Denn wir befinden uns wieder im ewig alten Krieg, Gut gegen Böse. Die böse Seite ist dabei beinahe übermächtig, doch die Bewohner des Camp Half Blood glauben an ihre Chance. Zum Glück! Denn so hat der Leser ein episches Finale. 
Schon sehr früh beginnt die entscheidende Schlacht und glücklicherweise ist sie nicht innerhalb weniger Seiten zu Ende. Es ist mehr als nur ein Kampf, ein Krieg, ein Finale. Das Buch ist spannend und voller Moral. Die Seiten blättern sich quasi von allein und immer mal wieder darf man aufatmen. Zwei Mal musste ich auch laut lachen, da Tyson mein Herz im Sturm erobert hat! Das Buch macht einfach unglaublich viel Spaß und ist ein Wiedersehen mit vielen geliebten Charakteren. Die Fäden der Handlung werden zusammengezogen und ich finde auch, dass die Handlung nicht allzu voraussehbar ist. Es gibt immer wieder kleine Überraschungen für den Leser. Toll fand ich den Zusammenhalt der guten Seite und positiv benennen, möchte ich auch die Rolle von Nico, dem Sohn des Hades. Für mich hat Rick Riordan mit diesem Buch ordentlich auf den Putz gehauen und einfach eine großartige Geschichte monstermäßig abgeschlossen. Auch wenn vieles überdimensioniert und nicht immer allzu realistisch ist, ist die Kulisse der Wahnsinn. New York, quasi im Trojanischen Krieg, ist einfach eine tolle Atmosphäre. Wie gern hätte ich dieses Buch verfilmt gesehen…Es ist wirklich traurig, dass die Reihe nie zu Ende gedreht werden wird – für dieses Finale hätte es sich gelohnt. Es gibt einfach so viele tolle Charaktere, so viele Handlungsschleifen, die richtig gut ausgearbeitet sind und trotz grausiger Lage hat der Leser immer wieder etwas zu lachen. Der Stil von Riordan bleibt sich treu und ist mehr als gelungen. Das Buch liest sich toll und ich liebe Riordans Humor. Ich habe absolut nichts an diesem Buch zu beklagen. Ich liebe es.

Fazit



Macht euch bereit für den entscheidenden Kampf zwischen den Göttern und den Titanen, den Halbbluten und den Monstern – Gut gegen Böse. Macht euch auf ein episches Finale gefasst, das alles hat, was es braucht. Außergewöhnlich tolle Charaktere, durchdachte Handlungsmuster, einer ordentlichen Prise Humor, Action, Freundschaft und natürlich Liebe. Percy war von Anfang an ein Held, doch „Die letzte Göttin“ hat ihn für mich unsterblich gemacht. Das Attribut „Schatz“ hat sich dieses Buch verdient und damit gehen die fünf Spitzenschuhe einher. Wer weiß…vielleicht muss Percy eines Tages wieder gegen Monster antreten und tanzt sie mit Hilfe meiner Wertung zu Tode?!



29. Januar 2017

Meine Neuzugänge: Januar

Hallo ihr Lieben! :)


Der Monat neigt sich wieder dem Ende zu und das heißt natürlich, dass ich einen Blick auf meine Neuzugänge riskieren sollte ;) Die Formulierung ist lediglich meiner Ambition geschuldet, Karli zu verkleinern. Denn im Prinzip freue ich mich ja über jedes neue Buch, das mich erreicht - auf welchem Weg auch immer - und in meinen Besitz wandert.  Tja, aber da ist ja auch der kleine süße Karli, der derweil an die 120 Bücher groß ist und unbedingt auf 90 will...Er ist ebenso ambitioniert wie ich, wie ihr merken könnt ;) Und für alle, die sich gerade fragen, ob ich schizophren bin...Nein...Karli ist der Name meines SuBs ;) also Entwarnung!
Lange Vorrede...Ich habe gesündigt. Dabei dachte ich wirklich, dass es im Januar quasi keine Neuzugänge geben würde. Tja...dumm gelaufen. Wie ihr auf meinem Bild sehen könnt, sind es sogar so einige..



Zwei Hörbücher, ein ebook, sechs Taschenbücher und zwei Hardcover (eins habe ich auf dem Bild leider vergessen). Insgesamt also 10 neue Bücher...oh oh. ..


Aber was soll ich tun. Randomhouse hat einfach zu viele tolle Bücher im Programm. Der Verlagsgruppe verdanke ich nicht nur das neue Hörbuch "P.S. I still love you", auf das ich mich unglaublich freue, sondern auch das Buch "Eleanor", das vielversprechend klingt. Außerdem "My dear Sherlock - Nichts ist wie es scheint", eine neue Sherlock Adaption. Ich habe dieses Buch bereits begonnen und bisher bin ich absolut begeistert. Da wir gerade von Sherlock Holme sprechen: Ich denke es ist auffällig, dass dieser Name ungewöhnlich oft in meinen Neuzugängen auftaucht. Bei lovelybooks gab es eine tolle Verlosung zum Hörbuch "Rediscovered Railway Mysteries", die vom bezaubernden Benedict Cumberbatch vorgelesen werden. Dieses Hörbuch ist ein absoluter Traum! Hört es euch an! Es ist lediglich viel zu kurz. Das Hörbuch ist auch fast das einzige, das Karli bereits wieder verlassen hat. Das ebook "Plötzlich kopflos" ruhte lediglich ein paar Tage bei ihm. Es ist bereits gelesen und hat mich herbe enttäuscht. Ebenfalls gelesen und leider nicht auf dem Bild ist "Léon & Claire", eine schöne Geschichte, die noch ausgereifter hätte sein können. Bleiben nur noch fünf. 
Bei der lieben Sara von "Saras etwas andere Bücherwelt" gab es ein schönes Gewinnspiel und ich freute mich sehr über das Buch "Perfekt ist jetzt". Es klingt nach einer tollen Geschichte, die ich hoffentlich lieben werde! Danke, liebe Sara! 
Naja...und dann...
Ich hatte im letzten Jahr schon einmal dieses Problem. Diese große Bücherkette mit dem Namen aus der griechischen Mythologie macht einfach immer so schöne Taschenbuchsales. Und wenn ein Buch für 3€ verkauft wird, dann ist man doch machtlos, oder etwa nicht??? Zu meinem Pech kam ich erst an dem Laden vorbei, als er nur noch 15 Minuten geöffnet hatte. Ich durchforstete den Stand also in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Ich bin mir sicher, dass wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, ich auch die 10 Taschenbücher voll bekommen hätte. Ab dieser Stückzahl hätte mich ein Buch nämlich nur noch 2€ gekostet. Ein dummer Fehler meinerseits. Aber auch so entdeckte ich vier Bücher, die ich unbedingt haben musste! Dazu zählen der vierte Teil der "House of night"-Reihe, von der bisher Teil eins und zwei ungelesen in meinem Regal stehen (, aber hey, ich lese Reihen ja immer bis zum Schluss. Man könnte es also auch Vorausschauung nennen) und auch "Eines Abends in Paris", das einfach super romantisch klingt und von mir gelesen werden muss. Dann habe ich "Lieber jetzt als irgendwann" im Bücherhaufen gefunden, das von der tollen Lauren Graham geschrieben wurde. Ich als absoluter Gilmore Girls Fan, wollte dieses Buch schon länger haben, aber da es nicht so toll sein soll, habe ich es mir bisher nicht gekauft. Aber hey...für 3€ musste ich es mitnehmen! und zu guter letzt, der letzte Sherlock Holmes. Mein erste Buch aus der "Young Sherlock-Reihe", allerdings Teil drei. Das Buch scheint aber abgeschlossen zu sein, weshalb es ebenfalls unbedingt mit musste.

Ihr seht also, ich hatte eigentlich keine Wahl. Ihr hättet es doch sicher nicht anders gemacht? Zum Glück für Karli, dass ich erst um 19.45 Uhr beim Buchladen stand, sonst sähe es noch düsterer aus für den Kleinen.


Was sagt ihr zu meinen Errungenschaften? Kennt ihr eines der Bücher? Seid ihr auch schon von verschiedenen Sales erwischt worden?


Eure Julia

27. Januar 2017

Rezension: "Dark Village - dreht euch nicht um" von Kjetil Johnson


Titel: Dark Village - Dreht euch nicht um
Autor: Kjetil Johnson
Verlag: Coppenrath
Preis: 9,95€
Seiten: 272


Ich gebe es ganz offen zu. Ich habe die Dark-Village-Reihe lediglich wegen einer Challenge begonnen. Und der erste Teil hat mich mehr als enttäuscht. Meine Motivation, den zweiten Teil zu lesen, war gering. Aber was tut man nicht alles, um seinen SuB abzubauen. Also nahm ich mir „Dark Village – Dreh dich nicht um“ vor. Ich war erleichtert, dass ich das Buch nicht mehr so furchtbar fand, wie seinen Vorgänger. Man kann also von einer klaren Steigerung sprechen. Und dennoch ist es noch immer kein Buch, das mir gefällt.

Klappentext


Das Unausweichliche rückt näher, unheimlich, schnell. Bald wird eine der vier Freundinnen sterben.
Trine und Vilde haben ihre Liebe füreinander entdeckt, doch äußere Umstände bringen die beiden wieder auseinander. Nora sucht währenddessen das Gespräch mit Nick und erzählt ihm von Benedictes Behauptung, er habe sie vergewaltigt. Weitere Verwicklungen, die auch Nicks Familienumstände betreffen, sorgen für großen Nervenkitzel. Niemand bemerkt, dass Nora sich in Nick verliebt. Auch Benedicte geht ihren eigenen Weg. Sie trifft sich mit einer Internetbekanntschaft, um Nacktfotos zu machen, und begibt sich in große Gefahr. Dann finden Nora und Nick das ermordete Mädchen im See. 

Meinung


Ein großer Pluspunkt dieses Buches ist, dass man es sehr schnell lesen kann. Der Stil ist nicht meins, aber eben flüssig. Die Kapitel sind extrem kurz, so dass man schnell eben zwischendurch eins lesen kann. Aber: Es passiert auch einfach nichts. Vielleicht ist das Wort „nichts“ übertrieben, aber im Großen und Ganzen betrachtet, wäre dieses Buch nicht wirklich nötig gewesen. Man taucht tiefer in die Charaktere und die Story ab. Es kommen ein paar Punkte mehr ans Tageslicht, die Ereignisse verdichten sich. Aber am Ende weiß man noch nicht einmal, wer jetzt eigentlich tot ist. Eigentlich ist dieser Aufbau sehr klug gewählt und auch konsequent durchgesetzt. Vieles ist dennoch vorhersehbar und kommt daher nicht unerwartet. Der Stil hat etwas von einer Soap, und integriert seine eigene Spannung. Allerdings kommt davon auch nicht zu viel auf. Ich fand den Handlungsverlauf in diesem Buch besser, als noch zuvor. Dennoch gefällt mir die Zentrierung des Themas Sex überhaupt nicht. Was alles im Leben der vier Mädchen und in ihrem Umfeld passiert, ist einfach unlogisch und abwegig. Aber gut, Bücher müssen auch nicht realistisch sein.  Intrigen, Affären der Elternteile untereinander, Drogen, Sexfotos im Netz, generelle Besessenheit von Sex, gleichgeschlechtliche Liebe, Mord, Vergewaltigung…ich meine…muss ich wirklich noch weiter machen?!
Die Charaktere sind alles keine Sympathieträger. Mir fehlte jegliche Identifikation, was bei der Themenwahl wohl nicht schwer zu verstehen ist. Nora nervte mich extrem. Vilde ist noch ganz okay, Trine ist pubertär und Benedicte ist das vernachlässigte Mädchen, das sich in Äußerlichkeiten flüchtet. Interessant bleibt Eline und auch Nick ist ein guter Charakter. Trym ist jemand, der neu auftauchte, der aber auch keine allzu große Rolle hat. Im Grunde ist dieses Buch lediglich dazu da, um Beziehungen weiter aufzuzeigen und die Handlung zu vertiefen. Da noch drei Teile folgen, kann man wohl kaum erwarten, dass der Mord im nächsten Buch bereits geklärt wird. Was man dem Buch lassen muss, ist, dass obwohl ich es nicht mochte, ich gern wissen würde, wer wen ermordet hat. Aber ob ich mir dafür drei weitere Teile mit Themen und einem Vokabular antue, das ich verachte? Das weiß ich noch nicht.

Fazit


Die Dark Village-Reihe hat etwas Faszinierendes. Allerdings wird es durch Provokation erschaffen. Die Themenwahl dieser Reihe ist für mich völlig verfehlt. Sex, Sex, Sex…das ist mit Abstand das wichtigste in dieser Reihe, und ich finde nicht, dass das die richtigen Jugendwerte repräsentiert. Aber gut…der Autor schafft es dennoch ein spannendes Handlungskonstrukt zu erschaffen und folgt dem konsequenter, als noch in Teil eins. Für mich war „Dark Village – Dreht euch nicht um“ eine Steigerung, was bei dem Vorgänger aber auch nicht schwer war. Ich vergebe 2,5 Spitzenschuhe.



26. Januar 2017

Rezension: "La Vita Seconda" von Charlotte Zeiler


Titel: La Vita Seconda - Das zweite Leben
Autor: Charlotte Zeiler
Verlag: Drachenmond
Preis: 12,00€
Seiten: 252

Auf „La Vita Seconda – Das zweite Leben“ bin ich durch das wunderschöne Programm des Drachenmond Verlags aufmerksam geworden. Die Geschichte klang mysteriös, romantisch und interessant, also ab auf die Wunschliste. Außerdem finde ich den Titel wirklich toll und im Klappentext wird Florenz erwähnt – das Buch musste ich also haben. Nach dem Lesen muss ich sagen, dass es durchaus interessant ist, aber leider hinter meinen Erwartungen zurück blieb. Nach und nach wird die Geschichte klarer, doch irgendetwas hat mir von Anfang an gefehlt. Ich war nicht gefesselt und so kann ich das Buch zwar als gut bezeichnen, in großer Erinnerung wird es mir aber nicht bleiben.


Klappentext


Gegenwart: Notarzt Mark rettet in letzter Minute eine junge Frau, die bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Täglich besucht er die im Koma liegende Frau, die in ihm verloren geglaubte Gefühle auslöst. Wird sie seine Zuneigung erwidern, wenn sie wieder aufwacht?
Anfang des 17. Jahrhunderts: Eine junge Frau findet sich auf einer staubigen Straße wieder. Ein fremder Mann nimmt sich ihrer an und führt sie in seine Familie ein, die sich rührend um sie kümmert. Aber kann sie den Leuten trauen? Schließlich kann sie sich nicht mehr an ihr früheres Leben erinnern …
Welche Rolle spielen die französische Königin Maria de Medici und der flämische Maler Peter Paul Rubens in dieser Geschichte? Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem goldenen Ring, der Botticelli-Venus und dem Großherzog der Toskana? Jede neue Antwort wirft neue Fragen auf …

Meinung


Das Konstrukt der Geschichte ist wirklich gut. Charlotte Zeiler hat einen guten Plan entworfen, den sie gekonnt verfolgt. Die Handlungsstränge laufen nach und nach zusammen, doch Manches ist auch schnell durchschaubar. Man hat es mit drei parallelen Geschichten zu tun, wie es der Klappentext ankündigt. Die letzte, die von großen Geheimnissen erzählt, ist allerdings weniger relevant. Erst zur Mitte des Buches habe ich durchschaut, dass dem Leser die kleinen Zeichnungen am unteren Rand einer Seite auch immer mit verraten, mit welcher Zeit man es gerade zu tun hat. Denn wie bereits angedeutet, ist es anfangs nicht ganz leicht, sich zurecht zu finden. Die Geschichten sind ähnlich, ja fast gleich, und doch so unterschiedlich. Daher freute ich mich, als ich diesen kleinen Tipp endlich erkannte. Spielt das Kapitel in der Gegenwart, ist der Kölner Dom das Symbol. Im 17. Jahrhundert findet man die Lilie und geht es um die mysteriösen Umstände außerhalb von Köln, ist die Lilie leicht verblasst. Ich finde, dass dies ein wunderschönes Detail ist und bin den Machern dankbar. Ich wünschte nur, ich hätte das bereits zuvor bemerkt.
Die Geschichte ist ein wenig verwirrend, aber nicht so schlimm, dass man sich nicht zurecht finden könnte. Mein Problem waren nicht die verschiedenen Zeiten, sondern vielmehr die Charaktere. In der Gegenwart spielen Mark und Oliver eine relativ große Rolle. Mark ist derjenige, der sich in seine Patientin verliebt, aber Oliver ist sein bester Freund und ebenfalls Arzt. Außerdem ist auch er Protagonist einer Liebesgeschichte. Es fiel mir unglaublich schwer diese beiden Figuren auseinander zu halten. Sie waren mir zu ähnlich und hatten zu wenige deutliche Merkmale. Die Frauen zu unterscheiden war sehr viel leichter. Dennoch finde ich, dass die Geschichte zwischen Mia und Oliver zwar ganz nett war, aber auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Ich hatte das Gefühl, als wenn der Fokus des Buches manchmal etwas vernachlässigt wird. 
Die Geschichte im 17. Jahrhundert gefiel mir gut. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die äußeren Umstände eine größere Rolle gespielt hätten. Rubens und seine Familie, ebenso wie die Königin Medici hatten eine Menge Potenzial, das nicht voll ausgeschöpft wurde.
Die endgültige Auflösung ist gelungen und leuchtet ein. Dennoch bleiben natürlich Fragen offen. Auch ans Ende hätte ich noch ein paar Fragen, die nun aber unbeantwortet bleiben. 
Die Kulisse gefiel mir gut. Man befindet sich in Cölln, bzw. Köln. Das mittelalterliche Cölln wird gut entworfen und bietet eine tolle Atmosphäre. Ich konnte mich leider in keinen Charakter wirklich hineinversetzen. Sie alle handelten nicht immer so, wie ich es erwartet hätte. Franziska gehört zu diesen Personen, ebenso wie Antonio. Dass sich beide so schnell verliebt haben, konnte ich auch nicht so recht nachvollziehen.
Man merkt schon, dass ich mit dem Handlungsverlauf ein paar Schwierigkeiten hatte. Den ein oder anderen Handlungsstrang hätte ich einfach etwas anders erwartet. Aber auch so bietet das Buch eine interessante Geschichte. Der Stil ist flüssig und passt ins Buch. Auch hier hätte noch ein bisschen mehr Schliff gut getan, aber das Buch lässt sich gut lesen.


Fazit



Insgesamt ist „La Vita Seconda“ ein interessantes Handlungskonstrukt, bei dem der Titel Programm ist. Die Idee der Geschichte gefiel mir gut, die Umsetzung war an manchen Stellen nicht ganz gelungen. Die Charaktere hätten etwas mehr Farbe vertragen, damit man sie auch wirklich voneinander unterscheiden kann. Nichtsdestotrotz ist das Buch eine interessante Lektüre, die vor allem mit einer schönen Kulisse und Aufmachung glänzen kann. Ich vergebe drei von fünf Spitzenschuhen.



24. Januar 2017

Rezension [Hörbuch]: "Sherlock Holmes - Rediscovered Railway Mysteries" von John Taylor, gelesen von Benedict Cumberbatch


Titel: Benedict Cumberbatch Reads Sherlock Holmes' Rediscovered Railway Mysteries: Four original short stories (BBC)  
Autor: John Taylor /Benedict Cumberbatch 
Verlag: BBC physical (Penguin Random House UK) 
Preis: 14,99€ 
Dauer: 120 Minuten (2CDs)

Ein wahrer Sherlock Holmes Fan hat hohe Ansprüche an seinen Meisterdetektiv. Sir Arthur Conan Doyle hat einfach eine Figur erschaffen, die einzigartig ist. Viele Verfilmungen sind gelungen, kommen aber dennoch nicht ans Original heran. Doch auch der kritischste Fan muss zugeben, dass Benedict Cumberbatch, der den Sherlock Holmes in der BBC Serie „Sherlock“ verkörpert, seine Sache durchaus gut macht. Andere (darunter ich) würden soweit gehen und Cumberbatch für seine Leistung in den Himmel loben – dabei bin auch ich ein kritischer Fan. Der britische Schauspieler verleibt dieser Rolle auf der Leinwand Leben ein. Doch nun schafft es auch allein seine Stimme, dem Publikum den Zauber von Sherlock Holmes näher zu bringen. Die BBC hat somit alles richtig gemacht, als sie Benedict Cumberbatch zum Vorleser der Kurzgeschichten „Rediscovered Railway Mysteries: Four original short stories“ machte. Der Schauspieler liest die durchaus gelungenen Kurzgeschichten voller Elan und schafft es, den Hörer zu fesseln. Auch wenn die Geschichten von John Taylor hinter der Finesse von Sir Arthur Conan Doyle ein wenig zurückbleiben, ist dieses Hörbuch ein Ereignis für sich, das ich jedem Sherlock Holmes Fan ans Herz legen kann – und dafür muss er die Serie nicht einmal kennen.

Inhalt


Inspired by Arthur Conan Doyle's original Sherlock Holmes stories, John Taylor has written four more mysteries featuring the world's greatest detective. Read by acclaimed actor Benedict Cumberbatch, these new adventures share all the suspense of the original tales. In a drawer in his bureau, Dr Watson keeps a locked cedarwood chest - a 'box of secrets'. It contains an archive of notes referring to some of Holmes' cases that, for one reason or another, never saw the light of day. Now, for the first time, Watson has decided to reveal the truth to the world...In these four thrilling stories, Holmes experiments with the science of ballistics, locates some missing gold bullion, investigates the theft of a large amount of money and solves the baffling mystery of the Stovey murder.

Meinung


Die vier Geschichten sind wirklich gelungen. John Taylor hat den Geist, der um Sherlock Holmes herum lebt, gut erfasst. Seine Geschichten sind solide und passen gut ins Schema der klassischen Geschichten. Keine Frage, dass sie nicht an die originalen herankommen. Doch das habe ich vor dem Hören auch nicht erwartet.
Auffällig ist natürlich, wie die BBC mit Benedict Cumberbatch als Vorlesen wirbt. Der Schauspieler ist auf dem Cover und sein Name ist groß dargestellt. Viele Menschen lieben die Serie der BBC und noch mehr lieben wohl Cumberbatch, daher finde ich diese Werbestrategie durchaus sinnvoll. Was man hinzufügen muss, ist natürlich, dass Cumberbatch nicht untalentiert ist. Er liest die Geschichte gekonnt, variiert in der Stimmlage, fügt Akzente hinzu und betont an den richtigen Stellen. Er zieht das Tempo der Geschichten an und so lässt sich jeder Fan beim Hören mitreißen. Anfangs hatte ich ein paar Probleme beim Zuhören, doch nach wenigen Minuten findet man sich in diesem Englisch zurecht. Cumberbatch nuschelt nicht, sondern liest akzentuiert. Man braucht keine Angst vor diesem Hörbuch zu haben, auch wenn man sonst nicht viel auf Englisch liest/hört. 
Jede Geschichte für sich ist eine spannende Angelegenheit. Mein Favorit ist die letzte der vieren „The 10.59 Assassin“. Hier läuft Sherlock zu Höchstformen auf und löst den Fall sehr gekonnt. Am schwächsten war für mich „The trinity Vicarage Larceny“. Auch diese Geschichte ist gut, doch auch relativ unspektakulär. Man darf an alle vier nicht allzu hohe Erwartungen haben. Es ist nie leicht, sich an einem Original zu orientieren und dennoch etwas Neues zu schaffen. Meiner Meinung nach hat John Taylor allerdings einen wirklich guten Job gemacht!
Die Grundlage ist also gegeben und durch das wundervolle Lesen von Benedict Cumberbatch, wird dieses Hörbuch zu einem absoluten Erlebnis. Ich habe die beiden Abende, an denen ich das Hörbuch hörte, sehr genossen. Das einzig wirklich Schlimme ist, dass das Vergnügen lediglich zwei Stunden andauert. Ich hoffe sehr, dass die BBC noch weitere solcher Hörbücher mit Kurzgeschichten herausgibt. Führt man sich vor Augen, dass Kurzgeschichten eben auch kurz sein müssen, kann man an keiner der hier vorliegenden meckern. Die Geschichten haben eine angemessene Länge und entwickeln dennoch ihre eigene Spannung. Sherlock ist genauso, wie man ihn kennt. Und der liebe und trottelige Watson macht seine Sache ebenfalls mehr als gut. Es gefiel mir, dass er in einer der Geschichten einen größeren Part einnimmt. Die Freundschaft zwischen diesen beiden Charakteren ist einfach großartig. Durch Watson wird Holmes menschlich und dies kommt auch im Hörbuch zum Tragen.

Fazit




Als Sherlock-Fan darf man sich dieses Hörbuch eigentlich nicht entgehen lassen. Selbst wenn die Geschichten nicht jede Erwartung erfüllen können, macht Cumberbatchs Vorlesestil alles wett. Das Hören ist ein wahres Vergnügen und sorgt für zwei wirklich gelungene Stunden. Ich liebe dieses Hörbuch und kann keinen Punkt wirklich kritisieren. Unser Freund Sherlock, der ein Meister der Deduktion ist, wüsste nun genau, was das bedeutet. Die vollen fünf Spitzenschuhe für den Meister der Detektive – und natürlich für Benedict Cumberbatchs Stimme.



20. Januar 2017

Mein SuB kommt zu Wort #9

Hallo ihr Lieben SuB-Besitzer!


Auch im neuen Jahr wollen mein SuB Karli und ich uns seiner Verkleinerung widmen. Seit einer Weile gibt es nun schon unsere regelmäßigen Gespräche, die die liebe Anna von annasbuecherstapel.de anleitet. Schaut doch bei der tollen Aktion vorbei, es macht riesigen Spaß! :) Oder Karli? Bitte sei heute nicht zu gemein zu mir, mein Liebling! Ich weiß, ich war in letzter Zeit sehr, sehr böse...Die Inquisition beginnt.



1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Hallo ihr alle! Ich weiß es kommt spät, aber ich kann leider nichts dafür, dass unser Interview immer am 20. eines Monats herauskommt: Frohes neues Jahr! Ich hoffe, es wird ein Tollen Jahr, in dem euer SuB sich ein bisschen kleiner machen kann. Womit wir beim Thema wären...
Hahahaha....du warst böse??? Ja, so kann man es wohl auch ausdrücken. Du hast mich riesig gemacht, du gemeine Julia!!! Und dabei waren wir im November noch so gut. Ich dachte wirklich, wir seien ein unschlagbares Team. Und dann das. Kurz vor Ende des Jahres kam das gefürchtetste Fest aller SuBs, da bin ich mir sicher. Durch die Familienverhältnisse meiner Besitzerin (und weil sie nichts davon hält, sich Geld zu wünschen) bin ich nach diesem furchtbaren Weihnachtsfest zu einem wahren Hühnen geworden. Was hast du dir nur bei deiner Wunschliste gedacht, Fräulein Geschichtentänzer? So geht das wirklich nicht.
Aber ich will nicht jammern. Denn obwohl ich rasant angewachsen bin, spüre ich Julias guten Willen. Doch ich muss die harten Fakten und die nackten Zahlen nun einmal nennen. Im November klagte ich noch, dass ich von 96 auf 108 Bücher angewachsen bin. Und dann kam dieses berüchtigte Fest. Julia hatte im Dezember insgesamt 35 Neuzugänge zu verzeichnen. Das machte dann einen Gesamtstand von 124 Büchern. Ich könnte heulen, wenn ich diese Zahlen ausspreche. Habt ihr gerade das Schluchzen gehört? Das war ich. Aber wie ich bereits sagte: Julia arbeitet dran - denn offenbar ist ihr schlechtes Gewissen größer als ich dachte. Aktuell bin ich 117 Bücher groß. Das ist immer noch gewaltig. Aber ich behalte das Ziel von den 90 Büchern im Auge, das wir eigentlich zum Ende des letzten Jahres erreichen wollten. Man könnte sagen, Julia muss nun stark gegenan lesen :P Viel Spaß dabei, du Bücherwurm! Ich will wieder schlank sein! >.<


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Hm... Der Frage zwei muss ich immer ein bisschen ausweichen. Die neuen Bücher, die zu mir kommen, werden oft direkt gelesen. So richtig einlagern muss ich daher nichts. Man könnte also sagen, die SuB-Pflege läuft ganz gut. Die drei Bücher, die mich nach Weihnachten erreicht haben, aber gar nicht mehr bei mir sind, zeige ich euch trotzdem gern.

  

Alle drei Bücher wurden in diesem Monat schon gelesen, ich war daher nur ein paar Tage ihr Patron ;) Das beste Buch unter den dreien war übrigens "Léon & Claire". Vom zweiten Teil der "Witches of Norway-Reihe" hatte Julia mehr erwartet und "Plötzlich kopflos" floppte wohl ziemlich, wenn ich das richtig mitbekommen habe...


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Diese Frage beantworte ich doch heute wirklich gern. Meistens verlässt mich dann ja doch eher das Reziexemplar oder ein Buch, das noch nicht allzu lang von mir bewacht wird. Aber wie ich ja schon sagte, arbeitet Julia gerade am Abbau. Von den sechs Büchern, die in diesem Monat gelesen wurden, waren immerhin zwei schon länger bei mir. Das Buch, das mich als letztes verlassen hat, fällt da sogar schon in die Kategorie "SuB-Leiche". Ich glaube es war seit 3 Jahren bei mir. Ich bin wirklich froh, dass ich es nicht mehr beherberge. Julia mochte es nur leider auch nicht :D Die Rede ist von "Dark Village - Das Böse vergisst nie", der erste Band einer fünfteiligen Reihe. Hier kommt ihr zur Rezension.

Der zweite Teil wird auch bald gelesen, aber eigentlich nur, damit ich ihn von meiner Liste streichen kann. Denn das Buch fand Julia ziemlich schlecht...Naja...nicht alles ist gold, was glänzt ;)


4. Das neue Jahr steckt noch in den Kinderschuhen und SuB-Besitzer sond nun besonders motiviert, SuB-Abbau in Form von Challenges und Kaufverboten zu betreiben. Lieber Karli, hast du davon auch bei dir etwas mitbekommen? Welche Masßnahmen möchte dein Besitzer ergreifen und wie fühlst du dich dabei?

Oh ja, von den Challenges habe ich allerdings schon eine Menge mitbekommen! :) Und ich muss sagen, dass ich ein Fan von Challenges bin. Allerdings nimmt Julia an keiner speziellen SuB-Abbau-Challenge teil. So richtig nötig ist das auch nicht. Vier andere Challenges haben es auf unsere Liste geschafft und eigentlich kann man die auch wunderbar dafür nutzen, ein paar Bücher weniger bei mir dazulassen. Bisher (ja, ich weiß...besonders lang ist das Jahr noch nicht) haben mich immerhin schon fünf Bücher verlassen. Gezielt für eine Challenge wurden die zwar auch nicht gelesen, aber man findet zu den meisten Aufgaben ja passende Bücher. Zumindest versuche ich Julia immer geeignete Vorschläge zu machen. Vor ein paar Tagen stand ich da vor einer ganz schönen Aufgabe: "Lies ein Buch mit einem Insekt auf dem Cover." Haha...na da musste ich aber lange gucken. Aber man glaubt es kaum. Ich habe ein Buch bei meinem ebook-Lager gefunden. Pech für Julia, dass es ein zweiter Teil ist und sie nun zuerst den ersten Teil lesen musste, aber so plant nun einmal ein SuB. So habe ich quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen - und das sage ich nicht, weil Fliegen Insekten sind ;)
Kaufverbote hat Julia sich tatsächlich nicht vorgenommen. Ihre Maßnahmen sind alles in allem betrachtet also ziemlich überschaubar. Es gibt den schemenhaften Vorsatz mich wieder kleiner zu machen. Ich hoffe nur, sie gibt sich auch richtig Mühe! Wenn ich das nicht verdient habe, dann weiß ich auch nicht :P


Ach, ist die Zeit schon wieder einmal um?! Ich bin ja immer noch dafür, dass wir das Ganze hier zweimal im Monat machen. Ein Gespräch reicht einfach nicht. Ich kann immer so viel zu den Fragen erzählen...Aber naja. So sind nun mal die Regeln. Ich hoffe ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen. Ich muss nun wieder auf meine verdammten 117 Schätze aufpassen und Julia in den Ohren liegen, mehr zu lesen. Masterarbeiten sind doch nun wirklich nicht so wichtig, wie meine notwendigen Streicheleinheiten :)

In diesem Sinne!
Euer Karli


Wie immer habe ich Karli gern meine Tastertur geliehen. Ich bin ganz vernarrt in diesen kleinen Schatz. Und ich muss sagen, dass ich dank dieser schönen Aktion von Anna gar keine SuB-Challenge brauche. Diese Monatsaktion ist Motivation genug, um meinen kleinen Karli nicht zu vergessen. Ich hoffe wirklich, dass ich ihn dieses Jahr richtig klein bekomme. Aber wer weiß...ich will mal nicht zu viel versprechen ;)


Ich hoffe ihr hattet ein wenig Spaß mit dem Sub-Talk :) 

Wie geht es eurem SuB? Seid ihr zu Beginn des Jahres motivierter, als zuvor?



Liebst,
eure Julia




19. Januar 2017

Rezension: "Dark Village - Das Böse vergisst nie" von Kjetil Johnsen


Titel: Dark Village - Das Böse vergisst nicht
Autor: Kjetil Johnsen
Verlag: Coppenrath
Preis: 7,99€ (kindle)
Seiten: 272


Ein Klappentext, der ein Jugendbuch mit Thriller-Anteil verspricht, dazu ein interessantes Cover und ein ungewöhnlicher Handlungsort. Meine Neugierde auf die „Dark Village-Reihe“ war geweckt. Das Szenario eines kleinen Dorfes, in dem jeder jeden kennt, und dann auch noch ein Mord geschieht, hat einfach etwas. Im Grunde ist dieser Plot auch wirklich gut. Ebenso gelungen ist der Aufbau des Buches. Es läuft sozusagen ein Countdown bis zum Mord ab und man weiß nicht, wer eigentlich ermordet sein wird. Nicht gelungen ist dagegen alles andere. In diesem Buch steht nicht etwa sowas wie Freundschaft im Mittelpunkt. Sondern lediglich das Motto „Sex sells“ ist hier von Bedeutung. Traurig. Als wenn jedes 15-jährige Mädchen von nichts anderem als „Titten und Schwänzen“ besessen ist… Mich hat das Buch enttäuscht.

Klappentext


Nora, Benedicte, Trine und Vilde sind Freundinnen. Schon immer. 

Doch das Böse lauert in dem kleinen Bergdorf, in dem sie leben.
Eine der vier hat nur noch 20 Tage zu leben, bis sie gefunden wird. 
Nackt im See treibend. 
In Plastikfolie eingewickelt. 
Ermordet von jemandem, den sie kannte.

Meinung



Ich hatte schon viele gegensätzliche Meinungen über dieses Buch gehört. Aber ich wollte dem Ganzen selbst eine Chance geben. Schließlich bin ich ein Fan von Mord-Crime-Jugendbüchern, daher klang es nach der perfekten Handlung für mich. Aber bereits auf den ersten Seiten kam ich aus dem Stirnrunzeln nicht mehr heraus. Kjetil Johnson bevorzugt einen sehr parataktischen Satzbau. Die Sätze sind somit kurz. Es kommt überhaupt keine Harmonie oder ein Fluss im Lesen auf. Man stolpert durch die abgehackten Sätze. Zudem kommt die Kürze der Kapitel hinzu. Eines geht meistens nur über wenige Seiten.  Man bekommt fast minütlich eine andere Szene geliefert. Das sorgt für viel Abwechslung, aber auch Sprunghaftigkeit. Und ich konnte die Geschichte dadurch einfach nicht ernst nehmen. Es war zu viel erzwungen, zu viele Zufälle. Kurze Kapitel haben auch immer ihre Vorteile, doch die Fülle, mit der man es hier zu tun hat, war schon unangenehm.

Obwohl es so klingt, als wenn der Mord und die Freundschaft der vier Mädchen im Zentrum der Geschichte stehen, ist dies leider nicht so. Es geht nur um Sex. Um Erotik für den Jugendbereich, wenn man so will – nur leider gleitet das Ganze schnell ins Vulgäre. Es wird ein Vokabular verwendet, das wohl in die Sparte „Dirty Talk“ zählt und mich einfach nur abstieß. Erregung war nun wirklich nichts, was ich bei diesem Buch empfand. Es ist einfach so unglaublich künstlich. Die vier Mädchen sind fast 16 Jahre alt und haben alle nichts anderes im Kopf als ihre Sexualität. Das ist natürlich auch irgendwo normal. Aber nicht in diesem Ausmaß. Es existiert außerhalb davon sogut wie nichts. Interessant ist der Punkt, dass auch gleichgeschlechtliche Liebe eine Rolle spielt. Aber auch das wird rein aufs Körperliche reduziert, was mir gar nicht gefiel. Die ganze Storyline um die Lehrerin der Mädchen war völlig fehl am Platz und ebenfalls einfach nur vulgär. Das hat wenig mit dem Motiv des Bösewichts zu tun, sondern stellt lediglich grobe Gemeinheit dar. Natürlich kann es im Leben Jugendlicher schlimm zugehen. Hier werden auch ernsthafte Probleme aufgezeigt, die ich gar nicht unterschätzen will. Aber die Darstellung ist beinahe grotesk. Dass man als Teenager Phasen der Unsicherheit durchmacht, ist völlig normal. Aber mir war hier alles „too much“, um es mit den Worten der Mädchen auszudrücken. Denn es lassen sich ziemlich viele englische Ausdrücke im Buch finden, was ebenfalls gekünstelt wird. 
Die Charaktere der vier Mädchen sind unterschiedlich und dennoch alle gleich überzogen. Nora ist die Unscheinbare und Liebe. Benedicte die Schöne (man könnte auch Schlampe sagen), die nach Anerkennung ring, Trine die Sportliche und Vilde die Rebellin. Alles in allem eine gute Clique – und dennoch komplett ohne Sympathieträger. Ich mochte wirklich keinen einzigen Charakter, außer vielleicht Elina, die Pflegeschwester von Nick, die innerhalb der Reihe sicher noch eine größere Rolle spielen wird.

Fazit



Leider, leider habe ich das Buch wirklich ungern gelesen. Der Stil trägt einen großen Teil dazu bei, dass ich es so schlecht finde. Er ist mir zu parataktisch, zu vulgär, zu gekünstelt. Die Geschichte dreht sich viel zu sehr um das Thema Sex, als um den Mord. Streicht man den Sex aus dem Buch, bleibt nicht mehr viel übrig. Das ist schade. Sogut wie alles machte auf mich einen unsympathischen Eindruck. Blöd nur, dass ich noch keine Ahnung habe, wer nun ermordet wurde und deshalb wohl weiterlesen muss. Der Auftakt bekommt von mit lediglich 2 Spitzenschuhe.



17. Januar 2017

Rezension [Klassiker]: "Der große Gatsby" von F. Scott Fitzgerlad


Titel: Der große Gatsby
Autor: F. Scott Fitzgerald
Verlag: Diogenes
Preis: 9,90€
Seiten: 256

„Der große Gatsby“ stand bis vor Kurzem auf meiner persönlichen Liste der Bücher, die man im Leben gelesen haben sollte. Das Werk gilt als Weltliteratur, als Klassiker. Vor einigen Jahren sah ich die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio und die Geschichte faszinierte mich. Aber das Buch sei bestimmt kompliziert, so dachte ich. Als ich dann aber eine preisreduzierte Ausgabe ergattern konnte, musste ich das Buch endlich lesen. Doch, dass es mich so begeistern würde, konnte ich nicht wissen. Ich bin sprachlos, denn „Der große Gatsby“ ist etwas ganz Besonderes, etwas Großartiges. Das Buch ist so unscheinbar und gleichzeitig gewaltig, dass ich es kaum fassen kann. Doch absolut zurecht gilt es als Meisterwerk und ich habe es geliebt. Wenn euch der prunkvolle Film gefallen hat und ihr Fans der Literatur seid, dann dürft ihr euch diesen Klassiker nicht entgehen lassen! Atemberaubend!

Klappentext


New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen.

Meinung


Das erste, worüber ich mich wunderte, war die Kürze des Werks. Ein weltberühmtes Buch, das nur 225 Seiten hat? Wirklich? So wenig Stoff war Grundlage des fast zweieinhalb Stunden langen Films mit dem Oscarpreisträger Leonardo DiCaprio? In der Zeit hätte man ja beinahe das Buch lesen können. Doch, Moment. In zweieinhalb Stunden ist es mit diesem Buch auf keinen Fall getan. Denn wer es in dieser Zeit liest, der hat es nicht richtig gelesen. Ich verstehe die Kritik nicht, dass das Buch in Teilen langgezogen oder ausschweifend sei. Meiner Meinung nach ist die verdichtete Prosa absolut präzise verfasst und schweift niemals unnötig ab. Der Autor F. Scott Fitzgerald wusste mit jedem Satz ganz genau was er tat und das ist das Wunderbare an diesem Werk. Man hat das Gefühl, dass man ein Stück Kunst liest, ohne dass es einem zu schwer wird. Das Buch ist in jedem Fall gewaltig, ja. Aber nicht schwer. Weder der Stil noch die Handlung machen es kompliziert. Eigentlich ist der Kern der Geschichte sogar sehr simpel – die unverstandene und verfälschte, ja vielleicht sogar unerwiderte Liebe. Aber obwohl die Geschichte viel Abstoßendes hat, erzählt Fitzgerald sie so unglaublich schön, dass man im Stil gefangen ist. Seine Sprache ist bildreich, metaphorisch, geheimnisvoll und gleichzeitig präzise. Der Satzbau ist großartig und ich fühlte mich, als würde ich in einem Gedicht feststecken. Einige Zitate regten mich einfach zum Träumen an:
„Die Sonne schien, ich sah die Blätter an den Bäumen wie im Zeitraffer sprießen, und da regte sich in mir die vertraute Gewissheit, dass das Leben mit dem Sommer neu beginnt.“ (S. 15)
Ich finde, das ist eine sehr schöne Sichtweise. Das Leben beginnt mit dem Sommer neu – ja, irgendwie schon. Der Erzähler Nick Carraway schreibt die Geschichte seines extravaganten Nachbarn Gatsby auf. Obwohl das Buch nur 225 Seiten hat, kommt es 60 davon sogar ohne seinen Namensgeber aus. Und das fiel kaum auf. Denn Gatsby ist ein ganz besonderer, geisterhafter und umworbener Charakter. Seine Geschichte ist schemenhaft und man erfährt nie die ganze Wahrheit über ihn. Doch für mich war er der sympathischste und aufrichtigste Mensch in diesem Buch. Denn gleichzeitig ist Fitzgeralds Roman eine Gesellschaftsskizze der 20er Jahre und er stellt diese Gesellschaft gnadenlos dar. Dieses Porträt ist faszinierend und sehr detailliert beschrieben. Natürlich ist alles in diesem Roman fiktiv und dennoch merkt man einfach, dass noch so viel mehr dahintersteckt. Die Charaktere sind irgendwie vielschichtiger als in heutigen Büchern. Die Zeit und die Kulisse sind einfach eine völlig andere, so dass das Verhalten der Menschen heute völlig irrational erscheint. Und dennoch bleibt vor allem Faszination zurück. Denn in vielem, was die Figuren äußern, steckt ein wahrer Kern. So sagt Jordan Baker über Gatsby und seine prunkvollen Partys:
„Jedenfalls gibt er große Partys“, sagte Jordan, was ihre Art war – mit dem typischen Widerwillen des Städters gegen alles Konkrete -, das Thema zu wechseln. „Und ich mag große Partys. Sie sind so intim. Auf kleinen Partys ist man nie unter sich.“ (S. 67)
Auch diese Aussage macht auf den zweiten Blick erst so richtig Sinn. Wie ich schon sagte, fliegt nicht durchs Buch – genießt es! Wie im Zitat schon anklingt, bleibt Gatsby lange geheimnisvoll. Eigentlich ist er eine tragische Figur. Doch eben auch der tragische Held. Am Ende tat mir diese Figur nur noch leid und mein Hass entlud sich auf zwei spezielle Charaktere des Buches. Natürlich bekommt der Leser die Sicht des Erzählers Nick aufgebrummt. Und auch Nick verachtet das Ehepaar Buchanan. Völlig zurecht. Der Schurke in diesem Buch ist das Geld. Und das kann man wiederum mit der Figur der Daisy gleichsetzen. „Ihre Stimme klingt nach Geld“, sagt Gatsby einmal und laut  Paul Ingendaary (der Verfasser des Nachwortes) ist es einer der berühmtesten Sätze des Buches (siehe S. 235). Daisy erscheint als unschuldiges Mädchen, das sich nach der Liebe sehnt und entpuppt sich als grausamer Charakter, der sich immer selbst am wichtigsten sein wird. Wie Nick kurz vor Ende des Buches treffend formuliert:
„Mir kam das alles sehr leichtfertig und verworren vor. Sie waren leichtfertige Menschen, Tom und Daisy – sie zerstörten Dinge und Lebewesen, und dann zogen sie sich wieder in ihr Geld oder ihre grenzenlose Leichtfertigkeit zurück oder was immer es war, dass sie zusammenhielt, und ließen andere das Chaos beseitigen, das sie angerichtet hatten…“ (S. 222)
'Sie zerstörten Dinge und Lebewesen'….Zerstörung ist ein zentraler Punkt in „Der große Gatsby“. Nicht nur die Zerstörung von Dingen, sondern eben von Lebewesen. Von Menschen. Von Existenzen. Zerstört wird hier die Fassade eines Gentleman, eines jungen Mannes, der von ganz unten kommt und alles für einen schon ausgeträumten Traum gibt. Die Geschichte ist tragisch und groß. Und deshalb ist der Titel der einzig richtige für dieses Buch: „Der große Gatby“.
Der Erzähler Nick ist übrigens auch ein sympathischer Kerl. Er ist nicht ganz so unschuldig, wie es manchmal den Anschein hat und dennoch ist er einer der Guten. Seine Art zu erzählen gefiel mir sehr gut und letztendlich begreift er, dass seine Freundschaft zu Jay Gatsby echt war. Die letzte Szene zwischen den beiden ließ mich ergriffen zurück. Fitzgerald hat eine so traurige und schöne Geschichte geschrieben. Lest sie!
Solltet ihr ebenfalls diese Ausgabe besitzen, empfehle ich euch, auch das Nachwort zu lesen. Man erfährt sehr viel zum Hintergrund des Werkes und zum Leben des Autors. Es ist überaus interessant und lehrreich. Mich hat dieses Buch einfach nicht losgelassen. Und umso trauriger ist es, dass es zu Lebzeiten von Fitzgerald ein Misserfolg war. Was war nur mit der Gesellschaft der 20er Jahre verkerht?!

Fazit



Ich liebe dieses Buch. Ich vergöttere den Stil. Ich bin von den Figuren fasziniert. Ich bin so überwältigt, dass mir nun endlich doch die Worte fehlen. F. Scott Fitzgerald hat mit seinem Gatsby ein wahres Meisterwerk geschrieben. Aus jedem Satz erklingt die Kunst und lädt den Leser ein in einem anderen Zeitalter zu verweilen. Könnte ich mehr als fünf Spitzenschuhe vergeben, würde ich das tun. Doch das ist leider nicht möglich, alter Knabe.



14. Januar 2017

Rezension: "Plötzlich kopflos" von Maria Föderl


Titel: Plötzlich kopflos
Autor: Maria Föderl
Verlag: Selfpublish
Preis: 0,99€ (kindle)
Seiten: 306

Auf der Frankfurter Buchmesse bekam ich ein Goodie-Paket, zusammengestellt  von verschiedenen Selfpublishern, geschenkt. Darin befanden sich unter anderem sehr schöne Lesezeichen der Autorin Maria Föderl. Die Cover waren überzeugend und so warf ich einen Blick in den Klappentext von „Plötzlich kopflos“. Das Cover ist ein wahrer Blickfang: der Eiffelturm im Hintergrund, die dezenten Farben in Türkistönen – man hatte mich am Haken. Der Inhalt klang vielversprechend, auch wenn ich selten Ausflüge ins Erotik-Genre mache. Da das Buch aber für nur 0,99€ angeboten wird, wollte ich es mir nicht entgehen lassen. Wer weiß, vielleicht entdecke ich ja eine tolle Reihe?! Leider wurden meine Erwartungen schnell im Keim erstickt, denn dieses Buch hat viele Schwachpunkte. Ich gebe Selfpublishern wirklich gern eine Chance, da sie es verdient haben, doch „Plötzlich kopflos“ konnte mich wirklich nicht überzeugen.

Klappentext


Seit sie die Nachfolge ihres Vaters in einer weltweit anerkannten Modefirma angetreten hat, führt Yamina Sanchez, alias Sophia de Soriano, ein Doppelleben. Um das Versprechen ihren Eltern gegenüber zu halten, verbirgt sie ihr Gesicht hinter einer Maske und versucht den Mann zu finden, der sie als Person und nicht ihres Geldes wegen liebt. Die knallharte Geschäftsfrau setzt alles daran, ihr wahres Ich vor der Öffentlichkeit zu schützen, bis sie Lucien begegnet, der ihr ein unmoralisches Angebot unterbreitet und damit die sorgfältig aufgebaute Fassade ins Wanken bringt.

Meinung


Wie ich bereits sagte, gefällt mir der Klappentext. Er lässt die Protagonistin in einem guten Licht erstrahlen. Ich rechnete mit einer Frau, die geschäftlich weiß, was sie will, privat aber eher schüchtern ist. Tja, weit gefehlt. Yamina ist einfach nur unausstehlich. Ich kann wirklich nicht im Ansatz nachvollziehen, wie man diese Person mögen kann. Sie ist arrogant und größenwahnsinnig. Zugegeben, das weiß sie auch. Zumindest sagt sie es selbst des Öfteren: 
„Ich bin und bleibe nun mal ein Kontrollfreak und ein herrschsüchtiges Miststück.“ (54%) 
Sicher, das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen. Und ja, ich weiß auch, dass das die Protagonistin eigentlich sympathisch machen sollte, indem sie ihre Schwächen selbst kennt, aber das geht hier echt zu weit. Yamina führt die Presse seit Jahren an der Nase herum. Jede ihre Mitarbeiterinnen (und sie hat weit über 1000) muss sich jeden Tag in den Farben kleiden, die sie trägt und auch die gleiche Frisur und Haarfarbe haben. Jede kommt mit einer Maske in die Firma, damit Yamina ein ruhiges Leben führen kann. WTF??? Wie kann man als einzelner Mensch so viele Menschen kontrollieren wollen und das auch noch positiv bewerten? Ich konnte über diese Person nur den Kopf schütteln. Schlimmer wurde es noch, als klar war, dass jeder andere sie vergöttert. Sie ist so ziemlich das Tollste, was man im Leben haben kann. Das sehen Männer, aber auch Frauen und vor allem berühmte Designer so. Es hat mich unglaublich genervt, dass sie für jeden so unwiderstehlich ist. Im Grunde ist sie einfach nur verwöhnt und unsympathisch. Dabei scheint sie toll auszusehen und mit Geld um sich zu werfen und eigentlich ja sehr intelligent zu sein. Aber hey..sie hat auch eine Vorliebe für teure Sportwagen und alles was schnell ist und eigentlich liebt sie das Luxusleben auch – aber sich der Öffentlichkeit zeigen, das geht ja nicht.
Ihr merkt schon, mit der Hauptfigur hatte ich so meine Probleme. Kann man aber ausblenden, dass sie einfach furchtbare Eigenschaften besitzt, kann man die Geschichte vielleicht mögen. Für mich war es einfach zu viel Drama, zu viele Dinge, die bei Weitem nicht logisch sind. Stichwort Drama: Yamina fällt nicht nur einem Mordanschlag zum Opfer, sie wird auch noch entführt. Ähm…ja. Stichwort unlogisch: Es gibt da ja auch noch Lucien. Der gute Herr, der das unmoralische Angebot parat hat, das natürlich daraus besteht, dass die beiden eine Affäre haben. Er ist einer der reichsten Männer der Welt, lernt Yamina aber unter ihrem Pseudonym kennen und weiß lange Zeit nicht wer sie ist. Die beiden haben unglaublichen Sex. Das alles würde ich noch nicht einmal unter dem Punkt „unlogisch“ bewerten. Unlogisch empfand ich die plötzliche Liebe, die auf Seiten von Lucien sofort besteht. Er weiß, dass Sophia/Yamina die Frau fürs Leben ist. Er mietet für einen Abend sogar den Eiffelturm und macht ihr eine unglaubliche Liebeserklärung. Außerdem richtet er eine Party im Stile von Versailles aus. Ach ja...vom Times Square will ich gar nicht reden. Der Mann macht einfach Dinge, die ich nicht einmal mit dem Deckmantel der Liebe gutheißen kann. Er ist ebenso verschwenderisch und arrogant wie Yamina. Sie passen gut zusammen. Mit Romantik hatte das dann auch wenig zu tun. Die Liebesgeständnisse waren mir zu schnulzig und zu wenig dosiert. Es ist ein dauerndes On und Off zwischen den beiden, so dass die Handlung kaum voran kommt. Die Eckpfeiler der Handlung sind außerdem wenig erwähnenswert. 
Kommen wir zu meinem letzten argen Kritikpunkt: die Rechtschreibung. Ich sehe normalerweise über viele Fehler hinweg. So etwas passiert auch den Besten. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade meine Masterarbeit im Bereich „Rechtschreibung“ schreibe und ich somit für das Thema mehr als sensibilisiert bin. Aber in „Plötzlich kopflos“ gibt es einfach zu viele Fehler. Das sind vor allem Kommas und Großschreibung. 
„Schon setzt auch schon wieder mein Letztes bisschen klarer Verstand aus und ich bin nur noch Wachs in seinen Händen.“ (53%) 
Zweimal in einem Satz das gleiche Wort ist bereits unschön, aber die Großschreibung bei „letztes Bisschen“ noch dazu, war für mich als Germanistin schwer zu ertragen. Es gibt noch weitere solcher Fehler. Ich will das Buch gar nicht schlecht machen,  aber ich denke, dass solche Punkte in einer Rezension einfach erwähnt werden müssen. Der Stil ist im Allgemeinen sehr modern und leicht zu lesen. Es gibt viele zeitgenössische Bezüge und aktuelles Vokabular. Abgesehen von den Rechtschreibfehlern, stolpert man auch nicht durchs Buch. Es werden sehr viele Lieder erwähnt, was mir gefiel. Vor allem scheint die Autorin/Protagonistin einen ähnlichen Musikgeschmack zu haben, wie ich. 
Kommen wir also vielleicht mal zum Positiven. Der Roman spielt in einer völlig anderen Welt. Wer also gern in eine neue Dimension und eine luxuriöse Atmosphäre eintauchen will, ist hier richtig. Prunk und Luxus spielen eine sehr große Rolle, was ja auch zur Modeindustrie passt. Ich denk zwar, dass die Situation sehr verherrlicht dargestellt wurde, aber zum Träumen regen diese Szenen auf jeden Fall an. Die Sexszenen regten mich hingegen nicht so an. Ich lese aus diesem Bereich aber einfach zu wenig, um das beurteilen zu können. Ich denke, dass der Umfang in Ordnung war und gestört haben die Szenen auch nicht. Was mich allerdings störte war „EGO“. Natürlich habe auch ich „Shades of Grey“ gelesen und schon damals fand ich ‚die innere Göttin‘ völlig deplatziert. Dass Maria Föderl sich ebenfalls eine solche innere Figur einfallen lassen musste, fand ich überhaupt nicht gut. Ich weiß nicht, ob ich eine komische Frau in dieser Beziehung bin, aber ich habe kein 'in mir lebendes Wesen', das immer nur auf Sex giert, und mit dem ich kommuniziere… Etwas schade sind im Allgemeinen die Parallelen zu SoG. Yaminas beste Freundin Pia bekommt zum Beispiel auch den Luxus-Millionär ihrer Träume. Hach, ist das alles schön. 

Fazit


Das Buch hat seine guten und schlechten Seiten. Für mich war das Buch einfach schwach, für viele andere aber ist es großartig! Es gibt viele begeisterte Rezensionen, aber aus meiner Sicht, kann ich dem nicht zustimmen. Die Atmosphäre ist ganz nett, mir aber viel zu abgehoben. Yamina betont immer, dass Geld ihr nichts bedeutet, dabei könnte sie in ihrem Leben nie wieder ohne auskommen – da bin ich mir sicher. Sie ist als Protagonistin eine Katastrophe, da sie einfach nur unsympathisch, größenwahnsinnig und verschwenderisch ist. Lucien ist in Ordnung, erscheint aber schon fast charakterlos. Die Sexszenen sind größtenteils gelungen. Der Stil ist ebenfalls okay, die Rechtschreibung sollte aber überarbeitet werden. Mich hat „Plötzlich kopflos“ wirklich enttäuscht. Dabei hatte ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch. Der Preis sagt eigentlich nichts über die Qualität eines Buches aus und da er so niedrig ist, bereue ich es auch nicht, mir das Buch gekauft zu haben. Trotzdem kann ich nicht mehr als 2,5 Spitzenschuhe vergeben.



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