29. September 2017

Rezension: "Azur - Die Behüterin der Träume" von Sabine Schulter


Titel: Azur - Die Behüterin der Träume
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Selfpublished
Preis: 3,99€
Seiten: 272

Es ist bereits Jahre her, als ich das erste Mal auf ein Buch von Sabine Schulter traf. Damals nahm ich an der Leserunde zu „Azur – Wenn eineDiebin liebt“ teil und las das selbstverlegte Buch ohne große Erwartungen. Doch mit dem ersten „Azur“-Teil fing eine Reise an, die bis heute nicht endete und es auch in Zukunft nicht tun wird. Meine Begeisterung für die Ideen und Geschichten der Autorin fanden hier ihren Ursprung, denn mit „Azur“ schuf Sabine Schulter eine Figur, die man lieben muss. Ein Buch, das Suchtfaktoren neu definierte. Auch Teil zwei der Reihe gefiel mir gut und seitdem lese ich jedes Buch von Schulter. Nun ist „Azur – Die Behüterin der Träume“ erschienen, der dritte Teil der Azur-Reihe, der eigentlich nie geplant war. Doch die Geschichte ließ seine Leser nicht los und so wurde weitergeschrieben. Ich hielt anfangs nicht sehr viel von dieser Idee. Wieso kann man Geschichten nicht so lassen, wie sie enden? Warum künstlich an Dingen festhalten, die doch schon gut waren?! Aber nach dem Lesen muss ich sagen: Zum Glück hat die Autorin sich für das Weiterschreiben entschieden! Denn so ist eine tolle und nahtlos wunderbare Geschichte entstanden, die einfach in den Azur-Kosmos gehört!

Nachdem Saphirs Diebesgilde auf so spektakuläre Weise gesprengt wurde und Jess endlich ihre Freiheit zurückerlangt hat, hofft sie auf ein friedliches Leben an Cedrics Seite. Doch als manipulierte Traumperlen auf dem Schwarzmarkt auftauchen, muss sie sich erneut einer Aufgabe stellen, die sie an ihre körperlichen Grenzen bringt.
Überraschenderweise reicht ihre Gabe, die so viel stärker ist als der Durchschnitt, nicht aus. Nur Adam, einer ihrer Behüteranwärter, scheint in der Lage zu sein, ihr und Cedric bei dieser neuen Gefahr zu helfen. Genauso wie die neu erwachte Diebesgilde.

Der dritte Teil der Reihe ist eigenständig und dennoch ist er ein Muss für Fans der bisherigen Dilogie. Er ist eine Art Bonus, ein Gefühl von Heimat und Nach-Hause-Kommen, das jedem Fan herzlich willkommen sein wird. Nach wenigen Seiten fand ich mich bereits zurückkatapultiert in die Geschichte und die Seiten flogen dahin. Schulter schafft es jedes Mal, den Leser zu einer Art Familienmitglied werden zu lassen. Dafür sorgt die Charaktervielfalt, die in ihren Büchern vorherrscht. Diese gibt es auch bei Azur. Natürlich steht Jess gemeinsam mit Cedric im Mittelpunkt. Beide Figuren sind nicht die typischen Protagonisten. Jess hat bereits einen tollen Reifungsprozess durchgemacht, ihre Schwächen blitzen aber immer noch auf. Cedric ist der Bad Boy, der Draufgänger, der sich in das schöne Mädchen verliebt hat. Bis hierhin klingt das vielleicht normal, aber Cedric ist einfach so schön stark von sich selbst und seinem Ego eingenommen, dass er eben doch nicht ganz normal ist. Hinzu kommen die Jungs der Behütertruppe Leander, Julian und Vincent. Alle drei hat man schon früh ins Herz geschlossen und sie ergänzen sich prima. Julian war schon früher der Liebling vieler Leser und gerade deshalb spielt er in diesem Buch eine größere Rolle als bisher, was mir persönlich sehr gut gefiel! Zu den altbekannten gesellen sich natürlich neue Charaktere. Das finde ich auch gut, denn so wird das Setting verlagert. Die Geschichte spielt ein Jahr nach Ende des zweiten Buches und die Umstände haben sich deutlich verändert. Es ist viel ruhiger geworden, die Behüter gehen ihrem Job nach und das schließt Jess mit ein. Sie ist eine Legende – sowohl unter den Behütern, als auch den Dieben. Dieser Status kommt im Buch sehr gut rüber und passte sich schön in die Geschichte. Die neuen Charaktere und auch der Zeitabstand sorgen dafür, dass man es zwar mit der gleichen, aber eben auch einer vollkommen anderen Geschichte zu tun hat. Die Jungs und Jess sollen neue Behüter ausbilden – die besten ihres Jahrgangs natürlich. Und so kommen Figuren wie Adam und Olive ins Spiel. Adam ist ein ähnlich von sich eingenommener Charakter wie auch Cedric, was Hahnenkampf vorprogrammieren lässt. Aber das heißt auch, dass es interessant wird.
Interessant ist das Buch allemal. Nicht nur die Figurenkonstellation ist gelungen, indem so viele verschiedene Charaktere aufeinandertreffen und die verschiedenste Emotionen hervorgerufen werden, auch die Handlung ist gut durchdacht. Im Großen und Ganzen finde ich, dass in diesem Buch das Zwischenmenschliche viel wichtiger ist, als das Drumherum. Aber das Drumherum ist spannend und somit muss ich auch die Handlung loben. Denn Sabine Schulter stellt nicht nur Werte wie Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt in den Fokus, sondern eben auch die actiongeladenen und spannenden Handlungsteile, die mit dem Thema der Traumperlen einhergehen. Dieses Thema und die Idee haben mich schon immer begeistert, denn ich denke, dass Träume und ihre Bedeutung vollkommen unterschätzt werden. Daher gibt es viel Spielraum für die Handlung. Wie aus dem Klappentext zu entnehmen ist, tauchen neue, manipulierte Traumperlen auf. Der gesamt Abschnitt der Traummanipulation ist super spannend! Wir lernen die Diebe ganz neu kennen und das ist klasse! Der Stil der Autorin passt sich den Szenen immer toll an! Es gibt Verfolgungsjagden, dann ist der Stil schnell und rasant. Es gibt prickelnde Szenen, aus denen die Liebe zwischen Cedric und Jess nur so hervorsprudelt, es gibt seichte Romantik und einen zarten Ton und natürlich den dahinfließenden Stil, wann immer es um Freundschaft geht. Auch kommen viele humorvolle Stellen im Buch vor, vor allem, wenn Vincent auftaucht. Ich finde, dass der Stil dazu beiträgt, dass man das Buch so gern liest. Denn das habe ich auf jeden Fall getan.
Die Idee der Handlung aus dem dritten Teil ist durchweg spannend. Und auch wenn nicht immer mit Action gehandelt wird, sorgen die Beziehungen der Charaktere untereinander für wahnsinnig viele Furore. Langweilig wird es auf jeden Fall nie. Und zum Ende hin konnte die Autorin mich wirklich überraschen! Gerade das Ende ist wieder toll und rasant beschrieben, ganz so, wie es sich bei Azur gehört. Auch hat es mir gefallen, dass Adam, eine komplette neue Figur, so viel zur Geschichte beiträgt, denn dadurch wird ihr ein neuer Schliff verliehen, der das Buch in gewisser Weise auch selbständig darstellt. Kommen wir zum finalen Ende. Will man etwas kritisieren, dann vielleicht, dass es too much Happy-End ist. So etwas würde ich aber nie kritisieren! Im Gegenteil: Das letzte Kapitel war für mich der absolut würdige Abschluss dieser Reihe. Danke, dafür!
Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Azur-Reihe „Die Behüterin der Träume“ gar nicht nötig gehabt hätte, bin ich so froh, dass es dieses Buch gibt! Es ist wahnsinnig toll geschrieben und bietet alles zwischen Liebe, Action und Freundschaft. Wie immer werden die zwischenmenschlichen Werte bei Sabine Schulter großgeschrieben und der Leser darf zu einem Teil seiner Familie zurückkehren. Lasst euch bezaubern von der kleinen Traumdiebin, ihrem Behüter und all ihren Freunden. Stürzt euch in ein neues Abenteuer und genießt jede einzelne Sekunde davon, wie ich. Ich vergebe fünf Spitzenschuhen und wünsche mir, dass meine Träume bitte immer behütet bleiben. In dieser Hinsucht vertraue ich dir, Azur!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen